Bronzezeit: 2900-1600 v. Z.

3. Jahrtausend: Frühe Bronzezeit

 

Architektur: 4

Ninive-5-Kultur: 2900-2500 v. Z. 9

Frühdynastische (F.D.) Zeit: 2900-2335 v. Z. 10

Geschichte: 11

Fortschritte und Neuerungen: 11

Charakteristisch für die Frühdynastische Zeit: 12

Metallarbeiten: 13

Keramik: 34

Steingefäße: 36

Schriftentwicklung in der FD-Zeit: 40

Rundbild: 43

Flachbild: 52

Stelen und Felsreliefs: 65

Intarsienarbeiten: 74

Schmuck: 77

Tracht: 78

Sonstiges: 78

Akkad-Zeit: 78

Geschichte: 78

Neuerungen der Akkad-Zeit: 78

Charakteristisch für die Akkad-Zeit: 78

Metallarbeiten: 79

Rundbild: 79

Flachbild: 81

Sonstiges: 84

II. Dynastie von Lagaš: Akkad - Ur-III-Zeit 84

Geschichte: 84

Flachbild: 85

Rundbild: 85

Neuerungen: 88

Ur-III-Zeit, III. Dynastie von Ur: 88

Geschichte: 88

Neuerungen der Ur-III-Zeit: 88

Metallurgie: 88

Flachbild: 89

Rundbild: 90

Schmuck: 91

Terrakotta: 91

Fundorte im 3. Jahrtausend: 92

Das 3. Jahrtausend in Syrien: 142

Chronologien: 142

Architektur: 143

Statuen: spätes 3. Jt. 143

Fundorte: 144

Palästina im 3. Jahrtausend: 176

Fundorte: 177

Anatolien im 3. Jahrtausend: 181

Keramik: Transkaukasische Ware  181

Metallurgie: 181

Architektur: 182

Bestattungen: 182

Funde ohne Fundort: 183

Fundorte: 184

Iran im 3. Jahrtausend und in der 1. Hälfte des 2. Jahrtausends: 190

Geschichte: 191

Metallarbeiten: 191

Keramik: 191

Steineinlagen: 192

Steingefäße: 192

Rundbild: 192

Flachbild: 193

Fundorte: 193

 

Architektur:

Mesopotamien:

- 2 Bauformen:

     ____________         ____________

     |__|_____|__|                                           |    |   Herdhaus (alte Bez.) /

     |   |        |    |       Mittelsaal-                       |[]      o |  knickaxialer

     |__|        |__ |       haus   |_______   __  |       Breitraum (neue Bez.)

     |   |        |    |          ____________

     |__|_____|__|                                           |      [___] | Babylonischer

     |__|_____|__|                                            |    |   Breitraum

                                   |____    _____|

 

- kommt auch in reduzierter Form vor                  - Breitraumtempel und Herdhaus sollen sich aus

- für Tempel, Paläste oder Privathäuser                   einem Torgebäude entwickelt haben.

- Der Mittelsaal ist das                                            - Nach Heinrich ist das Herdhaus ein

   Kommunikationszentrum des Hauses.                   Zerfallsprodukt eines Mittelsaalhauses.

  

- Typisch Frühdynastischer Tempel:

___    ___     ___     __     __    ___

|   |__|    |__|    |__|   |__|   |__|   |__

|__    ______________________      __|

__|    |                                    |   |__

|__    |  []                                |     __|

__|    |__  O______     ________ |   |__

|     __     __      __|    |__      __     __|

|__|   |__|   |__|             |__|    |__|

 

später werden oft zusätzliche Räume angebaut, auch für weitere Kulthandlungen

Þ komplexes Bauwerk

Þ Veränderungen bei den Kulthandlungen

 

Die Zikkurrat:

- Abgeleitet von akkad. „hoch bauen“

- Boomzeit in der Ur-III-Zeit unter Ur-Nammu und Šulgi, viele Zikkurrati wurden von

   Ur-Nammu begonnen und erst von Šulgi fertiggestellt.

- Anzahl der Terrassen über 2 ist Spekulation, desto mehr Terrassen, desto kleiner wird der

   Tempel auf der Spitze, 3 Treppen, 2 seitliche

 

Die Wohnhäuser:

- größtenteils nur Stadthäuser ergraben, kaum Informationen über Nutzung der Räume, Größe der

   Hausgemeinschaft etc.

- Bestattungen häufig unter dem Fußboden

- Im Eingangsraum oder Hof befindet sich häufig ein Brotofen

   - Brotofen: 50-60 cm Ø, aus 2-3 cm starken Lehmwänden, auf dem Boden mit Kieseln und

     Keramikscherben, rund mit kleiner Öffnung oben, Brotfladen werden auf die Innenseiten geklebt bis sie

     fertig sind

- In der Mitte des Hauses befindet sich ein großer Raum oder Hof.

- größte Raumbreite 4 m (Länge einer Palme oder Pappel)

- Eine Sickerstelle ist ein Zeichen für einen Hof, unter der Stelle befindet sich eine Tonne mit Löchern, die

   den Hof aber auch den Boden entwässern soll.

- Nassräume haben einen asphaltierten Fußboden.

- Ab der Akkad-Zeit:

   - regelmäßige Aufteilung der Räume, ähnlich der Paläste

   - mehrere Komplexe mit Empfangsraum + Hof aneinandergebaut

- Eigentümlichkeiten:

   - Rundbauten in kleineren Siedlungen, befestigte Wohnhäuser, keine Kultgegenstände gefunden

     Þ möglicherweise Schutzraum oder Verwaltungszentrum

 

Gräber:

- Grabformen: Erdgrab, Schachtgrab, Topfgrab, Grüfte, Sarkophage, Särge

- Viele Gräber, die sich im Freien befinden, haben eine NW-SO Ausrichtung.

- Die Personen liegen meist in Hockerstellung, die Frauen oft auf der linken die Männer oft auf der rechten

   Seite.

- Bestattungen finden entweder innerhalb oder außerhalb einer Siedlung statt und kommen entweder

   innerhalb oder außerhalb der Wohnhäuser vor.

- Die Grabinhalte müssen in persönliche Gegenstände und Kultgegenstände wie Grabbeigaben für eine

   Reise unterschieden werden.

- Alte Skelette werden in Grüften einfach beiseite geschoben, um Platz für die neuen zu machen

   Þ Die Körper sind nach dem Tod nicht mehr wichtig.

- Die eigentliche Gruft einer wichtigen Person ist nur von außen durch ein Gewölbe geschützt, die Skelette

   liegen ansonsten an der Luft, ein Vorraum mit der Gefolgschaft der Person wurde hingegen mit Erde

   aufgefüllt und enthält somit, vor Grabräubern geschützt, meist die besten Funde.

   Þ Solche Grüfte mit Gefolgschaft gibt es nur bis in die F.D.-Zeit.

- besonders reich ausgestattete Gräber in Ur und Kiš entdeckt

 

 

Ninive-5-Kultur: 2900-2500 v. Z.

- Gebiet: hauptsächlich zwischen Oberen Zab und Tigris und zwischen Tigris und oberer Ḫabur; Ninive-5-

   Keramik   wurde aber auch in ganz Mesopotamien gefunden.

- letzte primär über die Keramik definierte Kultur

- benannt nach der Keramik aus Ninive Schicht 5

- C14-Datierung der N5-Keramik aus Urkeš: 3000-2900 v. Chr. (!)

- keine Anzeichen für Schrift

- Keramik:

   - Ähnlichkeiten mit frühchalkolithischen Mustern

   - Gefäße mit Füßen

   - Bemalte: Entwicklung aus der bemalten Späturuk-Keramik

     - weniger stark bemalt, in ocker, gelblich

     - meist geometrisch: Schraffuren, Rauten, Hängelinien

     - wenn Figuren dann meist stark stilisierte Vögel und Vogelreihen

     - meist hoher Fuß, gelegentlich auch runder Boden oder Standring, gelegentlich Handhaben

     - feiner, gemagerter Ton, scheibengedreht, manchmal mit hellem Überzug

   - Geritzte und gekerbte N5-Keramik: später

     - sehr feiner, ungemagerter Ton, heiß gebrannt, auf der schnelldrehenden Scheibe

        hergestellt, grauer Farbton, sehr aufwendig fein gearbeitet

     - offene Knickwandschalen, Vasen mit abgesetzten Schultern, oft mit Ösen

     - nicht bemalt, geometrische Einritzungen

  

   - Übergang zwischen Ninive-5 und danach schlecht belegt

   - Einflüsse aus dem Süden feststellbar

 

Frühdynastische (F.D.) Zeit: 2900-2335 v. Z.

Earlydynastic (E.D.)/Präsorgonische Zeit/Présargonique/Dynastique archaique (D.A.)

- Gebiet: Babylonien, Dijalla-Gebiet, (Nordmesopotamien)

- erste historische Zeit

 

Zeiteinteilungen: 1. Hälfte 3. Jt. in Mesopotamien

 

nach H. Frankfort Schichten des Abu-Tempels in Ešnunna

nach

A. Moortgat / E. Strommenger / Boehmer (Kunst)

nach

Orthmann

 

3100-2900

Proto F.D.

Ğemdet-Naṣr-Zeit

 

 

älterfrühdynastisch

 

2900-2700

F.D.-Zeit I

1. Übergangszeit

 

2700-2550

 

F.D.-Zeit II

Mesilim-Zeit

 

Fāra-Zeit / 2. Übergangszeit

2550-2450

2450-

 

 

 

  2335 v. Z.

F.D.-Zeit III a

 

F.D.-Zeit III b

Ur-I-Zeit

- Imdugud-Sukurru-Stilstufe

- Meskalamdug-Stilstufe

- Mesannepada-Stilstufe

   - Lugalanda-Stilstufe

 

jüngerfrühdynastisch

 

Presargonic

 

 

Geschichte:

 

Fortschritte und Neuerungen:

- Das Rad:

   - 4. Jt.: Tierterrakotten mit Rädern im Kaukasus

   - F.D.-Zeit II: Abdruck eines Holzrades in Susa, erste Figuren und Darstellungen von Wagen

   - 1. Hälfte 3. Jt.: Raddarstellung in Polen

   Þ wahrscheinlich verschiedene Orte der Erfindung

- weite Verbreitung der Schrift

- erste eindeutige Götterdarstellungen mit Hörnerkrone, Bart und Zottenrock, zwei Keulen, ein Zweig

- erste Herdhäuser

- sichere Verarbeitung von vielen Metallen zu Kunstwerken

- Königsdarstellungen mit herrscherlichen Frisur: Zopf und Haarknoten

- Beter-Statuetten: Nachfolger der Augenidole

 

Charakteristisch für die Frühdynastische Zeit:

- Keramik:

   - Scarlettware/Scharlachware mit hellroter polychromer Bemalung; Im Unterschied zur Uruk-Keramik ist

     auch der unterer Bereich bemalt.

   - Ständer, Gefäße mit Ständern, Gefäße mit Nase und daraus entwickelt Gefäße mit verziertem Steg

- Architektur:

   - Plankonvexe Ziegel Þ gleiche Form wie Tontafeln?

   - Steinkistengräber

   - vermehrt Stadtbefestigungen

- Weihplatten: Mit Darstellungen, in Registern unterteilt

   - mit Königsdarstellung als Bauherr mit Korb auf dem Kopf

 

Metallarbeiten:

Technik:                              

- Guss:

- bei kleineren Objekten Vollguss, bei größeren Hohlguss

- Zweischalenguss nur bei den in Serie gefertigten Gründungsfiguren notwendig

- nur wenige erhaltene Gussformen

   - steinerne Gussform für Schmuck aus Assur

- keine erhaltenen Teilgüsse aus Mesopotamien

- in der FD-Zeit ein besserer Umgang mit dem Wachsausschmelzverfahren

- Bearbeitung:

- getriebenes Blech über einen Holz- oder Bitumenkern

   - Holzreste fast gänzlich verschwunden, Bitumenkerne meist nicht beachtet

- Vernietung seit FD I belegt

- Umbördeln seit FD I belegt

- Löten seit FD III a belegt

- Verbindung von gegossenen mit getriebenen Teilen

   - Entemena-Vase aus Ŋirsu

- Belegung von Bronzefiguren mit Edelmetallauflagen ist häufig

   - mit Goldblech belegtes Gesicht einer Beterinnen aus grünem Stein, aus Nippur FD

 

Material:

- die meisten Funde aus reinem Kupfer, Bronze bis zur Altbabylonischen-Zeit bei Figuren

   kaum belegt ( Seit FD III a hat die Bronze das Kupfer weitgehend verdrängt.)

   - Metallfiguren sind in der Literatur meist als Bronze angegeben, oft aber sind sie aus

     Kupfer oder ähnlichem Material.

- Die Arsenbronzen (3200-2400) werden von der Zinnbronze ab 2750-2600 abgelöst.

- Gold war meist ein hoher Silberanteil beigefügt.

- Typisch Formen waren meist aus einem bestimmten Material gefertigt:

   - Becken, Kessel, Griffschalen: Kupfer oder Bronze

   - konische Schalen mit eingewölbtem Boden: Blei

- Verzierte oder mit Appliken oder Intarsien versehene Gefäße sind hauptsächlich auf FD III beschränkt.

- Kombination von Stein und Metall hauptsächlich bei FD Tierfiguren beliebt

 

Anthropomorphe Metallfiguren:

- einige haben kleine Standplatten, andere haben kleine Zapfen oder Löcher zur Befestigung

- menschliche und mythologische Figuren

- Beter Statuetten, ähnlich den Steinstatuetten, sehr schmal und hoch, große Augen

- Darstellungsweisen:

- Männer:

- langer Bart, lange lockige Haare Þ typisch älter FD Frisur

- nackter Oberkörper, einregistriger Zottenrock Þ typisch älter FD-Tracht

- langes auf den Rücken fallendes Haar, bartlos Þ Musiker

- nackt, nur mit einem Gürtel, mit auf wenige nach vorne und hinten fallende Locken, ausrasierter Kopf:

mythologisches Wesen, kommt häufig in Tierkämpfen neben dem Stiermenschen und dem sechslockigem Held vor, häufig in tragender und schützender Funktion, kommt akkadisch nicht mehr vor

- Frauen:

   - unbekleidet:

     - FD selten, die einzige aus älter FD aus Tell Ağrab Þ wohl eine mythologische Frau

     - in Syrien häufiger als brusthaltende Frauen, deren Bedeutung auch nicht ganz klar ist

   - nach vorn gestreckter rechter Unterarm:

      - kommt bei Steinstatuetten aus technischen Gründen nicht vor

      Þ Ergänzung eines Bechers oder Stabes

- Opferbringer: kommt ab Ende FD auf und hält sich bis neusumerisch

- Funde:

- weibliche Statuette aus dem Šara-Tempel in Tell Ağrab, Älter FD

- 2 männliche Statuetten (Gürtelhelden) aus dem Šara-Tempel in Tell Ağrab, Älter FD

   Þ Die Männer sind sehr wahrscheinlich und deshalb wohl auch die Frau mythologische Wesen.

- Einachsiger Wagen mit 4 Wildeseln und Wagenlenker aus gegossenem Kupfer, aus dem

   Šara-Tempel in Tell Ağrab

Þ früheste Vertreter anthropomorpher Plastik im Dijalla-Gebiet

- weibliche Statuette aus dem FD-Palast in Mari, zwei kleine Hörner Þ Göttin

   Hortfund in einem Topf mit der Lapislazuliperle des Mesannepada Þ FD III a

- 6 bronzene Statuetten mit Silber und Goldverzierungen aus Tell al-Judaidah, FBZ I: 3100-2900, Amuq G

- Kunsthandel:

- männliche Beterstatue, 15 cm hoch, Kupfervollguss, knielanger Rock mit einzelnen Zotten,

dicker Gürtel an der Taille, Standplatte in Form der dicken Füße, linker Arm an der Brust, rechter abgespreizt, langer Bart, typisch Älter FD-Frisur und Tracht Þ Älter FD

- drei sehr ähnliche weibliche Statuetten, Bronzevollguss, 9,5-6 cm hoch, nackt, kleine Standplatte, die

   Hände verschränkt vor dem Körper, runde weibliche Formen, Rückrat, Knie und Schlüsselbeine

herausmodelliert, große Ohren, in Strähnen geordnete Haare, vergleichbar mit Elfenbeinstatuetten aus Mari und Assur der späten FD-Zeit, zwei mit angelegten, die andere mit abgewinkelten Armen, aus dem Kunsthandel (Kilis, Maraṣ, Amshit)

- männliche Statuette, gleiche Zusammensetzung wie die eine der 3 weiblichen, glatter knielanger Rock,

    Gürtel, Standplatte, leicht gespreizte Beine, ein Arm auf der Brust, der andere nach vorn, Schlüsselbeine,      Haarsträhnen und Gesicht wie oben, langes auf den Rücken fallendes Haar, bartlos

   Þ wie bei Musikern, vgl. Ur-Nanše-Statue aus Mari

- männliche Statuette (Susa?): 20 cm hoch, Kupfer, kurzer mehrregistriger Zottenmantel, auf einem

   durchbrochenen Kasten, Haarknoten, bartlos,    Inschrift auf der rechten Schulter: von einem Schreiber

   x, Sohn des y für die Göttin Nin-é-gal Þ FD III

- Geräteteil in Form einer männl. Figur, 10,6 cm hoch, Kupfer, kurzer zweistufiger Zottenrock, Hände

   vor der Brust, Haar in groben Strähnen nach hinten, unten zwei zungenartige Stützen

- Anthropomorpher Kosmetikbehälter mit figürlich verziertem Stab aus Kunsthandel, 17 cm, Kupfer,

   nackte weibliche Statuette, deren Körper hohl ist, Hände unter der Brust zusammen, Stab, mit

   Hörnern Þ Stilistisch schwer einzuordnen

- männl. Kopf aus Kunsthandel, 15 cm hoch, Kupferhohlguss, kahl, hat ein genaues Gegenstück in

   einem Kalksteinkopf aus Mari aus der jüngeren FD-Zeit, Ohr ähnlich wie beim Musiker Ur-Nanše

 

Ständer:

- gehören FD zum Grabinventar, daher gut belegt

- dienen sowohl im Haushalt als auch im Kult

- 1. Typ:

   - aus Blech geformte, nach unten weiter als nach oben ausladende Säulen aus Kiš

   - bis ins 1. Jt. belegt

   - im Dijalla-Gebiet und Kiš aus Terrakotta, einer aus Keramik mit figürlichen Ritzverzierungen

- 2. Typ:

   - Ein Untersatz auf drei oder vier Füßen trägt einen Stab, der sich oben in drei oder vier Krampen

      verzweigt, zwischen die das Gefäß gesetzt wird. Bei den kostbaren Ständern aus Tempeln wird dieser

      Stab durch eine Trägerfigur ersetzt.

- bis ins 1. Jt. belegt

- kommt sowohl in den Gräbern von Kiš als auch im Dijalla-Gebiet vor

   - die aus Kiš und dem Dijalla-Gebiet datieren alle in die Ältere FD-Zeit

   - Funde:

     - Kupferständer aus dem Tempel Oval I aus Ḫafagi in Form eines Gürtelhelden, FD II

     - 2 Kupferständer aus dem Tempel Oval I aus Ḫafagi in Form eines nackten Mannes mit

        einfachem Gürtel aber keine Tonsur, FD II

     - Kupferständer aus dem Šara-Tempel in Tell Ağrab in Form eines nackten Mannes mit

        einfachem Gürtel

     - Reste eines Kupferständers aus dem Šara-Tempel in Tell Ağrab in Form einer Statuette

     - Fragment eines Kupferständer aus dem Šara-Tempel in Tell Ağrab

     - Fragment eines Kupferfußes, Hohlguss, mit Beinansatz aus Girsu (FD?)

     - 3 Kupferständer einer männlichen Figur aus Tell Agule, nackt, nach vorne fallende Locken

        Þ Gürtelheld?

     - Ständer mit Froschstatuette als Untersatz aus Kiš, Augen aufgesetzt

- 3. Typ:

   - Ein Tier meist ein Ziegenbock, richtet sich auf seinen Vorderfüßen an einem Baum auf, im Nacken setzt

     ein stabartiger Aufsatz an, der als Stütze für einen anderen Gegenstand dienen konnte, diese Figuren

     stehen meist auf rechteckigen Podestchen, kommen oft in Paaren oder sogar in noch größerer Anzahl

     vor und können so, gemeinsam aufgestellt, ein Gefäß an mehreren Punkten stützen

   - nur auf die frühdynastische und akkadische Zeit beschränkt

      - datieren meist in die Ur-I-Zeit / Späte FD-Zeit

   - Funde:

- Ständer in Form einer aufgerichteten Ziegenfigur aus Tell Agule

-  zwei Hirschstatuetten aus dem Königsgrab PG/1237 aus Ur Þ Meskalamdug-Stufe

- Silberleier mit Hirschfigur aus dem Königsfriedhof von Ur

- 2 Ziegenböcke am Blütenstrauch aus dem Königsfriedhof von Ur, aus verschiedenen Materialien

   zusammengesetzt, Loch im Rücken Þ Ständer

- 4 menschengesichtige Wisente von Kiš aus Elfenbein, Loch im Rücken Þ Ständer

- Kunsthandel:

   - 4-füßiger Ständer auf dem ein Steinbock steht, aus dessen Rücken ragt eine sich verzweigende

     Halterung

 

Metallfiguren mit Gefäßen:

- Ringerpaar aus Kupfer mit Gefäßen auf den Köpfen aus dem Nintu-Tempel in Ḫafagi, in Ringerhose,

   Augen waren eingelegt Þ mittlere bis jüngere FD-Zeit

- Kupferfigur eines nackten Mannes mit Gürtel und frei tragendem Kasten auf dem Kopf aus

   dem Kunsthandel, kahl, 37,8 cm hoch Þ FD II(?)

 

Tierfiguren und Friese:

- Tell Obeid:

- mindestens 14 Reliefplatten mit liegenden Rindern

   - Köpfe hohl gegossen, an das Relief angenagelt, drei Augenwülste

   - Stierkopf aus Tell Obeid, mit Halbmond auf der Stirn

- Anzu-Relief: nur ein Hirschkopf erhalten, größer als die restlichen Reliefs

- 8 Löwenköpfe aus Kupferblechplatten

- 7 stehende Stiere, Kupfer über Holz, eines mit Inschrift des A-anne-pada (um 2440, FD III b)

- 4 Vogelköpfe(?), sehr grob gearbeitet, kaum zu erkennen

- 4 Rinderhufe, Kupferblech über Bitumen, waren auf einem Sockel befestigt

- Ur:

   - 5 Rinderköpfe aus dem Grab PG/1850 aus Ur, ähnlich denen aus Ubaid, Hohlguss

- Ebla:

   - kleiner goldener liegender Stier mit menschlichem Gesicht und Bart aus Steatit aus dem Palast G

      Þ ca. 2350-2250

 

Tierprotomen:

- besonders an Harfen und Leiern gut belegt, ragen aus den Instrumenten hervor, immer nur ein Stier-

   oder Wisentkopf, keine anderen Tiere, da wohl ein Bezug zwischen dem Brüllen eines Stieres und dem

   Klingen der Instrumenten gezogen wurde

   - bis in die Gudea-Zeit sind Stiere als Verzierungen von Leiern belegt

- ein aus einem anderen Material eingelegtes Dreieck auf der Stirn von Ziegen oder Stierköpfen kommt

   häufiger vor Þ ws. bestimmter Sinn und nicht nur Wiedergabe eines natürlichen Detail, einmal auch auf

   einem Stierkopf ein Halbmond

- Die Köpfe können z. T. auch Teile von Tierfriesen gewesen sein.

- Funde:

- Kupferhorn aus dem Šara-Tempel aus Tell Ağrab Þ älter FD

   Þ schon zu dieser Zeit Herstellung solcher Stierköpfe

- 3 Kupfer- und 2 Silberstierköpfe aus dem Königsfriedhof von Ur

- Goldene Stierköpfe aus dem K. v. Ur. haben außerdem einen Bart und Locken aus Lapislazuli oder

   ebenfalls aus Gold, der sie als Wisent (mythologische Figur) ausweist.

- zwei silberne Löwenköpfe, in Verbindung mit Holzteilen aus dem Grab der Puabi in Ur

- Beschläge des Schlittens der Puabi: 4 silberne, 9 goldene Löwenköpfe und 6 Stierköpfe

- Stierhorn aus Goldblech aus dem Ninḫursaŋ-Tempel in Tell Obeid

- Stierkopf aus S. 9, Sin-Tempel Ḫafagi (FD II)

- 2 Stierköpfe aus Tello, eingelegte Augen, Kupfer

- 2 Ziegenköpfe aus Fara, Kupferhohlguss, dreieckige Einlage mit rotem Punkt auf der Stirn

- Stierkopf aus dem Barbar-Tempel II von Bahrein, abgesehen von den Hörnern und Ohren

   nicht mit den mesopotamischen vergleichbar, breiter flacher Kopf

- Kunsthandel:

- zwei Kupferköpfe, sind zwar gegossen, haben aber auch einen Bart

- Kopf mit Hörner und menschlichem Gesicht aus gegossenem Kupfer, Streufund aus Ur,

   Augeneinlagen aus Lapislazuli

- Stierkopf, Bronzehohlguss, eingelegte Augen

 

Zügelringe:

- Aus der späten FD-Zeit ist die Überlieferungslage günstig, da aus Ur, Kiš, und Abu Salabiḫ

   das Inventar reicher Wagengräber erhalten ist.

- außerdem zahlreiche Darstellungen auf Reliefplatten und Einlagefriesen

- Einteilung nach Calmeyer:

   - Früher Typ: Mesilimzeit Þ FD II a

     - auf Weihplatten zu sehen

     - Ringe auf hoher Stange

   - Mittlerer Typ: Fara-Zeit Þ FD II b - FD III a

     - Einlagen aus Mari

        - Ringe auf mittelhoher Stange

        - Boviden an Zügelringen

   - Später Typ: Meskalamdug-Stufe Þ FD III a-b

     - Ur-Standarte

        - Ringe fast auf der Deichsel

   - Letzter Typ: Mesannepada-Lugalanda-Stufe / Ur-I-Zeit Þ FD III b

     - Geier-Stele

        - Ringe fest mit der Deichsel verbunden

        - Löwen auf den Zügelringen (Hinweis auf Nin-Ŋirsu)

- sonst keine Raubtiere als Verzierung belegt außer beim Streiwagen des Nin-Ŋirsu

- bei den Originalen aus Ur und Kiš  kommen höhere und kürzere Stangen vor, sowie ein

   nicht kategorisierter Dreistangentypus

- sonst als dekoratives Element fast nie verwendete Equiden auf den Zügelringen häufig

   Þ direkter Bezug zwischen Symbol und Zugtier

- auch Ringe mit Vögeln, Hirschen, Wisent und Kampfgruppe

- alle mesopotamischen nach vorn gerichtet, nicht mesopotamische auch seitlich

- Mitgegossene Zwingen, die die Ringe verbinden, aber keine Funktion mehr haben, deuten

   darauf hin, dass es auch Ringe aus vergänglichem Material gegeben hat.

- Die Zügelringen aus Edelmetall aus den Königsgräbern aus Ur sind möglicherweise speziell

   nur für die Bestattung angefertigt worden.

- Funde:

- Kiš: längere Stange Þ Mesilim-Zeit/FD II a bis etwas jünger

   - 2 Equiden

   - Hirsch mit Pflanze(?)

   - drei Vögel

   - Zügelring des Dreistangentypus mit zwei weiteren kleineren Ringen pro Ring

   - Geflochtene Ringe

- Ur: kürzere Stange Þ Meskalamdug-Zeit/FD IIIa-b

   - Ring mit Stier aus Silber

   - Ring mit Stier aus Kupfer (nicht erhalten)

   - Equide mit abgewinkelter Ohr aus dem Grab der Puabi (1. Hälfte 26. Jh.)

   - Unverzierter Ring

- Til Barsip:

   - zwei Pferde an einer Mittelstange

- Kunsthandel:

   - Equide auf mittelhoher Stange

   - Wisent auf Dreistangen

   - vier seitliche Equiden auf drei Stangen

   - zwei Capriden am Baum

   - zwei kämpfende Männer seitlich mit Fransenrock Þ Älter FD-Zeit

   - zwei Katzen (?) am Baum auf drei Stangen

   - Bronzestier mit Silbereinlagen ungewöhnlich groß Þ Älter FD

- Literatur: Calmeyer: Archaische Zügelringe, in Festschrift Moortgat

 

Gründungsstatuetten und -nägel:

- am häufigsten aus Metall, aus Stein selten, aus Holz wenige erhalten

- In den meisten Fällen wurde das Metall nicht analysiert, die meisten sind aus Kupfer.

- Die meisten tragen Inschriften, die den Namen des Gottes, des Baus und des Stifters tragen.

- Älter FD: Zeit vor Ur-Nanše (2500)

   - stammen alle aus Ŋirsu, sind alle aus Metall, sind alles Nagelmenschen: Ein menschlicher

     Oberkörper geht in der Taille in einen langen schlanken Nagel über

     Þ Ŋirsu, Geburtsstadt der Gründungsfiguren

   - zwischen 7-17 cm lang, typisch Älter FD Stilmerkmale, ungewöhnliche Frisur: ungescheitelt, in Wellen

     auf die Seite fallendes Haar, bartlos, steile klobige Nase, klein und schmallippig, ungestalteter

     Oberkörper, Hände auf der Brust gefaltet

   - an betonten Stellen, insbesondere an den Ecken der Tempel in der Erde steckend gefunden

   - ein Torso aus Uruk, dessen Unterkörper sich Nagelförmig ergänzen lässt wurde von

     Ausgräber in die Ğemdet-Naṣr-Zeit datiert, gehört aber doch wohl eher in FD II

- Ur-Nanše:

   - 5 Gründungsfiguren mit Lasche gefunden, die Gründungstafeln auf dem Kopf trugen,

     allerdings wurden mehr Tafeln als Figuren gefunden

     - steckten alle in einer Lasche: einem Ring der vogelschwanzförmig endet, die gefalteten

        Hände enden über der Lasche

     - bartlos, plastisch hervortretende Augen, große Nasen, Mittelscheitel, Haare in schrägen

        Wellen auf die Schultern und dann auf den Rücken

   - 3 aus Kunsthandel, davon eine mit Inschrift, erwähnt den Bau des Nin-Ŋirsu-Tempels

- En-an-na-tum2 I.: (um 2450)

   - 9 Gründungsfiguren aus dem Inanna-Tempel von Lagaš, jeweils zusammen mit einer

     Steintafel, im Mauerwerk der Fundamente, immer mit derselben Inschrift

   - 1 aus dem Kunsthandel mit gleicher Inschrift

   - bartlos, große Nase, Mundwinkel leicht nach oben gezogen wie Ur-I-zeitlich üblich, die        Haare rahmen

     wie bei Ur-Nanše in parallelen Wellen das Gesicht, fallen dann aber in            senkrechten Wellen auf den

     Rücken, auf dem Kopf liegt ein kleiner Wulst, dessen Enden wie Hörner leicht aufgebogen sind

- En-te-me-na von Lagaš:

   - 5 Figuren unter dem Fußboden der „esplanade“ in Ŋirsu gefunden, mit je einer Steintafel auf dem Kopf

   - sehr ähnlich denen von En-an-na-tum2 I., Hörner etwas stärker vom Kopf abgesetzt

   - 6 Figuren aus dem Kunsthandel

- Lugal-ki-sal-si von Uruk:

   - 1 Nagelmensch aus Stein mit Inschrift, aus Kunsthandel: dicker Nagel, große Augen,

        langer Bart, lange Haare, große Ohren, sorgfältig modelliert

   - 2 weitere zu ähnlichen Nagelmenschen rekonstruierbare Oberkörper aus Uruk und aus dem Kunsthandel

- Unbestimmbare Gründungsfiguren aus dem Kunsthandel:

   - 2 Figuren aus Kunsthandel, die stilistisch wohl zwischen Ur-Nanše und En-an-na-tum2 I.liegen:

     Mesilim-Frisur, aber Lächeln, nicht zu Hörner aufgebogene Wulst auf dem Kopf

   - Figur ähnlich der des Lugal-ki-sal-si: Bart, große Ohren; aber ausmodellierter Körper:

      Genitalien, durch eine Linie getrennte Beine

   - Figur: mit Bart und nach vorne fallendem Haar, großes Ohr, Wulst mit nach oben

      gebogenen Enden auf dem Kopf

- Nagelziege aus dem Kunsthandel: Dicke und Länge des Nagels entspricht denen von En-te-me-na

 

Gründungsbügel oder Nägel mit Lasche:

- Gründungsbügel: in Nippur, Mari, Uruk und Bismajah belegt

- Nippur: Schicht VII Inanna-Tempel: kleiner Gründungsnagel mit einer zweiflügligen Lasche

   Þ ältester Gründungsnagel

- Adab:

   - E-iginim-pa-e:

     - drei Gründungsnägel mit Lasche, die gerade endet

     - zusammen mit vier Gründungstafeln, drei aus Kupfer, eine aus Marmor, in Form

        plankonvexer Ziegel, ältester Beleg für Kupfer als Material für eine Gründungstafel

- Uruk:

   - zwei Gründungsbügel

      - einer Schicht 5-7 Eanna

      - einer in einer Ecke beim Südostaußenzingel des Eanna in einem Bett aus Lapislazuliperlen, zu beiden

        Seiten des Bügels lagen je eine unbeschriebene Alabastertafel in Form eines Plankonvexen Ziegels,

        daneben eine weitere aus Lapislazuli Þ FD datiert

- Mari:

   - 13 Gründungsbügel aus dem Ištar-Tempel in Mari

     - Schicht C, Cella: sieben, in jeder Ecke einer und nahe der Tür einer (FD II)

     - Schicht A, Cella: 6 Bügel

- ein Gründungsbügel aus dem Šamaš-Tempel

- ein Bügel aus der archaischen Zikkurrat

- zusammen mit den Bügeln unbeschriftete Tafeln aus weißem Stein oder Lapislazuli, einer aus Silber

- Literatur: Ellis: Foundation Deposits x

 

Kleine Tierfiguren und Amulette aus Metall:

- Amulette aus Kupfer selten im FD, meist in Edelmetall (reiche Funde aus Tell Asmar und Ur)

-  Funde:

- Statuette eines Wisents aus dem Nintu-Tempel in Hafagi, Kupfer

   - fehlende Stirnbehaarung, einfach geschwungene Hörner Þ älter FD

- Kleiner Kupferlöwe aus dem Šara-Tempel in Tell Ağrab

- Löwenamulett aus dem Šara-Tempel in Tell Ağrab aus Kupfer

- kleiner Stierkopf aus dem Ištar-Tempel in Mari

- stehender Vierbeiner unter dem Aššur-Tempel in Assur

- Hinterteil eines Vierbeiners aus Tepe Gaura, Statum VI Þ Ende FD - Anfang Akkad-Zeit

- 17 Schlangen aus Kupferdraht aus dem Stratum VII-V aus Tepe Gaura

- kleiner Löwenkopf aus Ur, Eḫursaŋ-Areal mit Loch für Befestigung Þ Amulett

- kleiner Kälberkopf, Anhänger, Kupfer aus dem Gipar in Ur

- Fußamulett aus Kupfer aus Tell Asmar

 

Gefäße:

- FD: Silber- und Goldgefäße nur aus FD III, davor nur Kupfer oder auch mal Blei

- Funde:

- Gefäß aus dem Tempel-Oval in Ḫafagi mit Inschrift des (En-)Me-barage-si von Kiš (Ende FDZ II, um

   2570)

- Kupfervase aus S. 9, Sin-Tempel in Ḫafagi

- Topf mit Anzu-Vogel aus Gold und Lapislazuli für die Gottheit GAL, nennt Mes-an-ne-pad-da den König

   von Ur (um 2460) aus Mari

- silbernes Gefäß des Königs En-te-me-na (um 2430): Ritzzeichnung eines löwenköpfigen Adlers über

   einer Reihe von Löwen aus Ŋirsu

- beschriftete Goldgefäße mit dem Namen Mes-kalam-dug aus dem Grab des Meskalamdug in Ur (FD III

   a)

- Goldbecher mit langer Tülle aus dem Puabi-Grab (FD III)

- hohe Goldvase aus Puabis-Grab (FD III)

- Literatur:

- Karstens, Karsten: Typologische Untersuchungen an Gefäßen aus altorientalischen Gräbern

   des Königsfriedhofs in Ur

- Müller-Karpe, Michael: Metallgefäße im Iraq I, 1988

 

Waffen:

- Funde:

- Grab des Meskalamdug in Ur/PG 1054: FD III a

   - Beile

   - Goldschwert, 33cm, mit Goldkugeln verziert

   - Goldhelm mit imitierter herrscherlichen Frisur mit Zopf und Haarknoten aus dem Grab des

     Meskalamdug in Ur Þ FD III a

- Waffen aus Gräbern in Assur

- Viele Waffenbeigaben: Beil, Schaftlochaxt, Dolchblatt, Köcherschuh; aus dem Grab GB6/2

   aus Tuttul

- Lanzenspitze mit eingeritztem Löwen aus Ŋirsu

 

Sonstiges:

- Königsgräber von Ur: (1. Hälfte 25. Jh.)

- Modell eines Bootes aus Silber

- Bronzebeschlag: 2 Löwen über Feinden über Rosette, aus Ur, PG 789

- Goldplakette mit Inschrift der Bara῾irnun, Frau des Gišakidu, des Königs von Umma,

   Tochter des Urluma, des Königs von Umma, Enkelin des Enakale, des Königs von Umma,

   Tochter-in-law von Il, dem König von Umma für den Gott Šara im E2-maḫ von Umma

 

Literatur Metallarbeiten:

- Braun-Holzinger, Eva: Figürliche Bronzen aus Mesopotamien, 1984

- Löw, U.: Figürlich verzierte Metallgefäße aus Nord- und Nordwestiran, Münster 1998

- Rashid, Subhi Anwar: Gründungsfiguren im Iraq, PBF I, 2, 1983

- Behm-Plancke, R.: Das Tierbild

 

Keramik:

- Scarlettware: Dijalla-Gebiet, Ost- und Mittelmesopotamien

   - entwickelt aus der Ğemdet-Naṣr-Keramik

   - gesamte Fläche rot bemalt, horro vacui, im Unterschied zur Uruk-Keramik

   - meist geometrische Darstellungen

   - auch kleine figürlichen Darstellungen: abstrahierte Capriden, Fische, Vögel

   - Entwicklung von gedrungenen Figuren zu schlankeren

   - in Feldern unterteilt

   - manchmal kleine Szenen

   - bis zum Anfang der FDZ III

- Haus/Tempelterrakottamodelle, als Altäre

- Literatur:

   - Nagel, W.: Djemdat Nasr-Kulturen und Frühdynastische Buntkeramik, BBV 8

 

Terrakottaobjekte:

- Haus-/Tempelterrakottamodelle als Altäre

- Funde:

- fahrbares Hausmodell aus S. 8, Sîn-Tempel in Ḫafagi (FD II)

- Tempelmodelle aus Terrakotta bis zu 1m hoch, aus dem Ištar-Tempel in Assur, S. G

- Hausmodell: unter einer frühdynastischen Straße in Mari gefunden; Kammer mit Rauchabzug,

   hervorgehobene Außentür, hufeisenförmige Feuerstelle im Zentralraum, rund, ohne Dach

- Terrakottafiguren:

- viele aus Assur:

   - brusthaltende Frauen wie in Tell Bia, mit Halsschmuck, Glockenrock, lebensgroß

   - teilweise mit Waffen Þ Gottheiten?

   - Männer mit Kopfbedeckung

   - auf einem Stuhl sitzende Frauen, die mit dem Stuhl verschmolzen sind

- Terrakotten aus Tell Ḫuera:

   - einfache, schlanke Brusthalterinnen; einfach verzierte Wagen

   - Tierterrakotten, Wagenterrakotten

- Ständer:

- nach unten weiter als nach oben ausladende Säulen aus dem Dijalla-Gebiet, auch aus Kiš

   einer aus Keramik mit figürlichen Ritzverzierungen, sonst dort aus Metall

 

Steingefäße:

Der Interkulturelle Stil:

Der I.S. taucht in unterschiedlichen geographischen und kulturellen Gebieten auf und weist überall ähnliche bis gleiche Motive auf:

- gleiches Material: Chlorit und Steatit

- Tendenz zur Dekoration der gesamtem Oberfläche (Horror vacui)

- Fehlen einer Grundlinie bei der Darstellung von belebten Motiven

- Einlegearbeiten und Colorierung

- Band unter dem Rand oder über der Basis                       

- Flache, krumme-gerade Linien Þ Handarbeit

- 12 Hauptmotive:

   - kämpfende Schlangen, gegen andere Schlange, Felide oder Adler

   - Dattelpalmen

   - figürliche Darstellungen, sowohl Tiere als auch Menschen

   - Imdugud/Anzu, Adler mit Löwenkopf Þ Verkörperung des Donners ?

   - Skorpionreihen oder –muster

   - „Hut“-Motiv, architektonische Darstellung einer Tempelfassade(?), häufig (ab Fara-Zeit)

   - Imitation von Matten oder Korbwaren

   - Wirbelmotiv

   - Schuppenmuster (Imbricate), Bergschuppen?

   - Beveled Square/abgeschrägte Quadrate, Lehmziegelmauern

   - Guilloche Motiv: verschlungene Schlangen/Bänder, sehr stilisiert, selten

   - sehr selten Rosetten

- Gefäßformen: meistens kleine Gefäße für Kosmetika

   - flacher Boden mit gleichem Durchmesser von Boden und Rand, häufigste Form

   - eingebogene Seiten mit Durchmesser des Mundes kleiner als Boden

   - kugelige Vorratsgefäße

   - Plaketten

   - vorhängeschlossförmiges Ding

   - Cornets, Vasen

   - kalottenförmige Schalen mit konzentrischen Kreisen verziert (erst ab Akkad)

- Datierung: FD I-III, akkadzeitlich weiter verwendet

- Verbreitung: von Mohenjodaro im Industal bis Mari in Syrien, von Soch in Usbekistan bis

   Bahrein im persischen Golf

- Hauptfundorte Tepe Yahya, Insel Tarut, in Mesopotamien besonders Adab Hügel V und Mari Ištar-

   Tempel

- Funde des Interkulturellen Stils in Mesopotamien:

- Chlorit-Gefäß mit Inschrift: Inanna und die Schlange; zeigt einen Löwen im Kampf

   gegen eine Schlange, aus dem Inanna-Tempel in Nippur, Schicht 8/7

-  viele Steatitgefäße aus dem Ištar-Tempel (S. A) in Mari

- Literatur:

   - Kohl, P.: Carved chlorite Vessels: A trede in Finished Commodities in the Mid-Third Millenium, Expedition

     18, 1975

   - Behm-Blancke: Das Tierbild

   - F. Basmachi: Sumer 6, 1950, 165ff.: Übersicht über FD reliefierte Steingefäße

 

Sonstige Steingefäße:

- Die Verwendung von Steingefäßen ging während der FD-Zeit zurück.

- Typen:

- Ğemdet-Naṣr - Älter FD:

   - Hohe, oft sehr große, enge konische Becher (Wooley: JN Typ 35) (ca. Kultvase)

   - Bauchige Gefäße mit deutlich oft kantig abgesetzter Schulter und meist breit ausladendem Rand

     (Wooley: JN Typ 53-60)

   - Inanna-Tempel von Nippur S. VII kommen beide Typen beschriftet vor

   - Jünger FD:

- Spill Vases: hohes zylindrisches Gefäß, meist mit abgesetztem Rand und leicht konkaver

   Wölbung (älter nicht belegt)

- Flasche mit leicht bauchigem Körper, abgesetztem Hals und kleinem Rand

- Funde:

- Tüllenkanne aus Kalkstein, mit halbplastischen Rindern und vollplastischen Löwenfiguren

   verziert aus dem Inanna-Tempeln in der Schicht 4/5

- Steingefäße aus S. 8 und 9, Sîn-Tempel in Ḫafagi

   - Fragmente von relieffierten Steinvasen aus S. 9

- Steinschalen aus dem Nintu-Tempel in Ḫafagi

- Steingefäß aus dem Ištara-Tempel in Mari für den König Ikun-šamagan

- Literatur:

   - Martin: Iraq 44, 1984 x

 

Schriftentwicklung in der FD-Zeit:

- Verlust der Rundungen

- Schriftstufe I: bis ca. 2550

   Schrifstufe II: ca. 2550-2460

   Schrifstufe II: ca. ab 2460

- Schriftstufe I a: Þ Stilstufe I a

   - Archaische Texte aus Ur

   - Steininschriften:

     - 2 Inschriften des En-me-barage-si, König von Kiš (Gegner des Gilgameš) (um 2570)

     - Inschrift auf einem männlichen Torso aus Tell Ağrab

     - Gefäßbruchstück aus Tell Ağrab, das einen König von Kiš nennt

     - Stele mit Nennung des Ušumgal

     - Statuette des Enlil-pabil-ga-gi aus Umma

     - Reliefbruchstück mit dem Bild von und dem Namen Bilga (ŊIŠ.BIL)! aus dem Dijalla-Gebiet

     - 2 Statuen aus dem Inanna-Tempel aus Nippur, eine mit Inschrift NIN-GAL

     - Gefäßbruchstück aus Nippur

     - Relief mit einem Mann mit Federschmuck aus Ŋirsu

     - löwenköpfiger Adler aus Ḫafagi

- Schriftstufe I b:

   - Steininschriften:

   - Relieffierte Rundbasis aus Ŋirsu

   - Statuettenbruchstück aus Ḫafagi

     - Inschriften aus Nippur: Übergang zwischen I und II

        - Statuetten aus Schicht VII Inanna-Tempel, können teilweise auch noch älter sein (einige runde

           Formen)

- Schriftstufe II (Þ Stilstufe II) und III (Þ Stilstufe II-III):

   - Fāra-Texte: Zeichen sind wahllos in den Fächern angeordnet, Silbenzeichen für

     grammatikalische Elemente selten, ca. 100 Jahre vor Ur-Nanše (um 2500)

   - Steininschriften:

     - Me-silim-Keule aus Ŋirsu (2. Hälfte 26. Jh.)

     - 2 Gefäßbruchstücke aus Adab mit Inschriften des Mesilim (2. Hälfte 26. Jh.)

        Þ Verlust der Rundungen

     - Inschriften aus Lagaš:

        - Steintafel des En-ḫegal von Lagaš

        - früher sehr langgezogene Zeichen gleichen sich an und werden quadratischer

        - Ur-Nanše (1. Hälfte 25. Jh.): Zeichen selten wahllos angeordnet, danach lassen sich keine

           Unterschiede mehr feststellen, noch kein Ortsdeterminativ

        - E2-an-na-tum2 (um 2460): Zeichen immer der sprachlichen Reihenfolge nach, meistens

           Silbenzeichen für grammatikalische Elemente (Þ Schrifstufe III)

     - Inschriften aus Ur und Ubaid:

        - Inschriften der Ur-I-Dynastie alle nach der sprachlichen Reihenfolge geschrieben (Þ III), die

           vom Königsfriedhof nicht Þ Königsfriedhof älter

        Þ Ur-I-Dynastie nach E2-an-na-tum2 von Lagaš (Schriftstufe III)

        Þ Schreibung LÚ Þ Königsfriedhof zwischen Ur-Nanše und E2-an-na-tum2

     - Inschriften aus dem Dijalla-Gebiet

        - Statuetten-Inschrift aus Ḫafagi mit Nennung des Ur-kisala

        - Statuettenfragment aus Ešnunna, späte Inschrift

     - Inschriften aus Mari:

        - Statuette des Tagge (Schrifstufe I)

        - älteste auf einem Siegel des Šar-Il, aus dem Ištar-Tempel c oder d (I-II)

        - Statue des Api-Il (II)

        - Inschriften de Ikun-šamagan: keine geschwungene Linien mehr

        - Inschriften des Königs Iblul-Il

        - Inschriften des Königs Lamqi-Mari

 

Rundbild:

Beterstatuetten:

- Ununterbrochene Entwicklung  von der Mesilim-Zeit bis zur Ur-Nanše-Lugalanda-Zeit

   - Brückenphase: Imdugud-Sukurru-Siegelgruppe, eher zur späteren

- am meisten Funde aus dem Dijalla-Gebiet

- In den Händen halten sie oft Becher oder eine Dattelrispe oder sie haben sie auf der Brust verschränkt.

- Es sind keine Götter, zumindest ab Ur-Nanše wäre eine Hörnerkrone zu erwarten.

- aus Tempelbezirken, immer in den Tempeln vergraben, zeigt meistens den Spender,

   hauptsächlich Palast- und Tempelangestellten dies ist durch Inschriften belegt

- Die Statuetten konnten verehrt werden und Opfer empfangen oder als Ahnenbilder

   nach dem Tod des Spenders aufgestellt werden.

- mehr als 600 erhaltene Beterstatuetten

- Inschriften:

- 87 mit Inschriften, davon nur 43 zumindest z.T. lesbar

- A: Name des Weihenden, meist mit Berufsbezeichnung und Filiation, manchmal mit dem

        Namen der Gottheit

   B: A + Verb, manchmal mit weiteren Angaben

   - Verb sum. a-ru, akkad. SAG.RIGx Þ šarākum = schenken?

- Schema B folgt auf A, A kommt aber noch gleichbzeitig zu B vor

- aus dem Dijalla-Gebiet keine Inschriften des Typs A

- weibliche Statuen mit Inschriften selten

- Entwicklung:

Uruk-Zeit:

- naturnaher Stil

1. Übergangszeit/FD I:

- rundplastisch nicht belegt

  Mesilim-Zeit/Frühes FD II:

  Stilstufe I:

  - erscheint als primitiver Neubeginn

  - Nachahmung der Metallplastik?

  - belegt in

     - AB-Ú-Tempel von Ešnunna in seinem Stadium als Square-Tempel I

     - Sîn-Tempel S. VIII-IX in Ḫafaği

     - Nintu-Tempel V-VII in Ḫafaği

     - Šara-Tempel in Tell Ağrab: Earlier Building, Main Building

     - Nippur Inanna-Tempel VII

     - Nippur Nordtempel

- Stereometrisierung und Geometrisierung der Körperformen

   - halblanger Rock bei Männer (wirkt wie ein Zylinder)

   - breitschultriger Oberkörper in Form eines Dreiecks

   - brettförmig dünn, Brust und Arme nicht plastisch

- Bemühung der Abtrennung einzelner Körperteile:

   - vom Körper losgelöste Arme

   - freie Stellung der Beine, Versuch auf Stützen zu verzichten

- aber Detailbemühen:

   - gelegentliche Wiedergabe von Details wie Brust und Rückgrat

   - vielfältige Handhaltung

- aber ungewöhnliche Stellungen:

   - z.B. ein Kniender, nackt mit Gürtel (ist keine Beterfigur)

- Gesicht:

   - manchmal übergroße Augen, kräftige, leicht gebogene, spitze Nase, kleiner Mund

- Frauendarstellung:

   - glatter gewickelter Mantel mit freier rechter Schulter, selten auch mit Schuppen

     I a: Gewandzipfel über der linken Brust eingesteckt

   - Haare in einem Zopf nach hinten um den Kopf gelegt (Tell Asmar, Ḫafaği)

   - Haare im Nacken verflochten (Tell Ağrab)

- Männerdarstellung:

   - halblanger gewickelter Rock

     - Rock meist zur Hälfte glatt, endet unten in Zotten oder Fransen

     - zwei mit Rock der aus durchgängigen Zotten besteht

     - mehrstufiger Schuppenzottenrock aus Ḫafaği

   - Wulst oder Gürtel an der Taille

   - Haar- und Barttracht: langer, rechteckiger Vollbart, langes in der Mitte gescheiteltes und in

     zwei Strängen nach vorne gelegtes Haar

     - vereinzelte kahlköpfiger, bartlose Männer

     - 2 langhaarige, bartlose Jünglinge (?)

   - Ausnahme: Darstellung des Gürtelhelden

Stilstufe IB:

- Belegt in:

   - AB-Ú-Tempel von Ešnunnain seinem Stadium als Square-Tempel I

   - Sîn-Tempel S. VIII-IX in Ḫafaği

   - Nintu-Tempel V-VI in afaği

   - afaği: Tempel-Oval I

   - Šara-Tempel in Tell Ağrab

   - Tell uera

   - Nippur Inanna-Tempel VII

- größere Verbreitung des Schuppenstoffes

- Der vertikal Saum ist nicht mehr zu sehen.

- Die Männerfrisur passt sich mehr der Gesichtsform an und lässt Stirn und Ohren frei.

- einheitlichere Darstellung

- Stütze, die so breit ist wie die Basis und der Rock

- ausgewogenere Darstellung

- keine rein zeichnerische Angaben mehr

- deutlichere Ausprägung des Körpers unter dem Gewand

- stärkere Gesichtsgliederung: Grübchen, Backenknochen, Doppelkinn, Lächeln

- Fāra-Zeit / spätes FD II - FD III a: Stilstufe II

- Fāra-Zeit (Schriftstufe) / Imdugud-Sukurru-Stufe (Glyptik)

- belegt in:

   - Ḫafaği: Sîn-Tempel IX Niveau 1 (II a) und 5 (II b) und Nintu-Tempel VI-VII

     Tempel-Oval I-II

   - Tell Ağrab: Šara Tempel

   - Nippur: Inanna Tempel VII und Nordtempel

   - Mari

   - Assur

   - Tell Aswad

- ausgeprägter längerer Zottenrock- bzw. -mantel löst den Schuppenstoff ab, glatte Stoffe gibt

   es weiterhin

   - Rock meist aus sechs Reihen zusammengesetzt

- Männer: kahlköpfig, kurzer mit ausrasierter Oberlippe oder gar kein Bart, Bart in Mari mit

   Löchern plastisch gemacht

- Frauen: veränderte Kranzflechte, Bänder im Haar, Turban, Polos aus Mari und Terqa

Stilstufe II a:

- Modellierung der Oberarmuskeln, des Oberkörpers

   - Schönes Beispiel: Bild des Ur-kisala, šanga’um des Su’en Akšakiyum, älter als Eanatum

     - dicker glatter enganliegender Rock

- archaisches Lächeln

- Doppelkinn und Nackenfalte

- Stützen werden häufiger

Stilstufe II b:

- bessere Ausarbeitung des Oberkörpers

- FD III b / Ur-I-Zeit: Stilstufe III (ab 2460)

- Belegt in:

   - afaği: Nintu-Tempel VII, Tempel-Oval II-III

   - Tell Asmar: Single Shrine Tempel I

   - Ur: Beterstatuette des En-te-me-na von Lagaš (um 2430) aus Diorit für den Enlil des E2-Adda (U 805)

     Entemena-Figur

   - Mari: Lamqi-Mari-Figur und weitere

   - Assur: Konsistorialrat

   - Ŋirsu

   - Adab     

- kaum mehr Funde aus dem Dijalla-Gebiet

- keine entscheidenden Neuerungen

- Frauen: nicht mehr mit Kranzflechte, großer Nackenknoten verbreitet

- Männer: gelegentlich mit Knotenfrisur und langem Bart, im Zusammenhang damit ein

   Zottenmantel, der sich aber von denen der Frauen unterscheidet, er ist zweiteilig

- Die Bewegung der Figuren wird zurückgenommen.

- Bekleidung reicht meist bis auf die Füße und geht hinten in den Sockel über, fast nur noch

   ein Fenster für die Füße ausgespart !

- Zotten ganz gleichmäßig, Rock setzt meist sehr hoch an

- Vereinfachung naturalistischer Formen

- flach an den Oberkörper gepresste Oberarme

- Mari:

- sehr viele Beterstatuetten doch schlecht dokumentiert

- kaum Figuren der Stilstufe I

- Besonderheiten:

   - gebohrte Löcher im Bart zur Trennung der Strähnen

   - kleine Locken an den Schläfen

   - Frauen mit hoher Kopfbedeckung

- einheitlicher Stil

- Kunsthandel:

- Beterstatue: 40 cm hohes Sitzbild, dem Nin-Ŋirsu, auf Geheiß eines A-imdugud, für das

   Leben des Schreibers Dudu (ca. 2650-2450)

- Beterinnenstatuette aus Kalzit: Zottenmantel, eingelegte Augen, kranzförmige Haartracht

   (nördliches Mesopotamien, 1. Hälfte 3. Jt.)

- Literatur: Beter-Statuetten:

- Agnes Spychet: La Statuaire du proche-orient ancien

- Baghdader Mitteilungen 1 : 1960 von Strommenger

- Eva Braun-Holzinger: Frühdynastische Beterstatuetten

- Eva Braun-Holzinger: Mesopotamische Weihgaben der Frühdynastischen Zeit

   bis zur Altbabylonischen Zeit

- Eva Strommenger: Acta Prähistorica et Arch. 1971

 

Sonstige anthropomorphe Figuren:

- unbekleidete Figuren mit dreifachem Gürtel stellen den Gürtelhelden dar

- Alabasterfigur: Mann, nackt nur mit Wülsten, Löcher an den Seiten des Kopfes

   Þ möglicherweise für Hörner Þ Mischwesen, Gott; aus Umma

 

Tierfiguren:

- Stilstufe III: (FD I)

- 26 Tierfiguren, 90 % Amulette, 17 aus dem Dijalla-Gebiet, davon 14 aus dem Šara-Tempel

   von Tell Ağrab

- keine besonders gute Qualität

- Motive:

   - Sprungmotiv nicht belegt

   - Inversionsmotiv erstmals belegt

- Formen:

   - verstärktes Abweichen von der naturgegebenen Form

     - Verflachung der Körperausbuchtungen wie II B

     - Kennzeichnung der Einzelteile durch eingeschnittene Linien wie II B

     - Hand- und Fersengelenke setzen sich von der geschlossenen Form wie noch bei I und II A üblich ab

        Þ Lösung vom Boden

     - Konische Gestaltung von Körperendungen

- Stilstufe IV:

- Form: weitere Verflachung

- Trennung der einzelnen Körperteile voneinander

 

- Das Wisent:

- älter FD: natürlichere Darstellung, dreieckiger Bart

- Me-silim: rechteckiger Bart, jünger ornamentalisierter Fächerbart mit Nasenring

- wird vom menschengesichtigen Wisent abgelöst

 

- Funde:

- Löwe aus Stein aus Tempel BA, Phase 2 in Urkeš

- Vogel mit Löwenkopf und Inschrift aus S. 8, Sin-Tempel in Hafagi

 

Flachbild:

Keulenköpfe:

- Keulen gehören seit spätestens frühdynastischer Zeit nicht mehr zur Bewaffnung von

   mesopotamischen Kriegern. Sie sind vor allem Waffen der Götter und finden sich

   dementsprechend in Tempeln, nicht in Gräbern.

- waren wohl aufrecht im Tempel aufgestellt

- FD meist aus Kalkstein

- Ur-I-Zeit: auch Metallkeulen

- Weihung für die eigene Person ist bei Keulenköpfen FD nicht belegt

- keine bestimmten Götter feststellbar, denen Keulen geweiht wurden

- FD besonders zahlreich aus dem Dijalla-Gebiet (500)

- Formen:

- Frühsumerisch und Frühdynastische lassen sich von der Form her noch nicht klar von

   einander abgrenzen

- Geläufigster Typ: hochovaler Längsschnitt, oft mit stark umknickender Schulter, aber auch

   eiförmig gerundet Þ kommen mit Ende FD aus der Mode

- Birnenförmige: über die gesamte Zeit

- gleichzeitig auch gedrungene. nahezu kugelförmige Keulenköpfe belegt

- keine wulstige oder scheibenartige Verdickung um oberes und unteres Loch

- Oberfläche / Verzierung:

   - völlig glatt, oder mit parallel geführten Kerblinien und Ritzungen in geometrische Muster

     unterteilt

   - figürlich verzierte besonders FD, später weniger

   - oben liegt gelegentlich ein reliefiertes Tier

     - Löwe: Lagaš, Ḫafaği, Mari (Zeit?)

   - Wandung verziert:

     - mit Löwen: Ḫafaği, Sippar, Ŋirsu (Zeit?)

     - mit Löwenadler über zwei Capriden: Ŋirsu (FD)

- Funde:

- birnenförmige Keulenköpfe aus Tell al-Judaidah (FBZ I: 3100-2900, Amuq G)

- Me-silim-Keule aus Ŋirsu: 19 cm hoch, Kultgegenstand, dekoriert mit 5 umlaufenden Löwen

   auf den Hinterbeinen; oben Adler mit Löwenkopf (Anzu-Vogel): Der Gott Nin-Ŋirsu, Anzu,

   Symboltier von Ŋirsu; Inschrift: Mesilim von Kiš, Erbauer des Nin-Ŋirsu-Tempels von Lagaš,

   Lugal-šag-engur, Ensi von Lagaš, erwähnt auch den König von Adab

   Þ flacher und stilisierter als die Urukzeitlichen Flachbilder

- Keulenkopf des Wesirs Barrakib: Anzu auf 2 Löwen, Beamter mit 2 Dienern aus Ŋirsu,

   dem Nin-Ŋirsu für das Leben des En-an-na-tum2 von Lagaš (I oder II? um 2450/2410) geweiht

- Tell Ağrab, Šara-Tempel, Main-Level: Keulenköpfe aus denen vier Löwenköpfe herausragen

- Keulenköpfe aus dem Tempel-Oval: FD I – FD II-Zeit in Ḫafaği

- Keulenköpfe aus dem Nintu-Tempel in Ḫafaği

- Keulenköpfe aus dem Nini-ZA-ZA-Tempel in Mari

- Keulenkopf mit Schlange und Anzu und 2 Gazellen

- Literatur:

- T. Solyman: Die Entstehung und Entwicklung der Götterwaffen, 1968

- Salonen, E.: Die Waffen der alten Mesopotamier, StOr 33, 1966

 

Weihplatten:

- erste echte Wandbilder

- meist rechteckig, 2-12 cm dick, 10-50 cm Seitenlänge

- mit einem Loch in der Mitte (2-7 cm lang), wahrscheinlich mit einem Nagel an der Wand befestigt

- selten ausschließlich ornamental

- Vorstufen: FD I (nicht sicher belegt)

- Fragment einer Weihplatte aus Tell Asmar, Archaic Shrine II: weder abgebildet noch beschrieben

- Zwar in Mesilim-zeitlicher Schicht gefunden, aber wohl älter:

   - Ešnunna: 1 aus dem Square Tempel I

     - 3 Bildfriese

   - Ḫafaği: 1 aus dem Temple-Oval I

     - 2 Bildfriese

   - Nippur: 1 aus dem Inanna-Tempel VIII

     - 1 Bildfries

- breite Rahmung

- starre extrem stereometrische Gliederung, keine Angabe des Mundes, schnabelartige Nase,

   übergroßes kugelrundes Auge,

- vgl. Stele aus Larsa: ähnliche Zottenangabe durch Dreiecke, trapezförmiger Rock

- vgl. Platte aus Nippur mit einem Steatit-Gefäß aus dem Sîn-Tempel in Ḫafaği

   nimmt an das die Gefäße FD I sind Þ wohl nicht

Þ nicht sehr überzeugend

- Vergleich mit Motiven der Scarlett-Ware zweier Vasen, da die auch nicht sicher datiert sind

Þ nicht überzeugend

- vgl. mit Gylptik Þ nicht überzeugend

- Klassische Mesilim-Zeit: Frühes FD II

Vergleichbares und Datierhilfen:

- stilistische Zusammengehörigkeit mit den Darstellungen im Rundbild, fast identische

   Formgebung und Detailausführung

- Ähnlichkeit auch zur Glyptik

- 2 Reliefdarstellungen auf den Standsockeln von Beterstatuetten

- Mesilim-Keule (Gehört nicht in diese Zeit, ist später)

- andere verzierte Objekte

- Schichtdatierung

Techniken:

- keine reinen ritzverzierten Weihplatten aus dem Dijalla-Gebiet, dafür gleich mehrere aus

   Nippur, Kiš und Susa

Material:

- vorwiegend heller Kalkstein oder Alabaster bzw. Gipsstein, selten dunkle (bituminöse)

   Gesteinsarten oder Schiefer

Proportionen:

- fast immer annähernd quadratisch, manchmal etwas breiter

Dimensionen:

- 13-40 cm Seitenlänge, 1,4-6 cm dick

- Nagelloch: 1,4-5,4 cm breit

- Relief selten höher als 0,5 cm

Formale Prinzipien:

- meisten drei Register

- Bildfeld ist immer gerahmt

- auch Nagelloch meist gerahmt

Motive und Themen:

- Symposium (am häufigsten)

   - vorwiegend im obersten Register: kultisches Festmahl, Bankettszene

   - an dem Festmahl nehmen meist eine Frau und ein Mann teil, möglicherweise als Stellvertreter der

Gottheiten, die sich auf Thronsesseln gegenübersitzen, der Mann meist rechts und die Frau links, sie halten meist einen Becher oder Saugrohr in der einen und einen Wedel (Dattelrispe) in der anderen Hand. Sie werden von einer kleineren oder größeren Schar von Untergebenen bedient, Diener, Musikanten, Mundschenke gehören dazu, des weiteren ist allerlei Mobiliar und Gerätschaften abgebildet: Speisetische, Mischkrüge, Vorratsgefäße, Gefäßständer und Schemel

   - ist auch von zahlreichen Rollsiegeln bekannt

   - im mittleren Register:

     - werden meist Getränke und Tiere zum Schlachten herbei gebracht, sowie andere Vertreter des

        Kultpersonals

        - oder nur antithetisch abgebildete Tiere in Verbindung mit stilisierten Pflanzen

        - manchmal ist auch ein Mann mit einer Weihplatte und einem Pflock in der Hand abgebildet,

   - im untersten Fries: unterschiedlichste Darstellungen

     - Vorführung von Kult- bzw. Kampfwagen oder eine Bootsszene

     - ebenfalls ein Zug von Gabenbringer

     - aber auch mal Ringkämpfe dargestellt;

 

- Figurenband: (mehrfach) über alle Register

   - mythologisch-heraldische Zusammenstellung von kämpfenden Helden, Tierbändigern, Mischwesen,

     Haus- und Raubtieren

   - auch in der Glyptik beliebt

- Bilder des Symposium und des Figurenbandes auf einer Platte

   Þ gedankliche Verwobenheit beider Themen

Stilistische Prinzipien:

- Die Darstellungen zeigen keine ausgesprochene Dynamik.

- Die Figuren sind in Reihen übereinander und in geschlossenen Szenen angeordnet.

- Inhalt oder Ablauf der Handlungen ist von unten nach oben abzulesen.

- einfache Reihung mit Isokephalie: alle Figuren mit Ausnahme des Königs sind, ob sitzend

   oder stehend mit den Köpfen in einer Linie angeordnet Þ typisch für diese Phase, später

   dynamischer

- spitze lange schnabelartige Nase, fliehende Stirn, übergroße kreisrunde Augen, schmaler

   Mund, geometrisierter Oberkörper, oft überlängte Beine

- konische Becher und zweig- oder quastenähnliche Wedel

- Thonsessel mit konkaven Sitzflächen und massigen Beinen und horizontalen Querstreben

- nach unten spitzzulaufende Misch- oder Vorratsgefäße, die oft in Standringen aufgestellt sind

- Wagen: von vier Equiden gezogen, Wagenkasten mit Felldecken und Waffen geschmückt

- Kultboote: mit hochgezogenem spitzen Steven

- Pflanzen: mit großen lanzettförmigen Blättern oder sternförmigen Blüten

- Herdentiere

- Löwen: mit typisch mesilim-zeitlicher Mähne in Form von schuppenartigen Viertelkreisen

- Held: mit konischer Mütze oder Zippfelkappe

- chiastische Darstellung von Raubtieren

- Männer:

   - längere oder kürzer Hüftrock mit einem dicken Wulstgürtel mit Quastenabschluss gehalten, in den

meisten Fällen und bei den thronenden Personen immer ist dieser Rock mit einem Zotten- oder Fransensaum versehen, bei Dienerfiguren (nur Wagenfahrer ?) kann er auch aus langen vom Gürtel herablaufenden Zottenreihen bestehen, die in der Mitte auseinander klaffen und darunter einen weiteren glatten Rock mit Zottenabschluss erkennen lassen

   - die thronenden Männer haben durchweg langes quergeriefeltes Haar und einen solchen Bart

   - Frauen:

     - langer Mantel aus glattem Stof, ohne Zottensaum, eine Schulter frei

     - Zopfkranzfrisur

- fast spiegelbildliche Darstellung des Symposiums Þ typisch Mesilim-Zeit

- Funde:

- 5 aus Tell Ağrab

- 2 aus Tell Asmar

- 1 Tempel Oval in Ḫafaği

- 6 Sîn-Tempel Ḫafaği

- 1 Nintu-Tempel Ḫafaği

- 4 aus Häusern aus Ḫafaği

- 4 aus Kunsthandel ws. aus Ḫafaği

- Nippur: 4

- Kiš: 3

- Fāra: 4

- Ur: 2

- Susa: 1

- Kunsthandel: 6

- Susa:

- eigenwillig

- keine älter als Mesilim-zeitlich / Susa D

- flache annähernd quadratische Alabasterplatten mit großem quadratischen Loch

- bildliche Verzierung in Ritztechnik

- durch Ritzlinien eingerahmt

- Motive:

   - Adler

   - Aufteilung des Bildes in 9 Felder, wobei sich geometrische und figürliche Darstellungen abwechseln

   - Motive z. T. zum Nagel ausgerichtet

   - Tierkämpfe

- Datierung: Ende Mesilim-Zeit-Beginn der 2. Übergangszeit

- 3 Ausnahmen: Eine importiert aus Sumer, eine schlecht nachgemacht, eine nicht sicher Weihplatte

- 2. Übergangszeit (2. Hälfte FD II-Anfang FD III a):

   - teilweise mit Inschriften

- Ur-I-Periode / FD III b: ab Mitte 25. Jh.

- etwa die Hälfte mit Inschriften versehen: Weihung an eine Gottheit, Berichte von kultischer Bautätigkeit

Themen:

- mythologische Szenen

   - Held im Kampf mit wilden Tieren und Beschützer der schwachen Tiere

   - Imdugud über liegenden Tieren

   - Szenen mit Göttern

- kultisch-rituelle Szenen:

   - Libation eines Priesters vor einer Gottheit

   - Darstellung des Stifters und seiner Familie: als Beter, Bauherr oder thronender Herrscher

   - Heranschaffung von Opfergaben

- Kombination von kultischen und mythologischen Szenen

Bild-Komposition:

- nur noch selten drei Register, wenn dann ist das mittlere schmaler als die anderenn

- teilweise zweiregistrig

- viele keine Frieseinteilung mehr

- mehrfach unsymmetrische Bildgliederung

- das Loch ist nicht mehr kompositionsbestimmend

- Menschendarstellung:

seit E2-an-na-tum2 von Lagaš (Geierstele) (um 2460) und A-anne-pada von Ur (Tell Obeid, Melkerfries) (um 2440) Þ Mitte 25. Jh. / FD IIIb

- übernatürlich großes Auge, unten nur leicht gebogen fast gerade, Oben stark gebogen

- charakteristische Form des Ohres: überdimensional, zwei parallel laufende sich einrollenden Wülste

- markante Unterkieferpartie

- Konturlinie der übergroßen gerundeten Nase, geht in die Augenbraue über

- Götterdarstellung:

- Götterkrone in ihrer einfachsten Form: flache Kappe mit zwei großen, halbmondförmig gebogen Hörnern

- Augen: doppelumrandet, madelförmig

- Funde:

- Weihplatte mit Streitwagen: FD II, im Gebiet des Friedhofs von Ur

- Tello:

   - 7 Weihplatten von Ur-Nanše

     - 3 zeigen einen Imdugud über zwei Löwen und berichten vom Bau des Tiraš-Tempels

     - 4 zeigen den Herrscher als Bauherr oder thronend  umgeben von seinem Gefolge und

        seiner Familie

        - jede Person wird inschriftlich genannt

        - weitere Beschriftungen

        - Weihplatte des Königs Ur-Nanše (FD III a, um 2500): 40x40 cm, König als Bauherr mit

           Korb auf dem Kopf, Kinder mit Namen, Bankettszene mit König, aus Lagaš

- Weihplatte: vom Groß-Juwelier Lumma dem Gott Ninmu (? meiner Herrin) geweiht,

   oberstes Register: Bankettszene, aus dem Inanna-Tempel in Nippur, Schicht 8/7

- relieffierte Weihplatte, aus S. 9, Sin-Tempel in Hafagi

- Reliefplatte: 40x30 cm, 7 Frauen mit Zottenröcken, spitzer Kopfbedeckung, 2 Zöpfe,

   nebeneinander auf einer Bank sitzend, halten Kinder und Tiere in den Armen, aus Tell Ḫuera

- Literatur:

   - Boese: Weihplatten

 

Stelen und Felsreliefs:

FD Stelen:

- wenig Neuerungen

- Darstellung von mehreren Szenen eines Kampfes bereits seit Uruk

- Kultstelen: älter, zeigen Kulthandlungen, teilweise thematisch mit den Weihplatten verknüpft

   - Götterdarstellungen erst ab Ur-Nanše

- historische Stelen: Stiftungsurkunden, Siegesstelen, Grenzsteine

- Formen: einfache Steine, Kilometersteine, Plattenstele, Pfeilerform

 

Funde:

1. Übergangszeit: FD I ?

- 5. Stelenbruchstück aus Ŋirsu: Kalkstein

- älter als Ur-Nanše, zusammen mit der Kolossalstele und dem sog. Rundsockel gefunden

- linker oberer Teil einer abgerundeten Platte

- Vorder- und Rückseite beschrieben

- kahlköpfiger nach linksblickender Mann

- Schriftduktus: 1. Übergangszeit

- Rechtsurkunde: Feldkauf?

- Grenzen zwischen Schrift und Bild verwischen, die säuberliche Trennung geschieht erst

   später, der Schrift wird viel Platz eingeräumt Þ vgl. Blau’sche Steine, figure aux plumes,

   löwenköpfiger Adler aus Ḫafaği, Kudurru von Larsa

   Þ typisch 1. Übergangszeit

- 6. Kudurru von Larsa (Umma), Kunsthandel

- Rechtsurkunde des Ušumgal

- sich nach oben verjüngender Quader, auf der einen Seite rund

- auf allen Seiten Reliefs oder Inschriften, Reliefs eingetieft, Innenzeichnung und Inschriften eingeritzt

- Vs.: In trapezförmiger Umrahmung steht ein bärtiger nach rechts blickender Mann im glatten

   Rock mit unterem Abschluss in Wimpelform, vor einem Gebäude, seine Hände sind auf der

   Brust verschränkt.

- rS.: eine Frau im Mantelkleid, blickt nach links und hält eine Vase

- Rs.: eine nach links blickende Frau im gleichen Gewand, nur kleiner

- l.S.: zwei Männer hintereinander nach rechts, der zweite ist kalhköpfig und bartlos, sie tragen einen

        geschürzten einfachen Zottenrock, über ihnen ein weiteres Bildfeld mit einer ähnlichen kahlköpfigen

        Person Þ Ende FD I

- laut Inschrift hat der auf der Vs. abgebildete Beamte Ušumgal für seine auf der rechten Seite

   abgebildete Priestertochter ein Gebäude errichtet Þ Schriftstufe I a (vor 2550)

- Gleichwertigkeit von Text und Bild

- 7. Kolossalstele aus Ŋirsu: Unter dem Ur-Nanše-Bau, Kalkstein

- 85 cm hoch, 200 cm breit

- nur das unterste Fries zum unteren Drittel erhalten

- sechs nach links schreitende Beinpaare, abwechselnd nackt und mit einem lanzettartig

   endenden Zottenrock

   Þ Prozession von Kriegsgefangenen und ihren Wächtern

   Þ 2. Übergangszeit, bis zur Zeit von Ur-Nanše genutzt

- 8. Relieffragmente aus Ḫafaği, Temple Oval II und III (FD III a und b), Kalkstein

- Inschrift: Erwähnung eines Königs von Kiš, iššakku von

- 15 Fragmente erhalten

- Kopf eines Mannes mit quer geriefeltem Helm, darüber ein Steg, Helm von reichsakkadischen Soldaten

   bekannt

- zwei Register durch einen Steg getrennt, oben Füße von mindestens zwei Personen unten eingeritzte

   Inschrift

- Oberteil einer nach links gewandten barhäuptigen Person, die mit der Hand etwas auf dem Kopf stützt

- Gewandreste, teilweise geschürzt

- ein linker Fuß und ein Teil eines Vogels

   Þ entstanden Mesilim-Zeit, genutzt bis FD III

- 9. Reliefbruchstück aus Ḫafaği, Temple Oval II und III (FD III a und b), Kalkstein

- zwei gleiche Männer, längsriefeltter langer Bart und langes Haar, Rücken an Rücken

   kämpfend, dem einen wird eine Lanze an den Hals gesetzt

   Þ entstanden Mesilim-Zeit, genutzt bis FD III

- 10. Relieffragmente aus Nippur: Kalkstein

- nur eins veröffentlicht: Ringkampf zwischen zwei Männer, einer mit langem quergeriefeltem Bart und

   Haar, doppelumrandetes Auge Þ Mesilim-Zeit

- vgl. Darstellungen auf Weihplatten Þ Kultdenkmal

- 11. Stele in Tell Ḫuera, Kalkstein:

- Außenbau, mit einer von Stelen gesäumten 70m langen Straße, einzigartig in Vorderasien aus Tell

   Ḫuera (Mesilim-Zeit)

- Aufrechtstehende, unregelmäßige, deutlich bearbeitete Steinplatten von 2-3 m Höhe, in zwei Reihen

   aufgestellt

- nur eine mit Reliefspuren: menschliche stehende grüßende Gestalt

- entspricht dem Typus der neuassyrischen Standartstele Þ Datierung doch 1. Jt.?

- 12. Pfeilerstele aus Bedre, angeblich in einem Tempel, Marmor

- 4 seitig relieffierter Pfeiler, je Seite zwei Friese erhalten durch Stege getrennt

- Sockel

- Ss. I: oben: zwei kahlköpfige Männer, der zweite trägt einen Stab

           unten: 2 kalhköpfige im einfachen Zottenrock tragen je ein Schaf

   Bs. I: oben: 3 knieende Männer in Ringerhose

           unten: 4 kahlköpfige mit verschränkten Händen, schreiten nach rechts

   Ss.II: oben: Musikanten: ein bärtiger im Zottenrock schlägt mit der Hand die Trommel, ein

                        Mann dahinter hantiert mit Klanghölzern (?) ein wohl nacktes Männchen tanzt

           unten: zwei kahlköpfige um ein großes Gefäß mit Standring

   Bs. II: oben:     zwei Ringerpaare in Aktion

           unten: 4 nach links schreitende bärtige, langhaarige Männer

   Þ ähnliche Thematik wie die Weihplatten: Opfertierträger, Beter, Musikanten, (Symposianten), Ringer

- Übertragung eines Weihplattenthemas auf eine Stele

Datierung:

langhaarig-bärtige einfach Zottenrockträger Þ Mesilim-Zeit

rundliche Formen Þ später

Þ 2. Übergangszeit:

- 13/14: zwei sog. Doppelstelen vom Ğebelet el-Beida, Basalt

13: auf Vorder- und Rückseite gleiche Darstellung: bärtiger Mann mit Kappe und

     Zottenmantel, er hält eine Keule, darunter zwei bartlose, barhäuptige Männer in kurzem

     Gewand und mit einer Axt, Schmalseiten unbehandelt

14: auf einer Seite den Torso eines nach links gerichteten Mannes im Zottengewand, auf der

     anderen Seite Reste der selben Figur

- grober Stil, plumpe Figuren, schlechte Proportionen

- in der Nähe von Steinkistengräber, ohne Beigaben

Þ Datierung ? FD III a (?)

- 15. Stele aus Ur, Granit

- Rs.: Inschrift: Genealogie des Ur-Nanše: sein Name und der seines Großvaters noch lesbar

- Vs.: auf einem scheibenartig gestaffeltem Hocker thront eine weibliche Göttin mit

   Hörnerkrone im Mantelkleid, in der erhobenen Rechten einen Becher, in der gesenkten

   Linken einen Wedel, dahinter eine kleinere Person mit einem geschulterten Stab

- lS: eine Frau im langen Kleid hält eine Flasche

- rS. ein rasierter Mann hält eine Schärpe

Þ älteste Darstellung einer Gottheit als Hauptperson

- 16. Stele aus Lagaš (Tell al-Ḫiba), Kalkstein:

- Platte, die sich nach oben verjüngt, alle Seiten tragen Bildfelder

- Ähnlichkeit mit dem Kudurru von Larsa

- schlechte Steinqualität und Bildqualität

- Rs.  oben: laut Inschrift: Ur-Nanše und sein Diener Anita

        - beide kahlrasiert, tragen lange glatte Röcke

        unten: E-bara-abzu (seine Gemahlin?) und Ninuzu seine Tochter

        - sitzen sich gegenüber,

   lS.: vielleicht der in der Inschrift erwähnte ensi Ur-sag-dingira, trägt einen anderen in der

        Mitte durch zwei sich entgegenwölbende Säume charakterisierten Rock

   rS: vielleicht zwei Söhne des Ur-Nanše

- Prozession vor eine Göttin und eine Symposiumsdarstellung

- 17: Geierstele aus Ŋirsu:

- Siegesstele des E2-an-na-tum2 von Lagaš (um 2460) über Umma

- 1,80 hoch, 1,30 breit, Kalkstein, oben abgerundet

- Vorderseite: Götterdarstellungen (Nin-Ŋirsu?), hält in einem Netz die Gegner gefangen

     und schlägt drauf ein, das mit dem Anzu-Vogel versiegelt ist, hinter ihm eine göttliche

     Begleitperson mit einer Adler-Standarte, darunter sein Wagen mit Wagenfahrer und davor

     eine weitere göttliche Person

- Rückseite: Herrscherdarstellung, E2-an-na-tum2 führt im oberen Abschnitt eine mit Schild und

   Speer bewaffnete Phalanx an, darunter fährt er in einem Streitwagen und sticht mit einer

   Lanze auf einen Gegner ein, im dritten Abschnitt Errichtung eines Tumulus für die gefallenen Gegner,

   Geier tragen oben Teile von Gefallenen weg, ganz unten: Kampf gegen einen zweiten König

- Inschrift: berichte die über einen Grenzkonflikt zwischen Umma und Lagaš, E2-an-na-tum2 der Herrscher

   von Lagaš war der Sieger

- horror vacui

- Sonstiges:

- Stele wahrscheinlich aus dem Inanna-Tempel aus Lagaš

- Kalksteintafel mit Reliefdarstellung und Inschrift: Mann im Netzrock und federartigem

   Kopfschmuck, in der linken hält er eine keulenförmige Standarte; Die Inschrift ist sehr

   unverständlich und handelt von Feldern, aus Ŋirsu.

- Fragment eines Kalksteinreliefs aus Ḫafaği: Mann mit Fransenrock vor einem zweispännigen Wagen,

   Zügelringe erkennbar (Stil FD II/III)

- Relieffragment: Löwe greift einen Hirsch an, ws. aus Kiš

- Literatur: Stelen und Reliefs

   - Börkher-Klähn, J.: Altvorderasiatische Stelen und vergleichbare Felsreliefs, BaFo 4, Mainz 1982

 

Intarsienarbeiten:

- Steineinlagen aus Kalkstein oder Muscheln, häufig geritzt

- geritzte Zeichnungen überleben nicht in die Akkade-Zeit

- Funde:

- Tell Asmar/Ešnunna, Square Abu-Temple: früheste bekannte Mosaiken Þ FD II

   - Menschen

- Kiš: Palast A: Schiefer-Platten mit Muschel- oder Kalksteineinlagen

   - Raum 35:

     - Prozession von Soldaten und Gefangenen

     - Teil einer Bankettszene aus Perlmutt: zwei sitzende, ein Sänger mit Zimbeln

   - Raum 61:

     - Prozession von Soldaten und Gefangenen und verschieden Tiere: Ziegen Stiere, Widder

     - Bankettszene mit vermenschlichten Tieren, Sänger mit Zimbeln, aus Perlmutt

   Þ FD II-FD III a: Fara-Zeit

- Nippur: Mosaike Þ FD II-FD III a: Fara-Zeit

- vom Königsfriedhof in Ur: FD III a (1. Hälfte 25. Jh.)

   - Auf dem Resonanzkasten von Musikinstrumente mit Rinderköpfen mit Bart:

Beschützender Held mit Rindern, Tiere mit menschlichen Handlungen, Skorpionmensch

   - Auf Möbeln

   - Standarte von Ur: ein sich nach oben verjüngender Kasten, 3 Register

      - eine Seite Kriegsdarstellungen:

        - 1. Register: Streitwagen mit zwei Achsen und Scheibenrädern, Herrscher und Gefolge ihm wird

           ein Zug Gefangener vorgeführt;

        - 2. Register: Kampf Mann gegen Mann;

        - 3. Register: mit Streitwagen werden die Feinde niedergeritten; Tracht: einfacher Zottenrock

      - eine Seite Bankettdarstellungen:

        - 1. Register: thronender Herrscher im mehrstreifigen Zottenrock gegenüber einer Reiher sitzender

           Männer mit Trinkgefäß im einfachen Zottenrock, Leierspieler und Sänger,

        - 2. und 3. Register: Herbeiführung von Tieren und Säcken

   - Spielbrett

- Tell el-´Obeid aus dem Ninḫursaŋ-Tempel:

   - „Melkerfries“: eine in Kupfer gefasste Einlegearbeit, Einlagen aus schwarzem Schiefer

     oder Muscheln: Menschen beim melken und Milchprodukteherstellung, Tempel, Tiere

     Þ Kultische Darstellungen, Tierdarstellungen

   Þ wird mit einem Tempel des A-anne-pada von Ur (um 2440) in Verbindung gebracht: FD III b

- Standarte von Mari, aus dem Ištar-Tempel S. A: Steineinlagen aus Kalkstein oder Muscheln

   Kriegsdarstellungen und Kultdarstellungen/Opferszenen, Krieger führen gefesselte Feinde vor den König

- Fragment eines Einlagebildes aus dem Ištar-Tempel in Mari: zeigt einen Zügelring mit Stier

- 5 Elfenbeinplättchen eines Einlagebildes aus dem Šamaš-Tempel in Mari: zeigt einen

   angeschirrten Onager mit unverzierten Zügelringen und einen Teil des Wagenaufbaus

   Þ FD III a-b

- Uruk: aus dem Kunsthandel: meist kleine quadratische Platten mit einem einzelnen Motiv

   - Auge, kahler Zottenrock- und großen Wasservogel-Träger, Wisent, kniender Mann mit

     Speer, Gazelle u.a.

     Þ FD III

- Bismaja: FD III

- Literatur: Moorey: Iraq 29, S. 97

 

Schmuck:

- Brustschild aus Goldblech aus einer Gruft in Mari, FD I

- Königsgräber von Ur: (1. Hälfte 25. Jh.)

- Ketten mit goldenem Blattwerk

-  Nadeln, Ringe, Ohrringe, Halsketten, oft Halsband mit wechselseitigem Dreiecksmuster; Kleidung

   - Kopfschmuck der Puabi: Goldohringe, Blätterkränze, Blütenstrauch

   - 2 verzierte Goldperlen aus Grab PG 580

   - Perlenketten

- Schatz von Ur aus dem Palast in Mari:

- Anzuvogel-Anhänger: Körper aus Lapislazuli, Gesicht und Schwanz aus Gold, FD III b

- Perle: Lapislazuli mit Inschrift des Mes-an-ne-pada von Ur (um 2460), erwähnt auch seinen Vater

   Mes-kalam-dug

- Perlenkette

- Obeliskförmiger Goldanhänger mit Guilloche-Motiv aus Tuba/Tell Umm el-Marra,

   Westsyrien, ähnlich den verzierten Goldperlen in Ur PG 580

   - weitere Schmuck von dort

 

Tracht:

- Zottenrock: anfang nur am Saum, später mit mehreren Zottenreihen übereinander

 

Sonstiges:

- goldene und steinerne unbeschriftete Gründungstafeln aus dem Palasttempel in Mari

 

 

Akkad-Zeit: 2334-2193 v.Z.

Geschichte:

 

Neuerungen der Akkad-Zeit:

- Statt Zottenrock nun Wickelrock

- Bart des Königs im Korkenzieher-Look: typische Haartracht

- Beter-Köpfe (?)

 

Charakteristisch für die Akkad-Zeit:

- Vergöttlichung des Königs

 

Metallarbeiten:

- Metallplastik aus der Akkadzeit kaum belegt

 

Gründungsnägel:

- Gründungslöwen aus Urkeš: Akkad - Ur-III-zeitlich

- Kunsthandel:

   - Gründungsnägel: Darstellung des Königs als Bauherr mit Korb auf dem Kopf

     Gründungsstatuetten: Darstellung wie bei den Nägeln, nur mit Unterkörper

 

Sonstiges:

- Kupfer- und Goldgefäße

- Kupferspiegel

- Waffen aus Kupfer: Messer, Schwerter, Äxte

 

Rundbild:

- plastischere, realistischere Körperformen, Gewandfalten, Angabe der Muskulatur

- weiterhin unbewegt, aber nicht so gedrungen wie Stil III

- Frauen in Ganzkörperzottenröcken bzw. Mänteln

- schlankere Proportionen als zuvor

- viele insgesamt größer

- Gewandfalten

- Augenbehandlung: von dicken plastischen Rändern umgeben, oben ist der Rand zur

   Wiedergabe des schweren Oberlides dicker als unten

- Die Königsstatuen waren wohl weiterhin als Beterfiguren im Tempel aufgestellt, allerdings

   gibt es weniger Statuen von Privatpersonen.

- Quelle des Diorit: Magan (Oman)

 

- Funde :

   - stark zerstörte Statue aus Qadisijah (Agade ?), nur Füße erkennbar

- Kunsthandel:

- Sitzbild der Göttin Narunte im Zottenmantel, auf einem mit Löwen verziertem Thron (nach

   Susa entführt)

- Kopf einer männlichen Figur: Scheitel, Bart, Unterkiefer abgebrochen

- Kopf einer männlichen Figur: Lockenreihe auf der Stirn (vgl. Kiš), Vollbart mit ausrasierter

   Oberlippe

- Oberkörper einer männl. Figur: schlecht erhalten, aber erstmals mit sumerischem Mantel (aus Susa)

- Kopf, sehr naturalistisch, wahrscheinlich aus einer elamischen Werkstatt, mit Turban, vollständiger

   Guss

- Basis Unterkörper einer Statue, Standartenträger mit Inschrift, Gürtel, vergleichbares in der Glyptik

- Manistūšu-Statue aus Susa (Unterkörper) aus Diorit mit Wickelrock (glatter Stoff mit Fransen)

   Þ wird zum typischen Königsrock für die nächste Zeit

   der König sitzt auf einem Stoff, der den Göttern vorbehalten ist

   Þ Anzeichen für Vergöttlichung

- Fragment eines Maništūšu-Sitzbildes (aus Susa)

- Maništūšu-Statue auf gefallenen Feinden stehend ohne Oberkörper mit Wickelrock

   - Füße, Reste einer Narām-Sîn-Statue, sehr realistisch

- Sehr gut ausmodellierter Oberkörper mit der Inschrift eines Schreibers des Narām-Sîn (nach

        Susa entführt)

     - Frau im Mantel

     - Schützende Göttin im Falbelgewand

 

Flachbild:

- typischer Haarknoten mit Stirnband beim Herrscher

- mehrfache Hörnerkrone bei Göttern

- hauptsächlich Triumphszenen, wenige Kultdarstellungen

- Neues Motiv: Wassersprudelnde Flasche

 

Keulenköpfe:

Akkadzeit/Neusumerisch:

- apfelförmige oder nahezu kugelförmig

- wulstige oder scheibenartige Verdickung um oberes und unteres Loch

 

Weihplatten:

- Weihplatte nur noch selten, dann meist nur mit Inschrift

 

Kunsthandel:

- Alabasterplatte:

   In einem Leitergestell beschränkte, gefesselte, nackte Gefangene, fein modelliert

- verschiedene Darstellungen auf Bruchstücken von Stelen:

   - Netz voller Feinde, wie auf der Geierstele, vor Ištar, der Hauptgöttin von Agade,

     mit Keulen, die aus den Schultern wachsen

   - kleines Gefäß, ähnlich der Anatolischen Þ Hinweis auf Anatolienfeldzug

 

Stelen:

- Sargon:

- Sargonstele: bruchstückhaft

   - gedrungene Proportionen, schematische Gesichtbildung, einfache Aneinanderreihung der Figuren

     Þ frühdynastischer Tradition

   - Kriegsdarstellung

   - König mit Keule, mit Zottenmantel, Keule, Haarknoten und Zopf

   - Diener mit Sonnenschirm

   - Soldaten mit Äxten bewaffnet

- Runde Kalzitscheibe der Tochter des Sargon, Hohepriesterin des Nanna in Ur, Darstellung eines Altars

   oder einer Zikkurrat (drei oder vierstufig), Priesterin im Falbelgewand, aus Ur

   Þ Priesterin nimmt in der Zeremonie die Rolle einer Göttin (des Gottes) an

- Relief des Sargon mit FD-typischer Darstellung (Frisur, Zottenrock)

- Stelenbruchstück: Gottheit schlägt mit einer Keule auf ein Netz mit Feinden ein (Sargon?)

- Maništūšu:

- Maništušu-Stele (Obelisk): enthält einen Bericht über Grundstückskäufe: Der König kauft Land von 4

   Gruppen.

- Narām-Sîn:

- Stele des Narām-Sîn, in Susa gefunden: 2 m hoch, Sandstein

Kriegsdarstellung mit Landschaftsbild, König mit einem Reflexbogen, einer Axt und einem Pfeil in den Händen, mit Hörnerkrone, Schurzrock, Sandalen, aufsteigend über Feinde stehend, gegen die Lullubäer, bzw. Kampf im Gebiet Lulluba, naturnahe Darstellung von einem Baum, diagonale Bildgestaltung Þ Dynamik;

Gottesdeterminativ vor dem Namen Naram-Sîn,

Þ Vergöttlichung, er wird wegen seiner vielen Siege von Ištar in den Kreis der Götter aufgenommen

- Stele des Naram-Sîn aus Diyabakir mit den Göttern vorbehaltenem Falbelgewand und konischer

   Kopfbedeckung Þ Vergöttlichung

 

Sonstiges:

- Fundort Hafagi: Tierdurcheinander, vgl. ägyptische Schminkpaletten

- Fundgebiet Dijalla: Gefäß mit Darstellung eines Helden mit Buckelrind,

   vgl. Industal-Kultur

 

II. Dynastie von Lagaš: Akkad - Ur-III-Zeit

- Gudea von Lagaš: Irgendwann zwischen ca. 2150-2090 v. C

   - Zeitgleich ca. mit dem Ende der Akkad-Zeit, der Gutäer-Zeit und dem Anfang der Ur-III-Zeit

 

Geschichte:

 

Flachbild:

- Figuren schlanker als im Rundbild

 

Funde ohne Fundort:

- Stele des Gudea von Lagaš:

   Gudea mit zwei ihn vor einen thronenden Gott führenden Göttern im Bogen,

   darunter mehrere Register mit ähnlichen Darstellungen

- Stelenbruchstücke

 

Rundbild:

Statuen:

- Statuen des Gudea: 30 gut erhaltene insgesamt ca. 100, mit neusumerischem Mantel mit geradem

   unteren Abschluss (besser Togagewand, da es bereits Narām-Sîn trägt), recht          einfach ausgeführt, ohne

   Verzierungen, Schematisierung der Gewandfalten und Muskeln, kurzer Hals, mit typischer erstmals

   aufgetretener Breitrandkappe des Königs, mit Beischrift auf der rechten Schulter, schwerere vereinfacht

   wiedergegebene Gewänder, Körperformen scheinen nicht durch, gedrungenere Proportionen, vollere

   Gesichter

- Augenbrauen schraffiert bzw. im Fischgrätenmuster oder eingelegt, stoßen in der Mitte

   zusammen

- 2 Statuen seines Sohnes und Nachfolgers Ur-Nin-Ŋirsu

- zwei Werkstätten erkennbar: eine hat einen naturnäheren Stil

- Stil hält sich bis in die Ur-III-Zeit

 

Gründungsstatuetten:

- kniende bärtige Gottheit mit Hörnerkrone und Nagel

- Korbträger

 

Funde ohne Fundort:

- viele unzusammenhängende Bruchstücke von Gudea-Stelen vorhanden

- Gudea-Statue A: sehr schön, 1,25 m

- Gudea-Statue B mit viel Inschrift

- Gudea-Statue I: sitzend, 45 cm

- Gudea-Statue N: verfremdete Gudea-Statue mit aribalus-Gefäß, aus dem Wasser mit Fischen

   sprudelt Þ unrealistisch (göttlich)

- Gudea als Bauherr: 2 Statuen, sitzend mit Grundrissplan eines Tempels auf den Knien

- Nin-alla Statue ohne Kopf, Frau von Gudea

- Statuen des Ur-Nin-Ŋirsu: Darstellungen werden schlanker, natürlicher, Gewänder stofflicher

   - Statue steht auf einem Sockel mit Opferdarstellungen, vollverzierte Breitrandkappe

   - Statuenfragment des Ur-Nin-Ŋirsu: Oberkörper und Kopf, mit Mäandern verzierte

     Breitrandkappe, Vollbart

- Statue mit Bart, etwas mehr Schmuck, etwas weicher, schematisierte Frisur, sonst ähnlich

- Statue mit rasiertem Kopf Þ Priester, den Gudea-Statuen ähnlich aber qualitativ schlechter

- Oberkörper und Kopf einer Gudea-ähnlichen Statue: kahl, neusumerischer Mantel, etwas

   länglichere Gesichtsform als bei Gudea

- Gott mit Gründungsnagel aus Metall mit spitzer Hörnerkrone mit vielen Hörnerpaaren

- Frauen tragen einen anderen Wickelrock, der beide Schulter bedeckt

- kleine sitzende und stehende weibliche Beter-Statuetten

- weiche Gesichtsmodellierung

Þ

Die Breitrandkappe setzt sich durch die Ur-III-Zeit bis in die altbabylonische Zeit durch.

 

Neuerungen:

- Breitrandkappe des Königs

 

 

Ur-III-Zeit, III. Dynastie von Ur: 2112/1-2004/3 v. Chr. (m. Chro.) / 2050-1950 v. Chr. (k. Chro.)

Geschichte:

 

Neuerungen der Ur-III-Zeit:

- langsames Aussterben der sumerischen Sprache

- Bau von Zikkurrat

- Darstellung der Götter mit Ring und Stab

 

Metallurgie:

- Gründungsfiguren:

   - Ur-Nammu: voll anthropomorph gearbeitet

     - Korbträger, mit Inschrift aus Nippur

 

Flachbild:

In dieser Zeit meist Darstellungen von kultischen Handlungen, insbesondere die Einführungsszene

- Weihplatten: ohne Register

- Wasserbecken, Kultvasen, Keulenköpfe, Stelen

- Relieffiguren unterworfener Gegener auf dem Sockel von Statuen

- Funde:

- Felsrelief nahe Suleimānīja, Ostirak: einheimischer König in der Pose von Narām-Sîn, mit

   Breitrandkappe, vor Ištar Þ spätes 3. Jt.

- Felsrelief des Šulgi(?) an einem Pass im Zagros:

   - König über besiegte Feinde, ähnliche Pose, wie auf der Stele des Narām-Sîn

   - Funde ohne Fundorte:

- Keulenkopf mit Schlange und Anzu

- Stele: 60cm, Kalkstein

   - thronende Gottheit (Šamaš), Libation in ein Gefäß mit einem Bäumchen

- Stele des Ur-Nammu:

   Vorderseite:

   - 3m hoch, in Bruchstücken, rekonstruiert

   - mehrere Register

   - König vor Gott und Göttin

   - 3. Register: König dem Gott folgend mit Baugeräten

   - Libation

   Rückseite:

   - Bankett- und Ritualszene: rituelle Waschung

- Kodex Ur-Nammu

 

Rundbild:

- Götterbilder waren wahrscheinlich schon größtenteils aus Metall

   Þ Stein ist out

- Ur-III / Lagaš-II: thronende Rundbilder

   - mehrere kopflose Statuetten aus verschiedenen Fundorten, oft mit Gefäßen am Thron, alle haben keine

     Hörner Þ keine Götter Þ Priesterinnen

- beim Togagewand verläuft der untere Saum in der späten Ur-III-Zeit schräg nach oben

   Þ Zeichen für Gottheiten und Priester:

     - (Falbelgewand)

     - archaische Kleidung

     - Hörnerkrone ab FD III für Götter

     - Typische Attribute einer Priesterin: Diadem, Falbelgewand, Thron

   Þ Falbelgewand typisch für Priester und Götter

 

Funde:

- Körper einer Statue des Šulgi mit sumerischem Mantel, der etwas anders als bei Gudea gesteckt ist,

   Inschrift auf dem Rücken aus Ur

- Funde ohne Fundort:

- kopflose Statuette: mit Zottenmantel, mit Stab in der Hand, mit Inschrift für dAlla und dNin-

   ŋiš-zi-da

- männlicher weißer Kopf: kahl

- männlicher Kopf: mit voll verzierter Breitrandkappe

- Gründungsfigur des Šulgi mit Inschrift

- Unterkörper einer Statue des Šulgi mit Mantel mit Schlitz

 

Schmuck:

- breite Halscolliers aus Gold oder Halbedelsteinen sind im späten 3. Jt. in Mesopotamien 

   über Syrien bis nach Anatolien belegt.

- Funde:

   - Achatperlenkette mit verzierten Fassungen aus Uruk

 

Terrakotta:

- Aufkommen von Terrakottareliefs

 

 

Fundorte im 3. Jahrtausend:

 

Fundgebiet Südmesopotamien:

Die Fundorte aus der Frühdynastischen Zeit liegen hauptsächlich in Babylonien, da dieses zu dieser Zeit dichter besiedelt war als der Norden:

 

Fundort Adab / Bismaja, Sumer:

FDZ:

- Palast

- Tempel

- Statuette des Königs Lugal-dalu fürs E2-sar, Tempel der Nin-hursaŋ

   - kahl ohne Bart, Zottenrock, natürlichere Formen, Stil II-III

- Statuette des Königs E2-pa-e3, aus dem Kunsthandel, Kalkstein, 80 cm hoch, Erbauer des

   Tempels der Nin-?

- drei Gründungsnägel des E2-igi-nim-pa-e mit Lasche, die gerade endet

   - zusammen mit vier Gründungstafeln, drei aus Kupfer, eine aus Marmor, in Form

     plankonvexer Ziegel, ältester Beleg für Kupfer als Material für eine Gründungstafel

- Steingefäß (Chlorit?) mit Relief: Musikanten

Akkadzeit:

- Siegelfunde

- Kopf eines ensi2?, schematisch

Ur-III-Zeit:

- Zikkurrat

 

Fundort Dēr / Tall al-Aqar / in der Nähe von Badra:

FDZ:

- fünf frühdynastische Beterstatuetten:

   - Nr. 1: Männliche Statuette aus Kalkstein, Höhe noch: 33,5 cm

     - massive, kurze Figur auf einer abgerundeten Basis stehend, Kopf abgebrochen,

     - quergeriffelter Bart und die Enden von zwei nach vorne gelegten Strähnen noch erkennbar

     - Arme liegen am Körper an

     - Becher in den Händen

     - mit einem wulstigen Gürtel gehaltener Rock mit 4 Reihen flüchtiger Schlaufenritzungen, 5.

        Reihe nimmt das untere Drittel ein und ist besser herausgearbeitet

        Þ Stilstufe I B

   - Nr. 2: Unterkörper einer männlichen Statuette aus groben Kalkstein, Höhe noch 32,8 cm

     - erhalten sind nur Rock mit Gürtel und Stümpfe der frei gearbeiteten dünnen Beinen

     - Rock aus 3 mittelgroßen und einer großen Schlaufenreihe unten

     Þ Stilfstufe II

   - Nr. 3: Unterteil einer Statuette aus Kalkstein, Höhe noch: 17,6 cm

     - Vorderseite stark zerstört

     - Füße stehen auf einer Basis

   - Nr. 4: Männliche Statuette aus Kalkstein, Höhe noch: 36,2 cm

     - schlanke Figur auf runder Basis

     - der Kopf ist weggebrochen

     - die Haare fallen in zwei Strähnen nach vorne, der Bart fehlt

     - die Arme sind frei gearbeitet, die Figur hält einen Becher in der Hand

     - Rock oben glatt, unten eine Reihe von Schlaufen

     Þ Stilfstufe I a

   - Nr. 5: Weibliche Sitzstatuette aus Kalkstein, Höhe noch: 55 cm

     - Figur sitzt auf einem Stuhl der auf einer halbrunden Basis steht

     - Kopf und ein großer Teil der rechten Körperhälfte weggebrochen

     - lange auf den Rücken fallende Haare im Fischgrätenmuster

     - das Gewand bedeckt die linke Schulter und den linken Arm, rechte Schulter unbedeckt, in der

        rechten Hand hält sie einen Becher

     - das Gewand besteht aus mehreren plastische gearbeiteten Schlaufenreihen

     Þ Stilstufe II

 

Fundort Eridu:

FDZ:

1. Königsstadt nach der Königsliste

- mehrere Hügel

- Hügel 1:

   - 17 Schichten mit Tempeln

- Hügel 2: 1 km südlich, 6 Schichten mit einem Palastkomplex

   - Schicht 1: fast vollständig erodiert

   - Schicht 2/3: 2 fast gleiche Palastkomplexe aneinandergesetzt

     durch 2 Mauern geschützt

   - darunter: Nicht ergraben, aber kein Palast

- eine Beterstatuette des Fara/Ur-I-Stils, mit langem glatten Rock und spitzer Mütze,

   ausgeprägter Hinterkopf

Ur-III-Zeit:

- Hügel 1:

- Zikkurat, darunter 17 übereinanderliegende Tempel

- Ziegel mit Inschrift des Amar-Suen, der dem Gott Enlil(?) ein Gebäude namens Abzu gebaut hat

 

Fundort Ŋirsu / Telloh:

FDZ:

- Figure aux plumes: Kalksteintafel mit Reliefdarstellung und Inschrift: Mann im Netzrock

   und federartigem Kopfschmuck, in der linken hält er eine keulenförmige Standarte; Die

   Inschrift ist sehr unverständlich und handelt von Feldern

- Me-silim-Keule: 19 cm hoch, Kultgegenstand, dekoriert mit 5 umlaufenden Löwen auf den

   Hinterbeinen; oben Adler mit Löwenkopf (Anzu-Vogel): Der Gott Nin-Ŋirsu, Anzu, Symboltier    von Nin-

   Ŋirsu; Inschrift (Schriftstufe II): „Me-silim von Kiš, Erbauer des Nin-Ŋirsu-Tempels von    Lagaš, Lugal-šag-

   engur, ensi2 von Lagaš“, erwähnt auch den König von Adab (2. Hälfte 26. Jh.)

- Keulenkopf eines Wesirs: Anzu auf 2 Löwen, Beamter mit 2 Dienern

- Geierstele: FD III b / Ur-I-Zeit (um 2460)

   - 1,80 hoch, 1,30 breit, Kalkstein, oben abgerundet

   - Vorderseite: Götterdarstellungen (Nin-Ŋirsu?), hält in einem Netz die Gegener gefangen

     und schlägt drauf ein, das mit dem Anzu-Vogel versiegelt ist, hinter ihm eine göttliche

     Begleitperson mit einer Standarte, darunter sein Wagen

   - Rückseite: Herrscherdarsetllung, E2-an-na-tum2 (um 2460) führt im oberen Abschnitt

     eine Phalanx an, darunter fährt er in einem Streitwagen und sticht mit einer Lanze auf

     einen Gegner ein, im dritten Abschnitt Errichtung eines Tumulus für die Gefallenen, Geier

     tragen Teile von Gefallenen weg, zum Schluss Kampf gegen einen zweiten König

     - Inschrift: berichtet über einen Grenzkonflikt zwischen Umma und Lagaš, E2-an-na-tum2

        der Herrscher von Lagaš war der Sieger,

- Silbernes Gefäß des Königs En-te-me-na (um 2430): Ritzzeichnung eines löwenköpfigen Adlers über

   einer Reihe von Löwen

- Gründungsnägel mit anthropomorphem Oberkörper und Kopf:

   - aus der Zeit vor Ur-Nanše

   - 5 Ur-Nanše-zeitlich mit Lasche

   - 5 Entemena-zeitlich: unter dem Fußboden der „esplanade“ gefunden, mit je einer

     Steintafel auf dem Kopf

- Tontafelarchiv von 1200 Tafeln aus der Verwaltung des Tempels der Stadtgöttin Baba

   (Mitte 24. Jh.)

- Fragment eines Kupferfußes, Hohlguss, mit Beinansatz (FD?)

- 2 Stierköpfe, eingelegte Augen, Kupfer

- Lanzenspitze mit eingeritztem Löwen

Akkadzeit:

- ein 20 cm großes Bruchstück eines Kopfes mit detailliertem Bart aus Diorit, ähnlich dem

   Bronzekopf aus Ninive

- Stele: Gliederung des Bildstreifens in Einzelgruppen

Gudea-Zeit:

- Statuetten

   - Gudea: kopflos, neusumerischer Mantel, Inschrift auf dem Bauch

   - Gudea: sitzend, mit Inschrift auf dem unteren Mantelbereich

   - Gudea: sitzend, ohne Kopf, Hocker A ähnlich

   - weibliche Figur: Oberkörper und Kopf, Halsringe, zweiteiliges verziertes Kleid

   - hockende weibliche Figur: ohne Kopf, zweiteiliges verziertes Kleid

- knieende Gründungsfigur mit Hörnerkrone und mit Nagel in den Händen

- Libationsbecher des Gudea mit Schlangenfiguren

Ur-III-Zeit:

- Terrakotten:

- mit Breitrandkappe

- Opferträger

- aufgesetzte Augen

 

Fundort Isin/Išān Baḥrīyāt:

FDZ:

- meist Privathäuser

- Tempel der Gula:

   - urukzeitliche Löwenskulptur, 4 cm hoch, aus Alabaster aus der Cella (IB 1638)

- Stempelsiegel, urukzeitlich, 4,7 x 2,6 cm, Alabaster, aus dem Bereich der Temenos-Mauer (IB

   1469)

danach: siehe Isin-Larsa-Zeit

 

Fundort Kiš / Ḫur-saŋ-kalamma:

FDZ:

- südlicher Palastkomplexe aus FD-Zeit:

   - Aus drei Gebäuden bestehend, die nacheinander angebaut wurde, ergraben von „Mikay“,

     mit einer sehr starken Mauer umgeben

   - 1. Gebäude: aus der FD II/III-Zeit, (im Nordosten)

   - dicke Wände Þ sehr wehrhaft

   - offene, schnell zugängliche Räume Þ für das öffentlich Offizielle

   - abgetrennte, schwerer zugängliche Räume Þ für den König

   - 2. Gebäude: (im Süden)

   - viele kleine Räume in Ketten

   - 2 repräsentative Sälen

   - Wandverzierungen mit in die Wand eingelassene figürliche Darstellungen von Tieren z.B. aus Muscheln

   - Opferreste

   Þ Nutzungszweck unklar

   - 3. Gebäude:

   - nur ein großer Eingang erhalten

   Þ Unklar ob überhaupt zum Palast gehörend

-  nördlicher Palastkomplex aus FD-Zeit: sehr großes Gebäude

   - starke Mauer

   - in mehrere Raumgruppen unterteilt

   - der Hof hatte wenige Eingänge

   Þ der Hof war noch nicht Kommunikations- und Verteilerzentrum des Palastes

- Gräber: einige sehr reich ausgestattet

   - Zügelringe: längere Stange Þ Mesilim-Zeit bis etwas jünger

     - 2 Equiden

     - Hirsch mit Pflanze (?)

     - drei Vögel

     - Zügelring des Dreistangentypus mit zwei weiteren kleineren Ringen pro Ring

     - Geflochtene Ringe

- Ständer mit Froschstatuette als Untersatz, Augen aufgesetzt

- 4 menschengesichtige Wisente (FD III) aus Elfenbein, Loch im Rücken Þ Ständer

Akkadzeit:

- Siegelfunde

- Kopf einer männlichen Figur: Lockenreihe auf der Stirn

danach: siehe aB

 

Fundort Lagaš / Tell al-Ḫiba, Sumer:

FDZ:

- Weihplatte des Königs Ur-Nanše (FD III a, um 2500): 40 x 40 cm, König als Bauherr mit Korb

   auf dem Kopf, Kinder mit Namen, Bankettszene mit König

- Nin-Ŋirsu-Tempel aus FD III-Zeit: Bagar, im Abschnitt B

   20 x 30 m, mit einer Mauer umgeben, 2 Eingänge, 2 Kapellen, Mittelsaalhaus ohne Hauptkultstelle

- Tempel der Inanna: Ib-gal

   - Ovale Umfassungsmauer

   - 14 Metallgründungsnagel mit menschlichem Oberkörper und Hörnern in Beterhaltung von En-an-na-

     tum2 I. von Lagaš (um 2450), jeweils zusammen mit einer Steintafel, im Mauerwerk der Fundamente,

     immer mit derselben Inschrift

Lagaš-II-Zeit:

- Dioritstatue des Gudea: auf den Knien hält er einen Tempelgrundriss, einen Maßstab und

   einen Schreibgriffel (um 2130)

- Stele des Ur-Nin-Ŋirsu von Lagaš (um 2100):

   - auf der Basis: knieende Gabenbringer

- Kopf und Oberkörper einer Statue des Ur-Nin-Ŋirsu (um 2100): Gesicht und Hände organischer als bei

   Gudea, Faltenwurf stoffmäßiger

3. Jt.:

- Siegel: in Register unterteilt, mit Inschrift, aufrechtgehende Löwen, Mischwesen, Herdentiere

- Topfgräber für Kinder

 

Fundort Nasirīje, bei Ur:

Akkad-Zeit:

- Stelenfragment: Akkadischer Krieger mit anatolischem zwei- oder vierhenkligen Gefäß in der Hand

 

Fundort Nippur:

- Hauptstadt des Götterkönigs Enlil

3. Jt.:

- Enlil-Tempel:

   - Zikkurrat mit Hof und einem Nebengebäude von Ur-Nammu gegründet in der Ur-III-Zeit

     oder später, darunter ein älterer auf einer Erhebung errichteter Tempel

   - Tieftempel mit 2 Sälen, möglicherweise 1 Kultstelle (unwahrscheinlich, dass das der Haupt-Enlil-Tempel

     ist.)

   - Gründungsfigur des Ur-Nammu, mit einem Korb auf dem Kopf

- Nordtempel: mit 10 Schichten

     - 10-3: ab FD-Zeit

     - 2/1: Akkad-Zeit

     - über die ganze Zeit wenig Veränderungen

- Inanna-Tempel: mit 21 Schichten

     - 21-15: Wohnhäuser

     - 14-10: unklare Befunde

     - 9: erster klarer Tempel (Herdhaus) aus FD II mit 2. Kultstelle

     - 8/7: Tempel bekommt immer mehr Anbauten, in FD III-Zeit

        - Beter-Statuetten

           - treu vereintes Ehepaar

           - Frau mit Dattelrispe und Becher in der Hand

        - Chlorit-Gefäß mit Inschrift: Inanna und die Schlange; zeigt einen Löwen im Kampf

           gegen eine Schlange

         - Weihplatte: vom Groß-Juwelier Lumma dem Gott Ninmu (? meiner Herrin) geweiht,

           oberstes Register: Bankettszene

        - kleiner Gründungsnagel mit einer zweiflügligen Lasche Þ ältester Gründungsnagel

     - 6/5: Tempel aus Akkad-Zeit, fast keine Reste, aber monumentaler

     - 4: Tempel aus Ur-III-Zeit, Neubau durch Šulgi

        - Šulgi als Bauherr mit Korb auf dem Kopf dargestellt

        - Figuren in Ziegelkisten paarweise unter den Eingängen deponiert:

        - Korbträger: König mit nacktem Oberkörper und auf dem Kopf mit einem Ziegelkorb

           mit Inschrift von Ur-Nammu

     - 1: Unter Asharhaddon (nA)

- viele Tontafeln

- Funde:

- Menschengesichtige Stierfigur trägt ein Gefäß auf dem Rücken, mit Einlagen am Rand

- Doppelgefäß mit Einlagen am Rand, ähnlich oben, Relief eines Löwen und eines Steinbocks

   an einer Pflanze

- Weihplatte: obere Szene Bankettszene, nicht symetrisch angelegt, großer Fisch über dem

   Trinkgefäß, ohne Inschrift

- Beterstatuette aus grünem Stein mit Goldblech belegtes Gesicht, Stil II

- Frauenbeterstatuette: langer glatter Mantel dessen Saum am Hals endet, breite Stütze, schon

   naturalistisch Þ schwierig einzuordnen

- Männerbeterstatuette, einfacher Zottenrock, ohne Kopf, mit Inschrift auf der Schulter, Stil Ia

- Männerbeterstatuette, einfacher Zottenrock, mit Kopf mit Glatze, mit Inschrift auf der

   Schulter, Stil Ia

- Männerbeterstatuette, einfacher Zottenrock mit Karlotten, mit Inschrift auf dem Oberarm,

   Glatze, Stil Ia

- Männerbeterstatuette, einfacher Zottenrock mit Schlaufen, mit langem Haar, sitzend(?),

   Stil Ia

- Männerbeterstatuette, einfacher Zottenrock mit langen unteren Zotten, Glatze, Stil Ia

- Männerbeterstatuette, einfacher Zottenrock, Glatze, mit Inschrift auf dem Rücken, teilweise

   zerstört, Stil Ia

- Männerbeterstatuette, Zottenrock nur aus einer Zottenreihe, Gesicht zerstört, Stil Ib

- Männerbeterstatuette, Zottenrock nur aus einer Zottenreihe, nur halb erhalten, Stil Ib

- Kopf einer Beterin, mit einem über den Kopf gelegten Zopf, Stil II

 

Fundort Sippar:

- Wohnviertel: im Abschnitt U 106

   - Mauern bis zu 1 m dick

   - bei einigen sind die unteren Wandpartien und die Fußböden mit Bitumen bestrichen

     Þ öffentlicher Charakter der Gebäude

   - hellbraune Lehmziegel (25 x 17 x 7 cm)

   - Schichten 9-7: FD

     Schicht 9:

     - Drei Phasen: A, B, C

     - Architektonisch der Schicht 8 ähnlich

     Schicht 8:

     - Lehmziegelmauern

        - aus Ziegeln mit hohem Sandanteil (23 x 16 x 7 cm)

        - Benutzung von dickem Füllmaterial zwischen den einzelnen Lehmziegellagen

        - Plankonvexe Ziegel (18 x 18 x 4 cm und 27 x 18 x 4 cm)

     Schicht 7:

     - Mauer aus hellgrünen Lehmziegeln: bis zu 2,40 m breit, bis zu 8 m lang

   - Schichten 6-5: Akkade-zeitlich

     - 2 aus Lehmziegeln gebaute Becken:

        - einige gestempelte Krugverschlüsse aus ungebranntem Ton und Basalt

     Þ Werkstatt zur Herrstellung von Wein oder Öl

     - Gebäude:

        - Mauern mit Bitumen bestrichen

        - Knochenreste von Oviden und Brandspuren Þ Tempel (?)

- Keramik:

   - Akkade-zeitlich:

     - einfache Formen, meist unbemalt, keine Aufsätze in Form von Tüllen. Henkeln oder Griffen, große

        runde oder eiförmige Gefäße mit engem Hals, ausladendem Rand und flachem Boden überwiegen

     - einfache Verzierungen, naturalistische Themen selten

danach: siehe Altbabylonische Zeit

 

Fundort nahe Suleimānīja, Ostirak:

Felsrelief: einheimischer König in der Pose von Narām-Sîn, mit Breitrandkappe

Þ spätes 3. Jt.

 

Fundort Šurrupak/Fāra:

- Utnapischtims Heimatstadt

FDZ:

- 2 Ziegenköpfe, Kupferhohlguss, dreieckige Einlage mit rotem Punkt auf der Stirn

- Tontafeln aus der FD-Zeit II, III

- Siegel (vgl. mit Harappa)

- meist Wohnbauten

 

Fundort Tell el-´Obeid, Sumer:

FDZ:

- Nin-ḫur-saŋ-Tempel:

   - „Melkerfries“: eine in Kupfer gefasste Einlegearbeit, Einlagen aus schwarzem Schiefer

     oder Muscheln: Menschen beim melken und Milchprodukteherstellung, Tempel, Tiere

     Þ Kultische Darstellungen, Tierdarstellungen

   - mindestens 14 Reliefplatten mit liegenden Rindern,

     - Köpfe hohl gegossen, an das Relief angenagelt, drei Augenwülste

   - Stierkopf, mit Halbmond auf der Stirn

   - Anzu-Relief: nur ein Hirschkopf erhalten, größer als die restlichen Reliefs

   - 8 Löwenköpfe aus Kupferblechplatten über Holz, Augen aus Muschel und rotem Jaspis,

     Lider aus Schiefer mit Kupferdraht befestigt, Zunge aus Jaspis

   - 7 stehende Stiere, Kupfer über Holz, eines mit Inschrift des A-anne-pada von Ur (um 2440)

   - 4 Vogelköpfe(?), sehr grob gearbeitet, kaum zu erkennen

   - vier Rinderhufe, Kupferblech über Bitumen, waren auf einem Sockel befestigt

   - Stierhorn aus Goldblech

 

Fundort Umma, Sumer:

Skorpionreiches Gebiet (Skorpionmenschen?)

FDZ:

- von Raubgräbern geplündert

- Tontafeln, Tempel, Friedhof

- Alabasterfigur: Mann, nackt nur mit Wülsten, Löcher an den Seiten des Kopfes

   Þ möglicherweise für Hörner Þ Mischwesen, Gott

 

Fundort Ur, Sumer:

Stadt des Mondgottes Sîn / Nanna

FDZ:

- Tempelbezirk des Nanna:

   - Tempel nicht erhalten

   - Nebengebäude und umgebende Mauer

   - E2-ḫur-saŋ:

     - kleiner Löwenkopf mit Loch für Befestigung Þ Amulett

   - Gipar:

     - kleiner Kälberkopf, Anhänger, Kupfer

- Königsfriedhof von Ur:

   - er liegt unterhalb der Südostecke des temenos Nebudkadnezars

   - 1850/600 Gräber, die von FD III a bis Anfang Ur-III datieren, ein Grossteil der Bestattungen besteht aus

     Privatgräbern einfacher Art

   - Bestattungen in Gruben, in denen der Tote in Schilfmatten gewickelt wurde

   - Särge aus Holz oder Flechtwerk

   - Terrakottasärge

   - Hockerstellung

   - Beigaben: Siegel, Gefäße: Gefäß in den Händen, Gefäße mit Speisen; Waffen, Schmuck:

     Nadeln, Ringe, Ohrringe, Halsketten, oft Halsband mit wechselseitigem Dreiecksmuster; Kleidung

   - alle Menschen werden in Gewändern bestattet

   - 16 Gräber der königlichen Familie aus FD III a

   - bestehen aus Stein- und/oder Lehmziegelkammern, ein- oder mehrräumig, mit und

     ohne externer Grabgrube

   - sehr reiche Ausstattung mit Grabbeigaben

   - Begleitbestattungen

   - Identität der Bestatteten unklar: Könige oder nur hohe Beamte

   - Grab der Puabi:

     - zwei silberne Löwenköpfe, in Verbindung mit Holzteilen

     - Beschläge des Schlittens der Puabi: 4 silberne, 9 goldene Löwenköpfe und 6 Stierköpfe

     - Zügelring: Equide mit abgewinkeltem Ohr

        - Goldbecher mit langer Tülle

        - hohe Goldvase

   - PG/789:

     - Bronzebeschlag: 2 Löwen über Feinden über Rosette

   - PG/1054: Grab des Meškalamdug, FD III a

     - normale Grabgrube mit Holzsarg

      - Grabbeigaben:

        - viele Gefäße

           - beschriftete Goldgefäße mit dem Namen Meskalamdug

        - Beile

        - Goldschwert, 33 cm, mit Goldkugeln verziert

        - Goldhelm mit imitierter herrscherlichen Frisur mit Zopf und Haarknoten

        - Modell eines Bootes aus Silber

        - das Meskalamdug Grab ist aufgrund der Lage/Schicht jünger als die Königsgräber

     - PG/1237:

        - zwei Hirschstatuetten, ohne Sockel, Kupferblech über Holz, auf den Hinterbeinen

           aufgerichte, Vorderbeine auf eine Art Baum gestützt

     - PG/1850:

        - 5 Rinderköpfe ähnlich denen aus Obeid, Hohlguss

- Steineinlagen aus Kalkstein oder Muscheln:

   - auf dem Resonanzkasten von Musikinstrumente mit Rinderköpfen mit Bart:

     Beschützender Held mit Rindern, Tiere mit menschlichen Handlungen, Skorpionmensch

   - auf Möbeln

   - Standarte von Ur: ein sich nach oben verjüngender Kasten, 3 Register

     - eine Seite Kriegsdarstellungen: 1. Register: Streitwagen mit zwei Achsen und Scheibenrädern,

Herrscher und Gefolge ihm wird ein Zug Gefangener vorgeführt; 2. Register: Kampf Mann gegen Mann; 3. Register: mit Streitwagen werden die Feinde niedergeritten

        - Tracht: einfacher Zottenrock

     - eine Seite Bankettdarstellungen: 1. Register: thronender Herrscher im mehrstreifigen

        Zottenrock gegenüber einer Reiher sitzender Männer mit Trinkgefäß im einfachen

        Zottenrock, Leierspieler und Sänger, 2. und 3. Register: Herbeiführung von Tieren und Säcken

   - Spielbrett

- 2 Ziegenböcke am Blütenstrauch, aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt, Loch

   im Rücken Þ Ständer

- 3 Kupfer- und 2 Silberstierköpfe von Leiern, gegossen, Augen aus Muschel und Lapis

   eingelegt, Wülste über den Augen, 1-4fache Lockenreihe zwischen den Ohren

- goldene Stierköpfe von Leiern, aus dünnem Blech über einem Kern getrieben, haben

   außerdem einen Bart und Locken aus Lapislazuli oder ebenfalls aus Gold, der sie als

   Wisent (mythologische Figur) ausweist

- Zügelringe: kürzere Stange Þ Meskalamdug-Zeit

   - Ring mit Stier aus Silber

   - Ring mit Stier aus Kupfer (nicht erhalten)

   - Unverzierter Ring

      - Weihplatte mit Streitwagen: FD II, im Gebiet des Friedhofs

- Schmuck:

   - Ketten mit goldenem Blattwerk

     - Silberleier mit Hirschfigur, Silberblech über Holz, Pflanze an der sich der Hirsch

        aufrichtet aus Kupfer, der Hirsch stützt mit seinem Nacken den vorderen Arm der Leier

- weibliche Beterstatuette, mehrregistriger Zottenrock, eingelegte Augen, Stil II-III

- Beterstatuette des En-te-me-na von Lagaš (um 2430) aus Diorit für den Enlil des E2-Adda aus Ur (Stilstufe

   III) (U 805)

Akkadzeit:

- Siegelfunde

- Runde Kalzitscheibe der Tochter des Sargon, Hohepriesterin des Nanna in Ur,

   Darstellung eines Altars oder einer Zikkurrat (drei oder vierstufig), Priesterin im Falbelgewand

   Þ Priesterin nimmt in der Zeremonie die Rolle einer Göttin (des Gottes) an

Ur-III-Zeit:

- Tempelkomplex:

   - Zikkurat: erbaut von Ur-Nammu, mit kleinen Nebengebäuden umschlossen, die

     Zikkurat gewinnt unter Ur-Nammu erstmalig ihre klassische Form mit zentraler Treppe,

     die mittig auf die Höhe der ersten Terrasse führt, mit zwei flankierenden Treppen, die auf

     der selben Höhe enden, äußere Schicht besteht aus Backsteinen

- E2-dub-lal-maḫ: Toranlage für den Eintritt in den Zikkurathof, Aufbewahrung von Tontafeln, Funktion als

   Gerichtsstätte, dort war eine Ur-Nammu-Stele bis zur Kassitenzeit aufgestellt

   - Giparu: zweigeteilt

     - mit Wohnungen für die Priesterinnen und ihren (leeren) Grüften mit Kraggewölbe im Nordteil

     - mit 2 Kultstellen im Südteil Þ Tempel des Nanna und der Nin-gal?

        Baubeginn unter Ur-Nammu und Fertigstellung unter Amar-Suen, ältere Votivgaben

        erhalten, vollständige Zerstörung beim Einfall der Elamer

     - sitzende Frau auf einem Thron, mit Falbelgewand, 25 cm, Basalt, fehlender

        Kopfschmuck, mit Inschrift: für Ningal geweiht

     - keine männliche Statuen im Giparu

   - E2/Ga-nun-maḫ: Schatzhaus? mit Pfeilern und Nischen geschmückt, der früheste

     bestimmbare Teil stammt von Amar-Suen, äußerer Gebäudering hatte Magazin-Charakter,

     völlige Zerstörung nach dem Einfall der Elamer, Funktion unklar

   - E2-ḫur-saŋ: kleiner Palast (einziger aus dieser Zeit) oder Tempel, stark zerstört, eventuell durch eine

     Mauer vom Temenos getrennt, keine Spuren von Bädern oder Küchen, sakrale Nischengliederung

   - Mausoleum der Könige der Ur-III-Zeit: am Rand des Sakralkomplexes, Haupthaus von Šulgi und die zwei

     Anbauten von Amar-Suen, sie haben auch außen Nischengliederung und neben dem Eingangstor

     zweistufige Schlitznischen, typisch für Sakralgebäude, innen sind Kulteinrichtungen, durch die Elamer

     zerstört und nie wieder aufgebaut

   - alles mit einer Mauer umschlossen

   - Ur-nammu Stele: in Register unterteilt, Gott mit Ring und Stab und mit Hörnerkrone

- kleine Straßenkapellen an den Straßenkreuzungen der Wohnviertel

   1.   - sitzende Frau aus einer Kapelle, 46 cm, Halsringe, lange Haare, Diadem,

           Beter-Haltung, plump ausgeführt Þ kein Hinweis auf eine Göttin

        - Keulenkopf mit Inschrift über die Göttin Ninšubur

   2.   - kleine stehende Figur, 37 cm, Kopfband,

        - Keulenkopf mit Inschrift über die Göttin Ḫen-dur-saŋ

        - Statue mit Falbelgewand, vielleicht mit angebrachter Hörnerkrone

        - Figur aus Bronze, mit Falbelgewand und Hörnerkrone

        Þ Lama-Gottheit, Schützende Göttin (Isin-Larsa-Zeit)

   - Statuette einer Priesterin aus Basalt/Diorit, auf einem Thron mit Gänsen, Falbelgewand,

     fehlender Kopfbedeckung, 28,5 cm hoch, eingelegte fehlende Augen

   - kleine Kultstelle der Enanna Umma, einer Hohepriesterin, nach ihrem Tod

- Enki-Tempel: Ur-III-Zeit – Altbabylonisch

   - kaum erhalten, 23 x 24 m groß, außen mit Backsteinen verkleidet

- Nin-ŋiš-zida-Tempel: 23 x 36 m

- Häuser waren unten mit Backsteinen erbaut, immer die gleiche Raumaufteilung der reicheren Häuser

- Ziegelfragment mit Ischriftenstempel des Ur-Nammu

- Gewichtsente mit Inschrift des Šulgi aus Diorit, ca. 2,5 kg

- Statuenfragment des Šulgi: ohne Kopf und linke Seite, doppelter Saum vorne, Inschrift auf dem Rücken

 

Fundort Uruk (Warka), Sumer:

davor: siehe Chalkolithikum

FDZ:

- Stadtgebiet in FD I noch ca. 2,5 km², danach im 3. Jt. wesentlich weniger, wird erst wieder in der

   Isin-Larsa-Zeit umfangreicher (ca. 1,5 km²)

- Stadtmauer aus der FD II–Zeit

   - laut Mythologiue erbaut von Gilgameš (um 2550)

   - unregelmäßige Form, doppelter Mauerring, 9 km lang, ca. 9,5 m breit, dünnere Vormauer,

   - ca. 900-950 Halbkreistürme, 1 nachgewiesene Bastion, 2 nachgewiesene Tore

   - aus plankonvexen Ziegeln (20-22x12x7 cm)

   - umfasste ca. 55 qkm

- E2-an-na: Tempel der Inanna

   - Schicht 5-7:

     - ein Gründungsbügel

   - Gründungsbügel in einer Ecke beim Südostaußenzingel des Eanna in einem Bett aus

     Lapislazuliperlen, zu beiden Seiten des Bügels lagen je eine unbeschriebene Alabastertafel

     in Form eines Plankonvexen Ziegels, daneben eine weitere aus Lapislazuli Þ FD datiert

- Enki-Tempel

- Weißer Tempel des Anu:

   - ab Schicht 4d: F.D.-Zeit

     - auf einer Terrasse, Hof mit Opferstätten

- Gründungsnägel:

   - Figur des Lugal-ki-sal-si (um 2405), König von Uruk und Ur in Bethaltung, langer Bart, nach hinten

     fallendes Haar

   - Oberkörper eines Mannes mit langem Bart, nach hinten fallendem Haar, ähnlich wie oben,

     wohl auch Gründungsnagel

Ur-III-Zeit:

- fast quadratische Zikkurrat mit Treppe, besteht noch bis in die neubabylonische Zeit, Hochtempel auf der

   Zikkurrat und Tieftempel am Fuß der Z. vermutet, mit schmalen Gebäuden und einer Mauer umgeben

- Achatperlenkette mit verzierten Fassungen

- männlicher Kopf mit unverzierter Breitrandkappe (nicht Gudea)

 

Fundgebiet Dijalla, jenseits des Tigris:

FDZ:

- Bauten mit Plan- und Konvexziegeln nur in FD-Zeit

- viele Statuetten aus FD-Zeit

 

Fundort Ešnunna / Tell Asmar, Dijalla:

FDZ:

- AB-Ú-Tempel mit 11 Schichten: Nach seinen Bauphasen wurde die Unterteilung der

   F.D.-Zeit  vorgenommen

   - Ğemdet-Naṣr: Earliest Shrine

     - Riemchen

     - Glyptikfund: Kerbschnittstil

   - FD I: Archaic Shrine I-IV

     - Plankovexe Riemchen

     - Glyptik S. II-IV: Brokatstil ähnlich

   -  FD II: 4 Herdhäuser mit insgesamt 3 Kultstellen umgeben einen Hof/Raum

     - Square Temple I

        - Glyptik: Brokatstil

        - Hortfund von zwölf Beterstatuetten unter dem Fußboden

           - größte Männerfigur: Mann mit Rock mit Zottenrand, Bart und Haar mit Bitumen gefärbt

              mit Sockel auf dem im Relief zwischen zwei liegenden Gazellen das Bild eines Imdugud

           - auf einem Schilfbündel sitzender Mann

           - Frau mit Kind und Becher in der Hand, 59cm

           - manchmal mit Inschrift auf der rechten Schulter, Nachfolger der Augenidole

        - ähnliche Skulpturenreste auf dem Fußboden verstreut

        Þ Stilstufe I a

     - Rollsiegel der Mesilim-Zeit:

        - mit Löwendarstellungen

        - mit Heldendarstellung Þ Rundbilder

     - zwei Weihplatten

     - Muscheleinlagen

   - Square Temple II und III:

     - wenige Funde

     - III: Beginn eines weicherer Stils

        - Unterkörper eines Mannes mit zweistufigem Zottenrock Þ jüngere Tracht

      - zwei Übergangsschichten

     - Skulpturenfragmente: wohl ursprünglich aus Square-Tempel III

   -  F.D.-Zeit III: Einzelnes Herdhaus mit Nischen verziert und kleinem Anbau, später mit

     Trennwänden unterteilt.

   - Single Shrine I: neuer Tempelgrundriss

     - wenige Skulpturenreste: Fragment eines Gruppenbildes im jüngeren Stil

     - Rollsiegel der Imdugud-Sukurru Stilstufe

     - eine Mesilim-zeitliche Weihplatte, eine jüngere

   - Single-Shrine II: FD III b - Proto-imperial-period

     - Läufer- und Binderschichten der plankonvexen Ziegeln

     - in Ŋirsu Rückkehr zur normalen Ziegelform

   - Single-Shrine III:

     - aus Flachziegeln

     - FD Weihplatte

- Fußamulett aus Kupfer

Akkadzeit:

- Gouverneurs-Palast

   - Single-Shrine IV:

     - Siegel der Akkad-Zeit

Ur-III-Zeit:

- Tempel des Gottkönigs Šu-Sîn:

   - quadratisches Gebäude mit Breitraumzelle und später angebautem Palast

 

Fundort Tall Aḫmad al-Hattū, Ḫamrin-Becken, Dijalla Gebiet:

FDZ:

- Gräber, siehe Anlage

 

Fundort Tutub / Ḫafaği:

- liegt 15 km östlich von Bagdad am linken Ufer des Unterlaufs des Dijalla, besteht aus 3 Tells

- Forschungsgeschichte:

   - 1930-38: amerikanische Ausgrabungen unter P. Delougaz

FDZ:

Tell A: FD-Zeit, Akkad-Zeit

- Tempel-Oval: FD I – FD II, in FD III zerstört

   - in 3 Bauphasen erhalten, alle mit plankonvexen Ziegeln

   - 1:

     - doppelte ovale Umfassungsmauer

     - im Zentrum ein rechteckiger Hof mit einer Terrasse, Brunnen, Becken, Altar, viele Podeste

     - umliegende Räume mit Keulenköpfen, Vorratsgefäße, Sicheln mit eingelegten Feuersteinklingen,

     - Kupferständer in Form eines Gürtelhelden, Vollguss, verlorene Form, 39 cm hoch, nach vorn

        gestreckte ineinander verschränkte Hände, dreifacher Gürtel, Kopf bis auf zwei nach vorne fallende

        Locken rasiert, langer Bart, Augen ursprünglich eingelegt, auf dem Rücken längere unpublizierte

        Inschrift

     - Kupferständer in Form eines nackten Mannes mit einfachem Gürtel aber keine Tonsur, Vollguss

        verlorene Form, 41 cm hoch, nach vorn gestreckte ineinander verschränkte Hände, Augen

        ursprünglich eingelegt, Ständer auf dem Kopf weggebrochen

     - Kupferständer in Form eines nackten Mannes mit einfachem Gürtel aber keine Tonsur, fast gleich wie

        oben.

     - Rollsiegel aus der Mesilim-Zeit

     - 3 Weihplatten

     - Kupferkopf der Fāra/Ur-I-Zeit

   - 2:

     - drei oder vier Köpfe

     - eine sitzende Frau im Betergewand

   - 3:

     - drei Fragmente von Beterstatuetten

   - Gefäß mit Inschrift des (En-)Me-barage-si von Kiš (FDZ II, um 2570)

- Sîn-Tempel mit 10 Schichten:

   - 1-5: Ğemdet-Naṣr-Zeit

     - aus Riemchen errichte, in IV und V auch viel aus plankonvexen Ziegeln

     - sehr viele Rollsiegel: im Kugelbohrer und Ritzstil, Kerbschnittmuster, Übergangsstücke zum Brokatstil

      - 4:

        - Frauenfigur, 11 cm hoch, plastisch-naturalistischer Stil, das lange Haar fällt lose auf den

           Rücken Þ vgl. Alabastervase von Uruk; Haarband Þ vgl. Löwenjagdstele

           Þ älteste Figur aus dem Dijalla-Gebiet

   - 6-10: FD-Zeit

     - Mittelsaalhaus mit angebautem Hof, mit der Zeit Verlust einer Flucht, später Anbau einer

        Flucht Þ viele Veränderungen; Plan- und Konvexziegelbauweise

   - 6-7: FD I

     (- kleiner hockender Lastträger Þ Uruk-Kunst? Þ aus Tell Ağrab?)

   - 8: Früh FD II / Mesilim-Zeit

     - Modell eines Ablutionsplatzes, Open-Air-Altar, Opfertische auf dem Hof

     - Vogel mit Löwenkopf und Inschrift, von vor der Mesilim-Zeit

     - fahrbares Hausmodell

     - Räume an der Südostseite des Hofes:

        - Statuetten: alle nur fragmentarisch erhalten, Mesilim-zeitlich, eins jünger

        - Keramikobjekte, Steingefäße etc.

     - 2 Rollsiegel aus der Mesilim-Zeit

     - ein oder zwei Mesilim-zeitliche Weihtafeln

   - 9: mit fünf verschiedenen Fußbodenniveaus

     - Hof: verschiedene Postamente, trogförmige Feuerstelle, Struktur mit Bitumen

        überzogen und mit einer Leitung verbunden, Beterstatuette stark verbrannt

        - größere Gruppe von zerschlagenen Beterstatuetten, viele Mesilim-zeitlich, einige jüngere

     - Raum 2:

        - Beterstatuette mit Inschrift

        - Kupfervase

        - Keramikfässer

     - Raum 7/Q: Depot nicht mehr benutzter Beterfiguren (?)

        - Bänke

        - Beterstatuetten, viele Mesilim-zeitlich

           - auch welche mit mehrstufigem Zottenmuster, die aber eher schuppig aussehen

     - Raum 11:

        - Fragmente von relieffierten Steinvasen

        - Kupferstierkopf in der Wand eingemauert, Hohlguss, Augeneinlagen aus Muscheln

           und Lapislazuli, auf der Stirn, dreieckige Muscheleinlage,

        - Ofen

     - Postamente

     - 2 relieffierte Weihplatten aus der Mesilim-Zeit

     - drei Rollsiegel, wohl nicht jünger als Mesilim-Zeit

     - Frauenkopf mit Turban

- Nintu-Tempel:

   - Schicht VI:

- 3 Heiligtümer an zwei Höfen

- vom S. I an mit plankonvexen-Ziegeln erbaut

- unter dem Fußboden der Cella in der Nähe der Altarpostamente ein Hort von

   Beterstatuetten, Stilstufe I a

   - eine Frau der Rest Männer

   - ein Sitzbild mit übereinander geschlagenen Beinen

   - zwei mit eigenartig plumpen Füßen

   - ein Beispiel des Übergangsstils: kahl und bartlos, plump

   - mehrere Beispiele des Fara/Ur-I-Stils: kahl, bartlos, mit Zottenrock, in Schrittstellung

   - Ringerpaar aus Kupfer mit Gefäßen auf den Köpfen, in Ringerhose, Augen waren

     eingelegt Þ FD II-III

- Weihplatte mit Ringerszene, Mesilim-zeitlich

- Reliefs mit Inschrift

- Steinschalen in Raum 15

   - Keulenköpfe, Steingefäße

   - Westlicher Hof mit Ofen und Feuerstelle

- Schicht VII:

   - Beterfiguren, Mesilim-Zeit

   - Beterfiguren, Ur-I/Fara-Zeit

     - ein Sitzender im Zottenrock mit Zweig und Gefäß in der Hand

     - Statuette einer Frau mit Turban und Zottenmantel

   - einige Weihplatten

   - Statuette eines Wisents aus Raum 51, Kupfer, fehlende Stirnbehaarung, einfach geschwungene

     Hörner Þ älter FD

- Gräber: Bestattungen außer in der FD-Zeit I unter dem Fußboden der Wohnhäuser

- Stadtmauer: FDZ

   - unregelmäßige Form, 6-8 m stark, Pfeiler-Nischen-Gliederung, Vormauer

   - viereckige Türme, Tor westlich des Tempelovals

   - plankonvexe Ziegel

- Chlorit-Gefäß-Scherbe: unten Architektur-Darstellungen, darüber viele Tiere, Stiermensch im Kampf mit

   zwei Löwen

 

Fundort Tell Ağrab, Dijalla:

- Hügel 600 x 500 m groß, 12-13 m hoch

- 1935-37: amerikanische Ausgrabungen unter S. Lloyd

FDZ:

- Stadtmauer:

   - unregelmäßige Form, Stärke 5,5 m

   - halbrunde Türme, Tor im Norden

   - aus plankonvexen Ziegeln(25x16x10 cm)

- in der ältesten Schicht:

   - Bronzefuß einer Figur

- Tempel aus FD-Zeit – Isin-Larsa-Zeit, 4 Schichten

   - mit sehr regelmäßig, geplanter Architektur

- kleine Plastik mit gleichem Gefäß wie Ištara-Tempel von Mari

- Šara-Tempel:

   FD I:

   - Earliest Remains

   FD II:

   - Earlier Building: 2 Fußböden

     - oberer:

        - kleine knieende Frau

        - stehende Frau mit Gefäß

        - weibliche Statuette: 9,6 cm hoch, gegossenes Kupfer, flache quadratische Standplatte, nackt, Füße

           kaum ausgearbeitet, Beine zusammen, Körper wenig modelliert, der linke Arm brusthaltend, der

           rechte abgespreizt mit dem Unterarm nach vorn, Augen aus Perlmutt in Bitumen eingesetzt,

           Frisur: um den Kopf gelegter Haarwulst Þ Älter FD

        - männliche Statuette: 9,6 cm hoch, gegossenes Kupfer, flache quadratische Standplatte, nackt, Füße

kaum ausgearbeitet, Beine leicht gespreizt, Arme abgespreizt, Hände zusammengelegt, langer Bart, Augen aus Perlmutt in Bitumen eingesetzt, Frisur: mit auf wenige nach vorne und hinten fallende Locken ausrasierter Kopf Þ Älter FD

        - männliche Statuette: 11,8 cm hoch, gegossenes Kupfer, flache quadratische Standplatte,

           nackt, Füße kaum ausgearbeitet, Beine leicht gespreizt, Arme abgespreizt, Hände

           zusammengelegt, langer Bart, Augen aus Perlmutt in Bitumen eingesetzt, Frisur: mit

           auf wenige nach vorne und hinten fallende Locken ausrasierter Kopf Þ Älter FD

        Þ die Männer sind sehr wahrscheinlich und deshalb wohl auch die Frau mythologische

           Wesen

        - Einachsiger Wagen mit 4 Wildeseln und Wagenlenker aus gegossenem Kupfer, Höhe 7,2 cm,

halblanger Fransenrock, kurzer Bart, Augeneinlagen der Equiden aus Muschel, beim Lenker nicht erhalten

        - Kupferständer in Form eines nackten Mannes mit einfachem Gürtel, Untersatz und Teil der Füße

weggebrochen, Zylindrischer Aufsatz mit etwas ausladender Standfläche auf dem Kopf, Augen plastisch mitgegossen

        Þ früheste Vertreter anthropomorpher Plastik im Dijalla-Gebiet, Mesilim-Zeit

   - Intermediate Foundations

   - Main Level: 2 Fußböden

     - Beterstatuetten der Mesilim-Stufe

        - beschrifteter männlicher Oberkörper

        - Sitzbild eines Mannes im Schuppenrock

        - nackter Knieender mit Gefäß auf dem Kopf

        - zwei Männerköpfe

     - Weihplatten im Mesilim-Stil

   - Rollsiegel der Mesilim-Stufe

   - Reste eines Kupferständers in Form einer Statuette

   - Fragment eines Kupferständer

   - Kupferhorn

   - Kleiner Kupferlöwe

   - Löwenamulett aus Kupfer

 

Fundort Tell Agule, Irak:

- Kupferständer einer männlichen Figur, vorgestreckte Arme die wohl statt des Kopfes die

   Trägerfunktion inne hatten, nackt, nach vorne fallende Locken Þ Gürtelheld?

- Kupferständer einer männlichen Figur, Untersatz fehlt, Trägeraufsatz auf dem Kopf, Bart

- Kupferständer einer männlichen Figur, auf dem Kopf vierarmiger Aufsatz, Hände fehlen

- Ständer in Form einer aufgerichteten Ziegenfigur, Standfläche fehlt

 

Fundgebiet Nordmesopotamien:

Fundort Assur, Nordmesopotamien:

- 10 km südlich der Stadt Šerqāt, am westlichen Tigrisufer auf einem Felsvorsprung

- Forschunggeschichte:

   1821    entdeckt und beschrieben von Rich

   1836    Grabungen von Ross

   1840    Grabungen von Henry Layard, erster Stadtplan

   1847-   Ausgrabungen von H. Layard und Hormuzd Rassan

   1853    - Fund eines Sitzbildes

              - Prisma, an dem die Keilschriftentzifferung in einem Wettbewerb getestet wurde

   1873    Grabungen von Smith

   1903-   Erste wissenschaftliche Ausgrabungen von der deutschen Orientgesellschaft

   1914    von R. Koldewey und danach von W. Andrae, erstmals gut dokumentiert

   ab 60er Grabungen der Irakis                                

   1988    Erstmals wieder deutsche Ausgrabungen

   1989    Neue Vermessung durch B. Hrouda

   2000-   Grabungen von Peter Miglus im westlichen Stadtbereich

   2001   

- Die Besiedlungsschicht in Assur beträgt höchstens 10 m.

- 3. Jt.: 20 Gräber, mit vielen Tongefäßen

   - Schultergefäße mit verzierten Schultern

   - Becher mit zylindrischem Hals

   - Waffen

   - Gräber ab der Akkad-Zeit: Schachtgräber

- Ištar/Inanna-Tempel mit mehreren Schichten

   H:  Herdhaus, wenig erhalten, kaum Funde: nur Scherben

   G: verbrannt

        - Tempelmodelle aus Terrakotta bis zu 1 m hoch,

        - Beterstatuetten aus Kalk- und Gipsstein: der Konsistorialrat, mehrregistriger Zottenrock, kurzer Bart,

           glatzköpfig, Stilstufe III (FD III b)                                   - Bauinschrift: Ikiti hat die Beute aus einem Feldzug gegen Gazur (Nuzi/Jordan Tepe)

             der Inin geweiht Þ FD II – Akkad-Zeit, dem Zeitpunkt der Zerstörung

   F:   Steinfundamente auf dem Vorhof, durch Brand zerstört Þ Akkadzeit

   E:   mit einer Eingangstreppe

        - Bauinschrift: Zariqum Statthalter des Amar-Suen für die Bēlet ekalli Þ Ur-III-Zeit

- Aššur-Tempel:

- akkadzeitlicher Kopf einer Statue aus hartem dunkelgrauen Stein, etwas überlebensgroß, Kopf am Hals

   abgebrochen, Zerstörungen, an Oberlippe, Nase und rechten Auge

   - aus Schutt aus dem Aššur-Tempel

   - Backenbart stilisiert in 4 Reihen

   - Oberlippenbart ohne Innenzeichnung

   - Stirnband und Haarknoten

   - Hortfund unter dem ältesten Aššur-Tempel:

     - männliche Statuette eines Opferträgers aus einem 13,5 cm hoch, Kupfervollguss, kurzer kreuzweise

        schraffierter Rock, auf dem linken nach vorne gestreckten Arm lag ein Opfertier, große Augenhöhlen

        Þ ws. Akkadzeit-Ur-III-Zeit

     - stehender Vierbeiner

   - Schicht G:

     - kaum erhalten, nur Mauerreste, liegt auf einer exponierten Stelle, vom mythischen

        Ušt/pia (ca. 2150) begründet, erster König von Aššur, der noch unter den Zelten

        wohnte, Erišum (ca. 1900) erneuerte den Tempel

    - nach dem Verfall des Tempels Kinderbestattungen in den Fundamenten

- Funde:

Ninive-5-/FD-Zeit:

- Terrakotten: viele

   - brusthaltende Frauen wie in Tell Bia, mit Halsschmuck, Glockenrock, lebensgroß

   - teilweise mit Waffen Þ Gottheiten?

   - Männer mit Kopfbedeckung

   - Auf einem Stuhl sitzende Frauen, die mit dem Stuhl verschmolzen sind

- Steinerne Gussform für Schmuck

- weibliche Beterstatuette, mehrregistriger Zottenmantel, Stil II

Akkadzeit:

- Statue ohne Kopf mit Wickelrock von einem lokalen Herrscher, lebensgroß, aus einer Ur-

   III-zeitlichen Schicht

- Tontafeln aus der Akkad-Zeit aus der untersten Schicht im Hof des alten Palastes

- männliche Statuette eines Opferträger aus Assur, 21,5cm, Kupfervollguss, mit Lamm und

   Messer, ehemals eingelegte große Augen und Brauen, kurzer Rock, mit Nägel durchbohrte

   Füße Þ ws. Akkadzeit-Ur-III-Zeit

Ur-III-Zeit:

- Votivperle mit Inschrift für die Šauška von Assur

- weibliche Metallfigur in Bethaltung, mit dickem Haarkranz

danach: siehe Altassyrische Zeit

 

Fundort Bayga:

N5-/FD-Zeit:

- Tontafeln aus FD-Zeit

- Siegel, ähnlich denen in Brak

 

Fundort Bītwāta/Kulun(n)um, östlich von Erbil im Taurus, am Unteren Zab:

Felsrelief mit Inschrift, heute im Israel-Museum

Relief:

- zeigt einen siegreichen König, der seinen Fuß auf einen Besiegten setzt, vor einer

   gleichgroßen Gottheit, bartlos, kuzer Rock, nackter Oberkörper, Breitrandkappe mit

   Halbmonden verziert, Halskette, Armreif sm rechten Handgelenk, in der Linken einen

   Bogen, Axt(?) in seiner Rechten

- Gottheit mit Falbelgewand, 4-paarige Hörnerkrone, Halskette, ein Szepter in der Rechten,

   in der linken ein zweivolutiges Objekt

- der Besiegte ist nur halb so groß, Bart, soll wohl Aurnahuš, den Führer der

   niedergeschlagenen Rebellion wie im Text erwähnt darstellen

Inschrift: Iddin(n)-Sîn 4

- 8 kolumnige Inschrift, 7 Kolumne im Bildfeld, eine kleine darunter

- Tatenbericht des Iddi(n)-Sîn, König von Simurrum

   - Land Nimun: Stadt Kulun(n)um

   - Städte: Hapruzani, Šulute, Ailaki, Kubanniwe, Tirrikkinašwe (ethn. Tu/irukku)

- Rebellion unter Aurnahuš niedergeschlagen

- Fluch mit Götterreihung: An, Enlil, Nin-hur-saŋ, Enki, Sîn, Adad, Ištar, Ninsianna (sein Gott),

   Nišpa (sein Herr)

   - Nišpa: wohl ein lokaler Gott aus Simurrum: IKA-Ni-iš-pa, König von Simurrum in der

     Inschrift von Erridu-Pizir erwähnt (FAOS 7, 308:9)

- ein paralleler Text berichtet, dass sein Sohn AN-zabazuna die Rebellion niedergeschlagen

   hat Þ AN-zabazuna war wahrscheinlich der Gouverneur von Nimun, dem sein Vater

   geholfen hat

- Datierung: Ende Ur-III - Anfang Isin zeitlich

 

Fundort Gazur (3. Jt.) / Nuzi (2. Jt.) / Jordan-Tepe (heute):

- flacher Hügel, 5 m hoch, trapezförmig, 200 x 200 m

- 15 km sw von Kirkuk/Arappha (kaum ergraben)

- ausgegraben 1925-31 von Amerikanern und Irakern

- Schichten:

   - Sondage L4: 15 Pavements bis zum gewachsenen Boden

   - NW-Ridge/SE Edge: Stratum VIII-I (Wohnbereich)

   - Tempelbereich: Tempel G-A

      Pav. XII-XA  =                                     = Obeid-Halaf

      IX-VIII        =                                     = Uruk

     VII             =                                     = SpätUruk

      VI               =                                     = FD

      V-IV            =                 =   ?

     III              =  Strat. VIII =   G?           = Akkad-Zeit

     III-IIB         =  VII-V        =   G?           = Ur-III-Zeit

     II B-A          =  VII-V        =   F             = altbabylonisch

     I                =  IV-III       =   E-B          = hurritisch

     Pav. I.         = Strat. II    =   Tempel A  = hurritisch

Akkad-Ur-III-Zeit:

- Tontafel mit Landkarte eines von Bergen umgebenen Grundstücks

- Tempel G:

   - 20 x 14 m

   - Nischen-Pfeiler-Verzierung

   - knickaxialer Kultraum

   - Nebenräume

   - Bronzestatuetten

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Tell Billa:

- Schicht 7/6: N5-Keramik, Gräber

- Billa Keramik = bemalte N5-Keramik

 

Fundort Tall Laugh:

Akkadzeit:

- Siegelfunde

 

Fundort Tepe Gawra:

davor: siehe Chalkolithikum

Schicht 8-6: N5-Keramik

- Schicht 7: Ninive5-Zeit, bemalte N5-Keramik, kaum Baustrukturen, läuft bis Akkad-Zeit

- Schicht 6: Ende FD - Anf. Akkad / Ur-III-Zeit

   - hauptsächlich geritzte N5-Keramik

   - Wohnbebauung

   - reich ausgestattete Gräber

   - Hinterteil eines Vierbeiners

- 17 Schlangen aus Kupferdraht aus dem Stratum 7-5

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Ninive, Nordmesopotamien:

- Im 3. Jt. wurde hier die Göttin Šauška verehrt.

- Piedmont-Stil-Rollsiegel

N5-Zeit:

- Ištar-Tempel

- Die Schichten nach Ninive5 bis zur Neuassyrischen Zeit sind fast vollständig verschwunden

Akkad-Zeit:

- Post N5-Keramik Þ Tell Taya 9/8

- Maništušu berichtet über einen Ištartempelbau in Ninive

- Bronzekopf (Kupfer), wahrscheinlich Naram-Sîn, typische Haartracht mit Haarknoten, Stirnband, Bart mit

   Korkenzieher Þ diese Darstellungen dienen immer noch als Beter-Statuetten.

- zerstörter Kopf, gutgearbeitet, eingelegte Augen, vollständiger Guss, wahrscheinlich

   mit einem Pflock auf einer Statue befestigt (wahrscheinlich 16. Jh.?)

Ur-III-Zeit:

- Text mit dem hurritischen König Tiš-atal aus Ninive aus der Ur-III-Zeit

Lit.: Endpublikation: Renate Gut: Das prähistorische Ninive

danach: siehe 1. Jt.

 

Fundort Telul eth Thalathat:

- N5-Keramik

- Grillplanhaus, keine Tür Þ Getreidespeicher, reichte für 300-400 Menschen ein Jahr

 

Hamrin-Gebiet:

Fundort Tell el-Hemmel, Hamrin-Gebiet:

- 1997-2000 ergraben

- Kontrolle des Handelsweges

- FD-Schichten

- rundes Gebäude mit drei Mauern

- sowohl Scarlett-Ware als auch Ninive5-Keramik Þ Überschneidungsgebiet

 

Fundort Tell Gubba, Hamrin-Gebiet:

- Gebäude aus 8 konzentrischen Ringen, mit Treppen, Durchmesser 70 m, befestigt, Gänge

   mit Kraggewölben

Þ Fluchtburg (?), typisch fürs Osttigrisgebiet in FDZ

 

Fundort Tell Rašuk, Hamrin-Gebiet:

- an der Mündung des kleinen Zab

FDZ:

- rundes, zentrales befestigtes Gebäude mit 5 großen Räumen

 

 

Das 3. Jahrtausend in Syrien:

Chronologien:

Frühsyrische Periode: 2900-2000

I  ≈ FD-Zeit

II ≈ Akkad-/Ur-III-Zeit

 

FBZ I

3000-2900

2900-2600

FBZ II

2900-

2600-2400

FBZ III

-2400

2400-2100

FBZ IV A

2400-2300

 

FBZ IV B

2300-2000

 

 

Ḫabur-Gebiet:

FD III – Akkadzeit:

- Keramik: metallisch wirkende Ware, zwischen Ḫabur und mittleren Euphrat

- Das Hauptgebiet der Hurriter liegt weiter im Norden.

- Naram-Sîn kämpft in Anatolien gegen die Hurriter.

- Gebiet mit Kranzhügeln, liegt zwischen Oberen Baliḫ und Oberen Ḫabur, es kommen gleichzeitig

   aber auch andere Hügelformen vor

 

Architektur:

- Fundamente und Sockel aus Stein, aufgehendes Mauerwerk meist aus Lehmziegeln, Flachdächer

- Stadtmauern mit vorspringenden rechteckigen Türmen

- Antentempel: Langraumtempel mit axialem Eingang auf einer der Schmalseiten und einer

   Cella mit Nische auf der gegenüberliegenden Seite, seit der 2. Hälfte 3. Jt. in Tell Halawa belegt

   - hauptsächlich in Syrien und Anatolien vorkommend

   - gelegentlich mit Vorraum, keine Seitenräume

    

- Häuser:

   - Parzellenhaustyp

  

 

Statuen: spätes 3. Jt.

- Amuqgebiet: völlig andere Figuren als in Mesopotamien

- wenige Figuren, klein, oft aus Metall, Idole mit nur angedeuteten Formen, Reduktion

   auf die wichtigsten Körperteile Þ Violinenidole

 

- Funde ohne Fundort:

- 6 Bronzefiguren, 3 männliche, 3 weibliche

   - m: Krieger mit Helm aus Silber und Waffen, hauptsächlich aus Kupfer

   - w: Brusthalterinnen

- Stierstatuetten

- tönernde Metallfrisur aus Syrien, aus mehreren Teilen bestehend

 

Fundorte:

Fundort Byblos:

- auf zwei Hügeln, mit Zugang zum Meer, Quelle in der Stadt, in der Nähe Kupfer-, Zinn- und

   große Holzvorkommen

- aus Ägypten ab der 2. Dynastie ws. belegt, ab der 6. Dynastie sicher; Handel zwischen

   Byblos und Ägypten bewirkt den Bedeutungszuwachs von Byblos. Ägyptische Schrift wird verwendet.

- S. IV: erste Urbanisierungsschicht

   - erster Tempel der Belet-Byblos wurde überbaut

   - Stadtmauer um 3000 errichtet, mit vorspringenden rechteckigen Türmen

- S. V: um 3000

   - Glyptik: typisch Ğemdet-Naṣr

   - mehrstöckige Häuser

   - Importe aus Ägypten der I.-III. Dynastie

- S. VI:

   - reger Handel mit Ägypten, vor allem Holz

   - Häuser: in der Mitte ein länglicher Raum/Hof, Stützpfeiler in den Räumen

   Þ abgebrannt

- neue Keramik, ähnlich Amuq J

- neue einräumige Architektur

- Kontakt mit Ägypten belegt

Þ Zerstörung um 2200

- Funde: Terrakottagruppe mit zwei Männern und zwei Ochsen (FB)

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Ebla / Tell Mardiḫ:

- Geographie:

Tell Mardikh liegt 55 km südlich von Aleppo, Mardiḫ ist ein 800 m langer Tell. Er wird unterteilt in einen unteren Bezirk welcher 4 m über dem umgebenden Gelände liegt und die gesamte Unterstadt ausmacht und dem oberen Bezirk bzw. der Akropolis welche eine Höhe von 15 m aufweißt. Die Ausmaße des Tells mitsamt der Unterstadt betragen 56 ha.

- an der West-Ost-Handelstraße und der Nord-Südstraße

- Forschungsgeschichte:

Nach kurzen Besuchen 1904 durch eine amerikanische Expedition der Universität Princeton

und durch eine französische  Expedition in den 50er Jahren begannen 1964 die italienischen Ausgrabungen unter Leitung von Matthiae.

1968 wurde in einer persischen Schicht südwestlich auf der Akropolis die Königsstatue des Ibbit-Lim mit einer akkadischen Inschrift entdeckt. In der Inschrift wurde Ibbit-Lim als ein König von Ebla beschrieben, wodurch Tell Mardiḫ mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Ebla gleichgesetzt werden konnte.

1973 begann man mit der Grabung am frühdynastischen Palast G.

1974 wurden erstmals 42 Tontafel im administrativen Teil des Palastes G gefunden, und

        der Assyriologe Pettinato der zu dieser Zeit in Heidelberg lehrte wurde hinzugezogen.

1975 stieß man dann auf das Hauptarchiv von Ebla und es wurden mehr als 15.000

        Tontafeln bzw. Fragmente gefunden. Davon waren 2000 komplett erhalten.

1983 widmete man sich wieder der Grabung um den Palast G, wobei man auf das Gebäude

        G2 stieß, welches man ins Jahr 2500 datieren kann.

-  Schichten:

   M I:            3500-2900     Chalkolithikum – FBZ I

   M II A:        2900-2400     FBZ II-III

   M II B1:      2400-2300     FBZ IV A

   M II B2:      2300-2000     FBZ IV B

- I: Keramikfunde

- II: Im 3. Jahrtausend, in der Mardiḫ II-Periode, wächst die Stadt an und entwickelt sich zu

     einem Zentrum für Handel aber auch für Bildung.

- II B1:

- 4 Tore sind aus Texten bekannt

- Palast G: am Südwesthang

   - Audienzhof mit Podium für den Königsthron, Turm, zeremonieller Treppenaufgang,

     monumentales Tor, Wachhaus, Verwaltungsviertel, Südliche Quartiere, Zentralkomplex

   - Siegel: Es wurden im Palast G über 100 Tonbullen mit Siegelabdrücken gefunden.

   - figürliche Holzintarsien: Bestandteile eines Thrones und eines Tisches und anderer Möbel

     - Darstellung eines frontal wiedergegebenen Königs mit typischer turbanartiger

        Kopfbedeckung und einer Zeremonialaxt

     - zwei im Kampf gefallene Krieger

     - Mädchen im Zottenrock

     - mythologische Figuren: Anzu-Vogel

     - Tierszenen: Löwe greift Tiere an

   - kleiner goldener liegender Wisent mit menschlichem Gesicht und Bart aus Steatit Þ ca. 2350-2250

- Tontafelarchiv: 17000 Tontafeln in Eblaitisch, 24. und 23. Jh.

   Þ wichtigstes Zentrum in Nordsyrien

- Keramik: homogen und gleichförmig: dünnwandige, auf der Drehscheibe hergestellte Ware, bemalt in

den Farben gelb, grün und weiß, gut gebrannt, Parallelen zu der fortgeschritteneren Phase des Amuq I auf, vollkommenes Fehlen von Rot-Schwarz gebrannter Keramik in Ebla

- Prunkgegenstände: große Statuen z. B. fehlen komplett.

- Salbenbüchse mit dem Namen von Pepi I. in ägyptischen Hieroglyphen, König von Ober- und

   Unterägypten (3. Pharao der 6. Dynastie, 2295-2250 v. Chr.). Der Titel auf dem Deckel ist der ersten

   Hälfte seiner Regierungszeit zuzuschreiben.

- Kompositfiguren: Fragmente von Kopfbedeckungen, Gürtel, Frisuren und Bärte gefunden. Die

   Bekleidungen bestehen größtenteils aus Kalkstein, während die Frisuren immer aus Lapislazuli und

   Steatit besteht.

- Perlen: Im Palast G wurden 1038 Perlen gefunden, teilweise ganz, teilweise fragmentarisch.

- von Sargon von Akkade (2334-2279) wohl friedlich unterworfen

- Naram-Sîn von Akkade (2254-2218) hat Ebla 2250 erobert und zerstört.

- Besiedlungslücke

- II B2:

- Wiederaufbau der Stadt, erreicht ihre alte Größe aber nicht mehr

- keine Texte aus Ebla

- Gudea erwähnt Textilien aus Ebla.

- um 2000 zerstört, gleichzeitig zu Zerstörungen in Ugarit, Amuq und Byblos

   Þ Amurritische Einwanderung?

- das Motiv des Anzuvogels ist ein kulturverbindendes Element

- Glyptik: ähnliche Motive, aber schlechtere steife Ausführung

- Bruchstück einer Statue des Iblut-Lim, des Königs von Ebla, Datierung unklar

- Siegelabrollungen ohne Inschrift, typisch syrisch: ein Hauptregister und zwei Nebenregister

- Akkadzeit: 23. Jh.

   - Holzkrieger im Zottengewand

   - Teile einer Holzfrau, verkohlt

danach: siehe Frühes 2. Jt.

 

Fundort Ekalte / Tall Munbāqa:

liegt auf der Höhe von Aleppo, am östlichen Ufer des Euphrat-Stausees, am Euphratknie

- Forschungsgeschichte:

   - 1907: erstmals beschrieben von Gertrude Belle

   - 1969: erste Sondage unter Leitung von E. Heinrich

   - 1970/71: E. Heinrich:

   - 1973/74-77: W. Orthmann:

   - 1977: A. Maurer

   - 1978-1999: D. Machule

FD III:

- erste Besiedlung im Bereich der Kuppe

- einige Gräber in „Ibrahims Garten“

danach: siehe Frühes 2. Jt.

 

Fundgebirge Ğebel el-Beida:

Akkadzeit:

- Basaltrundbild im Stil der Beter-Statuetten, aber bis zu 3 m hoch, mit Keule und

   Becher und in der Mitte geteilter Bart, wie in der FD-Zeit, mit Zottenmantel, keine Parallelen

   Þ keine Beterstatuette (?)

- Basaltstele: 3,45 m; zweimal die gleiche Darstellung an Vorder- und Rückseite, keine Parallelen

- Bildwerke im 2. Weltkrieg vernichtet

- keine Siedlung in der Nähe

- Steinkistengräber und Gruben von denen 2 noch Skelettreste enthielten

 

Fundort nähe Hama:

späte FDZ:

- Hausmodell: rechteckiges zweistöckiges Haus, flaches Lehmdach

 

Fundort Mari / Tall Hariri, Syrien:

- kreisrunder Tell, vielleicht Kranzhügel, ca. 600 x 1000 m

- nicht direkt am Mittleren Euphrat gelegen, durch einen Kanal verbunden

- Gott Wer, Namensgeber von Mari (Erwähnung im Gilgameš-Mythos)

- in den Königslisten als Sitz der X. Dynastie erwähnt

- Grabungen:

   - 1933-1974/5: A. Parrot

   - 1979-heute: J.C. Margueron

FD I:

- Gruftanlage unter dem späteren Hof des Ištar-Tempels:

   3 Kraggewölbe aus Gipssteinplatten, reich ausgestattet: Brustschild aus Goldblech, 2

   Scarlett-Ware-Gefäße

- Ištar-Tempel: f-d

- Keramik: wenig Scarlett-Ware und N5-Keramik, sonst Burnished-Grey-Ware und h.s. lokale Keramik

Þ verlassen, Hiatus

FD II – Akkadzeit: Mari wurde zu Beginn der Akkad-Zeit von Sargon zerstört

- Ištar-Tempel: 3 Schichten, c-a

   - Schicht C:

   - kein Herdhaus, mit Hof mit Säulengang (5-Lehmziegel-Rundpfeiler) und Entwässerungskanal

   - dicke Mauern

   - Cella: 7,3/5 x 9,3 m, mit Podest, Schalen im Boden

   - 7 unbeschriftete Gründungsnägel, in jeder Ecke einer und nahe der Tür einer (FD II)

   - Schicht B:

   - Beterstatuetten, 2 Männerköpfe

   - Amulett eines liegenden Stieres mit rechteckigem Bart

     - mit charakteristischen Löchern  

   - Schicht A:

   - Tempel mit angeschlossenem Wohnhaus und Lagerräumen

   - Sitzbeterstatuette des Verwaltungsbeamten A/Ebiḫ-il: durch Bohrungen plastisch wirkender Bart,

     natürlich gewellte Zotten, stoffliche Struktur des Hockers, mit schwarzem Bitumen eingelegte Augen

     - Beterstatuette des Iddin-Nârum/Idīnarum, nur der Oberkörper, gelochter Bart, Glatze

   - Beter-Statuette des Iški(Lamki)-Mari, König von Mari, 27 cm, ensi2 des Enlil für Inanna mit Zottenmatel

     über der linken Schulter, charakteristische Frisur mit Haarknoten, wie auf der Geierstele des E2-an-na-

     tum2 von Lagaš (um 2460) oder dem Helm des Meskalamdug aus Ur Þ Mitte 25. Jh.

   - 6 Gründungsbügel aus der Cella

   - Sitzbild eines Paares

   - Standarte von Mari: Steineinlagen aus Kalkstein oder Muscheln:

     Kriegsdarstellungen und Kultdarstellungen/Opferszenen, Krieger führen gefesellte Feinde vor den

     König

   - zweites Kultpodest, viele Steatitgefäße

   - kegelförmiges Steatitgefäß, Raubtier und Schlangenkampf

   - Akkad-Zeit: Zerstörung des Tempels durch Sargon

- Nini-ZA-ZA-Tempel

   - gegründet in FD III

   - Herdhaus, Bänke an den Seiten, mit quadratischem Hof mit schwarz bemalten

     Nischen, in der Mitte ein Pfeiler aus Basalt, asphaltierter Weg entlang den Wänden

   - Cella: 14 x 5 m, Postament, Bänke, Schalen im Boden

   - Wirtschaftsräume/Küche

   - viele Beterstatuetten (vielleicht ein Ahnenkulttempel)

   - Keulenköpfe

   - kleiner Stierkopf

- Ištara-Tempel:

   - gegründet in FD III

   - ähnliches Fundmaterial, ähnlicher Aufbau wie Nini-ZA-ZA-Tempel

   - 2 Kultstellen in einem Raum, Eingang in der Mitte

   - Steingefäß aus dem Ištara-Tempel für den König Ikun-šamagan

- große Terrasse

- Terrasse mit Dagan-Tempel:

   - Eingang von der schmalen Seite, Kultbild gegenüber, Anten-Tempel

   - ein Gründungsbügel aus der archaischen Zikkurrat

- Šamaš-Tempel:

   - ein Gründungsbügel

- Palast-Tempel:

   - ergraben von Jean-Claude Malderou

   - Schichten:

     T2: FD I?

     T1: Akkad-Zeit?

   - Toranlage, Höfe, umliegende Räume,

   - quadratischer Hof: 31 x 31 m, Ziegel- und Asphaltwege

   - Gründungsschlüssel, goldene und steinerne unbeschriftete Gründungstafeln

   - Schatz vor Ur: Topf mit diversen Kunstgegenständen aus dem Hof 27

     - Anzu-Vogel aus Gold und Lapislazuli für die Gottheit GAL, nennt den König von Ur Mes-anne-pad-da

        (um 2460)

     - Lapislazuliperle mit Inschrift des Mes-anne-pad-da (um 2460) mit Erwähnung seines Vaters

        Meskalamdug von Ur

     - weibliche Statuette, aus Bronze, nackt, Gusszapfen unter den Füßen, übertrieben ausschweifende

        Hüften und Schultern, Unterarme nach vorn, Bauchnabel und Brustwarzen mit Gold eingelegt, langer

Hals, Augen aus Muscheln, große Pupille aus Lapis, Haar mit einer Silberauflage versehen, zwei kleine Hörner Þ Göttin

- Ninḫursaŋ-Tempel:

   - FD und Akkadzeitliche Schichten

- einige wenige Dokumente, sumerische Struktur der Schrift aber viele akkadische Begriffe

   Þ Akkadisch Hauptsprache, ca. 26. Jh.

- Beterstatuette für den König Ikun-Šamagan (jünger FD), bärtig mit Zottenrock, glatzköpfig,

   Inschrift auf der rechten Schulter

- Oberkörper einer Beterstatuette eines bartlosen Beters, glatzköpfig, eingelegte Augen (jünger FD)

- Beterstatuette eines Intendanten: mehrregistriger Zottenrock, Kopf unf rechter Arm fehlt

   Þ Stil II

- Kopf einer Beterin, mit einem über den Kopf gelegten Zopf, Stil II

- Beterstatuette des Nani: mehrregistriger Zottenrock, bärtig, Glatze, leicht geneigter Kopf

- männliche Beterstatuette, mehrregistriger Zottenrock, gedrungene Figur, barhäuptig,

   eingelegte Brustwarzen

- Beterstatuette des IPUM.ŠAR: mehrregistriger Zottenrock, barhäuptig, eingelegte

   Brustwarzen, Schrittstellung

- Kopf eines Mannes, lange Haare, kein Bart, ähnlich zu dem Sänger Ur-Nanše

- Beterstatuette eines Mannes, Zottenrock aus einer langen Zottenreihe, lange Haare, kein

   Bart, ähnlich dem Sänger Ur-Nanše

- Kopf eines Mannes, barhäuptig

- Beterstatuette eines Mannes, einfacher Zottenrock, Arme abgebrochen, Inschrift auf dem

   Rücken, Schrittstellung

- 41 Weihinschriften, meist auf Statuetten

   Þ Königsnamen: Iku-Šamagan, Ip-LUL-IL, Išqi-Mari (Lamqi-Mari), Iku-Šamaš, Ganšud

      (gleichzeitig zu Mesannepada); Koalition zwischen Kiš und Mari

   - Hausmodell: unter einer frühdynastischen Straße gefunden; Kammer mit Rauchabzug,

     hervorgehobene Außentür, hufeisenförmige Feuerstelle im Zentralraum, rund, ohne Dach

   - Bronzegeräte mit Namen der Töchter des Königs Naram-Sîn, Ulmaš und Šumšani

   - Maison Rouge:

     - akkadzeitliche Rollsiegel

Ur III-Zeit – Isin-Larsa-Zeit:

- Übernahme des akkadischen Governeurs-Titel: šakkanaku

- Weiterführung der Tempel und des Palastes

- Ninḫursaŋ-Tempel:

   - Gründungsurkunden in den Ecken, gegründet von Nūr/Niwar-Mēr (2153-2148)

   - Bronze- und Holztafeln

   - Streugaben

- Älterer Dagan-Tempel:

   - einräumig mit vorspringenden Pfeilern am Eingang, 11 x 7 m

   - Beterstatuette: Mantel mit geradem Abschluss unter der Brust, unverzierte Breitrandkappe,

     Vollbart nicht Lochverziert, Inschrift: Išdub-El (2147-2136), der Bruder des Nūr-Mēr,

     baute den Tempel für den Herrn des Landes

- Jüngerer Dagan-Tempel:

   - dicke Mauern, schmaler Eingang, Vorsprünge am Eingang

- Palast:

   - Statuette von Iddin-El (2090-2035): 40 cm, König von Mari, gerade Form, geschmücktes

     Gewand, spiralförmiger dreieckiger gelockter Bart Þ typisch für Herrscher von Mari

   - Türpfostenstein von Ḫanun-Dagan (2016-2008), dem letzten šakkanaku

   - Wandmalereien:

     - Libationsszenen vor Ištar und einem männlichen Gott, w.s. Sin

     - im Audienzsaal 132:

        - Krieger mit Kinn und Wangenbedeckender Kopftracht, vgl. Alabasterkopf, von Pfeilen

           getroffen, ist selbst wohl mit einem Speer bewaffnet

   - Kriegerkopf aus Alabaster:

     - lag auf der Treppe, die von Hof 104 zum Zimmer 201 führt

     - mit Kopftracht, die auch Wangen und Kinn bedeckt

     - plastische Augenlieder, ähnlich anderen akkadzeitlichen Köpfen Þ akkadzeitlich

     - heute im Museum von Aleppo

- Wohnhäuser

- Gräber: meist Erdgräber, aber auch in Tongefäßen oder Terrakottasarkophagen bestattet

- Statuetten von Išpur-ilum

- Frauenfiguren mit hohen zylinderartigen Hüten

- turbanartige Kopfbedeckung

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Šagar-Bazar:

davor: siehe Chalkolithikum

- Schicht V-II: 3. Jt.

   S V-IV: Uruk – FD I

   S III-II: FD I – Ur-III-Zeit

- N5-Keramik

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Tell al-Judaidah:

FBZ I: 3100-2900, Amuq G

- Lehmziegelhäuser

- Massenkeramik meist unverziert, manchmal red reserved slip ware

- birnenförmige Keulenköpfe

- 6 bronzene Statuetten mit Silber und Goldverzierungen, 14-27 cm, 3 m., 3w.

   m: mit Waffen, Helm, Gürtel, sonst nackt

   w: Brusthalterinnen, mit Diadem oder Halsschmuck, sonst nackt

FBZ II, III: 2900-2400elHelHelm, Amuq H

- Metallische Ware, w.s. aus dem Norden

 

Fundort Tell al Raqa’I:

- kleiner einräumiger Tempel

- großes rundliches zentrales Gebäude, mit unterirdischem Speicher

 

Fundort Tell Beydar/al-Beidā / Nagbada, oberer Ḫabur:

- Kranzhügel: in der Mitte eine Tellkuppe mit einer inneren und einer äußeren

   Befestigungslinie, von Anfang an vorhanden, rundes Stadtgebiet mit Mauer umgeben

   Þ typisch Ḫabur Gebiet

- innerer Bereich 300 m Ø

- von einem euro-syrischen Grabungsteam seit 1994 ergraben

- im 3. Jt. maximale Ausdehnung

- Außenring: Wohnhäuser und Gräber

- Tellkuppe:

   - FD Schichten – Akkad-Schichten: Abfolge ohne Zerstörung

   - Palast F: exponierte Lage, großzügiger Grundriss, Mauerdicke von 1,7 m

   - besonders gut ausgestattetes Grab im Palastbereich, 2 Kraniche mit im Grab

   - offizielles Gebäude: 25,4 x 7,4m, bestehend aus 4 hintereinanderliegenden Räumen

     Þ FD IIIb ausgeräumt und zugeschüttet

   - Archiv aus Privathaus mit 140-144 Tontafeln aus FD III

     Þ Landwirtschaftliche Texte, Name vielleicht Nagbada, unter der Herrschaft von Nagar

   - Siegelabrollungen mit Equiden und Wagendarstellungen

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Tell Boga:

- nahe Tell Halaf

- Kranzhügel

 

Fundort Tell Brak / Nagar:

davor: siehe Chalkolithikum

N5/FDZ:

- beide N5-Keramiken

- aus der 1. Hälfte des 3. Jt. gibt es kaum Befunde

- war in der Mitte des 3. Jt. bereits semitisch geprägt

- Phase L: spätes FD

   - keine Stadtmauer

   - ws. schon Monumentalbauten vorhanden

   - Wohnhäuser

   - Palast und Tempel der Hauptgöttin Belēt Nagar nicht ergraben

   - Tontafel: ED Lu A, Zeilen 115-122 (TB 12381) (Ort: TCJ-1674)

Akkadzeit:

- von Mallowan ausgegraben

- ein großer Gebäudekomplex (110 x 93 m), e2-gal des Naram-Sîn dem 4. Herrscher von Akkade (2254-

   2218) mit einer 10 m breiten Mauer umgeben, mit 4 Höfen und langen, schmalen       Magazinen, Ziegel mit

   einer Standartinschrift von dNaram-Sîn Þ späte Naram-Sin-Zeit, geplündert und verbrannt

   - Fragment einer Alabastervase mit dem Namen von Rimuš

   - akkadzeitliche Tontafeln

   Þ wahrscheinlich eine Karawanserei, Festung, Stützpunkt

- Knickaxialer Tempel mit Hof, mit Podest im Hof, rituell verlassen und begraben

   - Gefäße, Metallschrott, Lapislazuliperlen, Amulette, Abdrücke von Rollsiegel, Statue

      eines ruhenden Stieres mit Menschenkopf und gehörnter Kopfbedeckung

- Weiterer kleinerer knickaxialer Tempel mit Vorhof

- Große Häuser: mit einem viereckigen Hof mit umgebenden

   Räumen und 2 rechteckigen Höfen mit umgebenden Räumen

- Siegel

Ur-III-Zeit:

- Palast mit Tontafeln und Bullen mit dem Namen von Ur-Nammu und Siegelabdrücke

   im Ur-III-Stil, wahrscheinlich Karawanserei

3. Jt.:

- Onager-Skelette

- viele Esel und Wagen Terrakotten

- auf Rollsiegeln auch viele Esel- und Wagendarstellungen

- Kopf eines Mannes mit Wangen und Kinn bedeckender Kopfbedeckung, vgl. Alabasterkopf

   aus Mari: Akkade-Ur-III-zeitlich

 

Fundort Tell Halawa, im Euphrattal:

2. Hälfte 3. Jt.:

- Langraumtempel

 

Fundort Tell Harab Sejar:

- nahe Tell Huera

- kein Kranzhügel

 

Fundort Tell Ḫuera / Abba Şal?, zwischen Baliḫ und Ḫabur:

davor: siehe Chalkolithikum

FD III – Akkade-Zeit:

- 5-6 m dicke Außenmauer, 3 Bauphasen,

- Untere Stadt hauptsächlich Wohnbauten

- Obere Stadt: öffentliche Gebäude Þ Steinbau 1-4, 6

   - Steinbau 1: 15 x 27 m, Sockel, 6 m hoch, oben drauf Lehmziegelgebäude mit Steinfundamenten,

     Antentempel

     - darunter älterer Tempel mit Kultpostament,

      - daneben ältere Wirtschaftsräume, zerstört S. 7B, 20 gefallene Skelette

   - Steinbau 2: Aufgang zum Tempelkomplex

   - Steinbau 3: Torbau zum Temenos mit Steinbau 4, auf einer 14x 16 m Terrasse, mit großer

     Treppe vor dem Bau, angebaut in FD III A

   - Steinbau 4: noch nicht ergraben, vielleicht der Haupttempel des Komplexes

      Þ in der Akkade-Zeit wurde der ganze Komplex mit Wohnhäusern überbaut

   - Steinbau 5: großes Privathaus, 25 x 30 m, mit Steinfundament, quadratischer zentraler Hof,

     mit angrenzendem Empfangsraum

   - darunter kleinere Häuser mit Brennöfen Þ Töpferviertel

   - Alter Steinbau 6 Þ Schicht 2 in Bereich F: Palast F

      - starke Mauer im Westen

      - quadratischer, zentraler Hof mit angrenzendem Empfangsraum mit Thronpodest, Küchen-

        und Vorratsräume, weitgehend fundleer aus FD III

      - Akkade-Zeit: Werkstattbereich, Töpferei mit Brennöfen, noch mit Keramik aus der Akkade-Zeit, dann

        aufgegeben

   - Neuer Steinbau 6:

      - Antentempel, auf Terrasse, Podest, Bänke, Gefäßständer, inmitten des „freien“ Platzes

- Temenosmauer, noch 4 m hoch erhalten

- Kleiner Antentempel: im Zentrum, inmitten von Wohnhäusern, 7 x 4,7 m

   S. 4: Wohnbauten mit Altären

   S. 3: Podest an der Querseite

   S. 2: zweites Podest an der Längsseite

   - kleine Beterfigur aus dem Kleinen Antentempel: Bart, gescheitelte lange Haare, Rock mit

     Zottenrand Þ Mesilim-Stil Ib

- Nordtempel: Ende FD – Anfang Akkad-Zeit

   - 15,5 x 9 m, Antentempel

- Wohnhäuser mit zentralem Raum/Hof mit Wirtschaftsfunktion

- regelmäßig breite Häuserfronten

   Þ planmäßige Aufteilung des Wohnraums bei der Gründung

- Obere und untere Stadt ca. je 1500 Häuser Þ ca. 20000 Einwohner

- leerer Platz in der Mitte der Stadt wurde zur Müllkippe

- dadran Häuserviertel Bereich K

   - Beterstatuetten aus End-Akkad Schicht, aber schon aus FD II

   - Haus 20: von FD III A – Spätakkad bleibt das Gründstück und der Grundriss gleich

     im Gegensatz zu den umgebenden Häusern

   - die Gasse bleibt immer gleich

- Chantier (Häuserviertel?) B:

   - Parzellenhaustyp, Häuser mit Steinfundamenten, wie in der Türkei

- Gräber: Schachtgräber

   - Grab in der Nähe von Steinbau 2 auf dem Temenos

     - Waffen, ähnlich wie in Til Barsip Þ Akkade-Zeit

     - Reste einer Maske einer Kompositstatue: überlebensgroße Augen, Ohr, Nase, Bart

     - 2 verbrannte Leichen

     - sonst keine intramuralen Bestattungen

     Þ vielleicht Reste der Kultausstattung und getötetes Tempelpersonal nach der Zerstörung

        des Tempels

- Hauptstraße geht gerade quer durch die Stadt, an ihr lagen die wichtigsten Gebäude

- runde um das Zentrum angelegte Straßen und radial aufs Zentrum zuführende Straßen

   Þ angelegte Stadt

- ausgedehntes Kanalsystem in der Unterstadt

- Außenmauer: gegründet FD II

   Innenmauer: aufgegeben FD II

   Þ die Stadt hat nie zwei Verteidigungsmauern besessen, die Stadt war erst ein normaler

        Tell und wurde dann erweitert

- Außenbau, mit einer von Stelen gesäumten Straße, einzigartig in VA:

   Aufrechtstehende, unregelmäßige, deutlich bearbeitete Steinplatten von 2-3m Höhe, in zwei

   Reihen aufgestellt

- Keramik:

   - Metallware: Ende FD-Zeit – Akkadezeit

     - wurde nicht in der Ğezireh hergestellt

   - N5-Keramik

   - inkrustierte, anatolische Ware, weiß in schwarz

   - teilweise verzierte Gefäßständer, z. B. mit Anzu-Vogel, Ziege, Skorpion, Held der Tiere, Rosetten

     Þ Piedmont-Stil

   - große Gefäße mit rundem Boden, Gefäßständer

- Terrakotten:

   - einfache, schlanke Brusthalterinnen; einfach verzierte Wagen

   - 5 Beterstatuetten aus FD II: alle männlich, sehr ähnlich denen aus dem Dijalla-Gebiet

   - Tierterrakotten, Wagenterrakotten

- Reliefplatte: 40 x 30 cm, 7 Frauen mit Zottenröcken, spitzer Kopfbedeckung, 2 Zöpfe,

   nebeneinander auf einer Bank sitzend, halten Kinder und Tiere in den Armen

- lokale Ausführungen der FD Siegelmotive, ohne Inschriften: Tierkämpfe, Held der Tiere,

   Bankettszene, schlechtere Qualität als im Süden

- Keilschriftfunde mit semitischen Namen

- Akkade-Zeit: Beschränkung auf den Haupthügel

Um 2200: Verlassen aber keine Zerstörungsschicht

Þ Bevölkerungsrückgang in dieser Zeit überall in dieser Region

danach: siehe Mittani-Zeit

 

Fundort Tell Leilan:

- Periode III: bemalte und geritzte/gekerbte N5-Keramik

 

Fundort Tell Mohammed Arab:

Periode 1: Uruk Ware

Zäsur

Periode 2: bemalte N5-Keramik

Zäsur

Periode 3:

geritzte N5-Keramik

 

Fundort Tell Taya:

- Schicht IX:

   - N5-Keramik

   - riesige Stadt, vergleichbar mit Uruk

   - runde Zitadelle mit einfachem Tempel

 

Fundort Tuttul / Tell Bi’a, Syrien:

- nahe Raqqa, im Winkel zwischen Euphrat und Baliḫ

- ca. 650 x 750 m, 56 h, auf mehreren Hügeln, im Zentrum liegt der Hügel E

- 1980-1995 deutsche Ausgrabungen unter Eva Strommenger

- Stadtmauer: FDZ, mehrere Bauphasen

   - unregelmäßige Form

   - Ältere Hauptmauer:

     - 6-6,5 m stark

     - unterschiedliche Arten von Lehmziegeln

     - Glacis: Lehmschicht zum Schutz des Mauerfußes

     - Pfeiler an der Innenseite der Mauer, Turm an der Außenseite

   - Jüngere Hauptmauer:

     - 4,8 m stark

     - Lehmziegel (42x42x10cm) Þ Akkade-Zeit?

     - Mauerschale

   - Außenmauer:

     - 1,9 m stark

     - Lehmziegel (42x42x10cm)

     - Mauerschale

Hügel E:

- Frühdynastische Grabbauten (ca. FD IIIa) unter dem Zentralhügel E und unter dem Palast B,

   nacheinander entstanden

   - 6 ebenerdige meist 3-räumige Lehmziegelbauten

   - rechteckige Lehmziegel 50 x 30 cm

   - Wände innen und außen verputzt, innen auch geweißt

   - Fußböden: Lehmzieglunterbau mit Estrich darüber

   - Die Außentüren wurden zugemauert

   - Bedachung: unklar

   - Mehrfachbestattungen

   - Beraubung durch die Seitenwände Þ Skelette und Inventar völlig durcheinander

   - GB6/2 ungestört:

     - WO Ausrichtung

     - Skelett eines 18-19 Jahre alten Jungen (171 cm)

     - angewinckelte Arme und Beine

     - Blick nach Süden, auf der rechten Seite

     - Viele Waffenbeigaben: Beil, Schaftlochaxt, Dolchblatt, Köcherschuh

     - Sonstige Beigaben: Keramik, Tierknochen, Gewandnadeln

      Þ Wertvolle Beigaben Þ Gräber des Königshauses

- Palast B: FD IIIb, verbrannt

   - Unter dem Hof des Palastes: Grüfte, die zu einem älteren Palast gehören

   - Akkade-Zeit:

     - Anbau eines Pfeilerbaus an den Palast

     - Mauer mit Pfeiler verziert

     - Siegelabrollungen:

        - Gottheit mit Hörnerkrone, Falbelgewand, Strahlen Þ Šamaš

        - Kampf mit einem Vogel

- Terrakotten:

  - brusthaltende Frauen, mit einem Zottenrock-ähnlichen Rock, schmalen Hüften,

    Löcher in den Ohren

  - brusthaltende Frauen mit besser modellierten Körpern aufgesetzten 

     Scheibenaugen, vogelartiges Gesicht, manche auch mit Baby

   - wenige Männer mit Kopfbedeckung

   - Frau mit einer Achse für Räder

   Þ Spielzeug?, Votivgaben?

- Ende 3. Jt.:

- Antentempel, neben dem Palast

- Stadtmauer

- Bestattungen nur von Kindern in der Stadt, der Friedhof des 3. Jt. war außerhalb

- Inschriften 3. Jt.: keine Tontafeln

   - Tuttul und sein Dagantempel werden bei Sargon erwähnt

   - Inschrift auf einer Axt aus der Akkade-Zeit aus dem Kunsthandel: Il-elim, König von Tuttul

danach: siehe Frühes 2.Jt.

 

Fundort Til Barsip:

- Zügelring: zwei Pferde an einer Mittelstange

 

Fundort Ugarit/Uggaratki / Ras Shamra:

- Grabungsgeschichte:

   1929 – 1969: C. Schaeffer

   1969 - 1976: H. de Contenson / Margueron

   1976 - : M. Yon

- Lage: Naturhafen (Minet – el Beida), ca. 5 km südlich der Mündung des Orontes, an

   wichtigen Handelswegen gelegen, Nähe zu Zypern, der Tell liegt ca. 1 km vom Hafen

   entfernt zwischen zwei kleinen Wasserläufen

- Stadt:

   Besiedlung ab dem präkeramischen Neolithikum (um 7500) mit einem Hiatus zwischen

   2200-2000, 2. Jt. Blütezeit bis zur Zerstörung 1190/85, danach nur unbedeutende Reste aus

   persischer, hellenistischer und römischer Zeit, allerdings sind die oberen Straten stark erodiert

- ab 2900: erste Lehmziegelbauten dann Steinbauten

- ab 2500: wichtiges Produktionszentrum von Metallobjekten

- erstmals als Ug-ga-ar-ra-at in Ebla um 2400 erwähnt

- ab 2200: Umbruchszeit, Hiatus

- Stadtmauer

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Urkeš / Tell Mozan, Syrien:

- 25 m hoch, 18 h Tellkuppe

- 1934: 1 Woche lang von M. Mallowen gegraben

   1984- : ergraben von G. Buccellati und M. Kelly-Buccelatti

   Þ Identifizierung mit Urkeš

- sehr alte hurritische Stadt, Sitz des hurritische Gottes K/Humarbi

- doppelte Stadtmauer mit Senke (Ähnlichkeit mit Tell Ḫuera)

Früheste Reste aus der Halaf-Zeit

Frühes 3. Jt.: Ninive5-Zeit

- Besiedlung der Tellkuppe

- N5-Keramik, C14-Datierung: 3000-2900

- Stadtmauer

- in der Außenstadt Gräber mit Metallgegenständen und Tongefäßen,

FD III: maximale Ausdehnung, 130-140 h

- Tempel BA: auf einer Lehmziegelterrasse, 4 Bauphasen des Tempels, auf dem höchsten Punkt gelegen:

   Phase 1: Ende FDZ, ein Raum, Altar aus einem Steinblock

   Phase 2: Raum aufgeteilt, abgebrannt

   - Löwe aus Stein

   - Mitte 3. Jt.: Stadtmauer ohne Verteidigungszweck, Ring um die Außenstadt

FD – Akkad-Zeit:

- Gebäude A: Königspalast, mit Urkunden mit Herrschernamen von Urkeš

   - König Tupkiš (hurri.) verheiratet mit Uqnitum (akkadi.) (ca. 2250-2225)

Akkad-Zeit:

- Siegelabrollungen der Tar’am-Akkade, der Tochter des Narām-Sîn, vielleicht

   verheiratet mit dem König von Urkeš oder Hohepriesterin des Hauptgottes von Urkeš,

   da alle anderen bekannten Töchter von Narām-Sin Hohepriesterinnen waren.

   - Motive der Siegel: Tierkämpfe, Banketszene

   - Beamte haben hurritische und akkadische Namen

Ur-III-Zeit:

- Ana-atal, LU2 Urkeš ca. 2050

- bronzener Löwengründungsnagel ws. aus Urkeš: Inschrift in hurritisch

   Tiš-atal König von Urkeš hat den Tempel des Nergal gebaut, er soll von Lugalbanda

   beschützt werden, u.a. soll auch die Herrin von Nagar den Störer verfluchen

- Atal-šen, König von Urkeš und Nawar (Nagar?), Weihung für Nergal, in Akkadisch

- Spätes 3. Jt.: Palast AK

   - Mit Magazin, Empfangsbereich, Raum C, Küche, Eingangsbereich, Hof, Zeremoniebereich und

     Wohnbereich

   - Funde von Siegelabdrücken ermöglichen die Identifizierung von Urkeš mit Mozan

   Ende 3. Jt.: Siedlung schrumpft, keine großen Gebäude, Ḫābūr-Keramik

   Mitte 2. Jt.: Siedlung wird aufgegeben

 

 

Palästina im 3. Jahrtausend:

- bisher konnte in keinem FBZ Fundort in Palästina sicher ein Palast identifiziert werden

 

Levante:

3100-2900

FBZ I

2900-2650

FBZ II

2650-2350

FBZ III

2350-2200

FBZ IV A

2200-2000

FBZ IV B-C / Zwischenzeit

 

FBZ I:

- Kontakte mit Ägypten der I. Dynastie

- graue Ware

- rotpolierte Gefäße, strichverziert

- um 3000 erste Städte

- Rollsiegel häufig aus Knochen, benutzt zur Markierung von Gefäßen

FBZ II:

- Abydos-Gefäße, syrisch-palästinensische Keramik:

   - hohe schlanke Flaschen bis Vasen,

   - manchmal mit Henkel und Ösen,

   - Bandmusterverzierungen in der oberen Hälfte,

   - bemalt, häufig mit Punkten gefüllte Dreiecke

FBZ III:

- Kirbet Kerak-Keramik:

   - handgemacht, schwarz glänzend poliert

   - Verbreitung bis zur Amuq-Ebene

   - offene Schalen und Töpfe,

   - manchmal einfache Ritzverzierungen: Spiralen, Tiere

   Þ transkaukasische Ware                                     

- Imitationen von ägyptischer Ware

 

Fundorte:

Fundort Tell Arad:

- in der Negev-Wüste an einer wichtigen Handelsstraße zwischen Ägypten und Syrien

- da es keine natürlichen Quellen gab, war man war auf das Sammeln von Regenwasser angewiesen

- 4 FBZ Schichten IV-I: 3100-2800 v. Chr.

- IV: Präurban

   - Scherbe mit der Kartusche des Pharao Narmer (31. Jh.)

- III:

   - Befestigungsmauer (Schalenmauer) 1200m lang, halbkreisförmige Türme

   - am südlichen Ende ein 150 m² Wasserbecken

   - Breitraumhäuser mit gemauerten Bänken an den Wänden, angebaut sind Küchen

      oder kleine Kammern bis 1,70m Höhe erhalten, bis dort keine Fenster

- II:

   - „Palastbezirk“, mehrere umschlossene Privathäuser

      - landwirtschaftliche Funde

   - Doppeltempel mit 2 Kulträumen

2700-1000: Hiatus

 

Fundort At Al:

- öffentliches Gebäude:

   Breitraumtempel mit Pfeiler und Vorhalle/Hof und umgebende Magazinräume

- große Zisterne

 

Fundort Dibon, südliches Ostjordanland:

- älteste Besiedlungsspuren in der frühen Bronzezeit

Hiatus

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Dotan, nördlich von Samaria:

an dem Pass von Dotan gelegen, an der via maris

- starke Stadtmauer

 

Fundort Ḫirbet Yamuk:

- Breitraumtempel mit Säulen, Postament

 

Fundort Hazor / Tell el-Kedah, Obergaliläa:

- um 2700 erstmals besiedelt

danach: siehe 2. Jt.

 

Fundort Megiddo:

- Besiedelt: 3300 – 350 v.Z.: 20 Straten

- S. 20: Bodensatz, Präkeramisch – Chalkolitisch

- S. 19: Späturuk – FBZ

   - Heiligtum: Pfeilerraum mit Hof

   - graue Ware

- S. 18 - 14b: FBZ

   - S. 18: FBZ II

   - 18b:

      - kleine Befestigung

      - Heiligtum: Breitraumtempel mit Pfeiler, 13,7 x 9,6 m, mit Vorhalle, Postament

      - Nadel mit Widderfigur

      - Graue Ware

   - 18a:

      - große Befestigung

- S. 17: FBZ IIIa / Kirbet-Kerak-Phase / Amuq H

   - großes Gebäude nahe den Tempeln Þ Palast ?

- S. 16:

   - ovale Steinplattform, 8,7 – 10 m, 1 m hoch, mit 4 Stufen zu erreichen, Tierknochen oben drauf Þ Altar

   - daneben Breitraumtempel mit Vorhalle

- S. 15:

   - Breitraumdoppeltempel, Postament, Pfeiler

 

Tell Kirbet Kerak:

S. IV:

- großes öffentliches Gebäude:

   - Terrasse mit 9 runden eingetieften Räumen und in der Mitte ein quadratischer Teil mit

     einem Hof und einem überdachten Saal Þ ws. ein Speicher, Ende FBZ zerstört

 

 

Anatolien im 3. Jahrtausend:

- viele Orte wurden am Ende von FD II und während FD III durch Feuer zerstört Þ Kriege?

   Einwanderung der Hethiter?

 

Keramik: Transkaukasische Ware

- Zentrum in Nordostanatolien

- Von Troja bis Amuq waren Gefäße mit 2 Henkeln verbreitet, in Südmesopotamien sind sie auch auf Reliefs

   nachweisbar.

- Die Töpferscheibe erreicht Westanatolien im 3. Viertel des 3. Jts., Ende des 3. Jts. besteht die Häfte der

   Keramik aus gedrehter

 

Metallurgie:

- auf einem hohen Stand

- Gussformen und verlorene Form

- Tauschieren und Aufbringen von Blattmetall

- zahlreiche Kupferminen

- Silbervorkommen

 

Architektur:

- Antentempel

- Häuser mit Steinfundamenten

 

Bestattungen:

- in Erd- und Steinkisten-, Scherben-, Schacht- und Kammergräbern

- in Westanatolien oft das Pithosgrab, das sich extra- und intramural und auch außerhalb der

   Siedlung befinden kann, überwiegend extramural; Erdgräber, Kammergräber (FBZ II)

- in Zentralanatolien überwiegend intramurale Gräber

- in Nordanatolien (Alaca Höyük, Bitik, Horoztepe, Polatli) Schachtgräber gefunden, sonst

   Erd- und Topfgräber, aus FBZ I keine Funde

- in Ostanatolien seit FBZ II Schacht- und Kammergräber, auch Erd- und Topfgräber

- in Südanatolien (Gedikli) Fund von Brandgräberfeld, Kammergrab (FBZ III), Topfgräber,

   Erdbestattungen, keine Funde aus FBZ II

   Es überwiegt die Bestattung innerhalb der Siedlung dort, wo die Siedlung schon im

   Chalkolithikum bewohnt war. Neu ist, dass innerhalb der Siedlung bestimmte Bereiche für

   Gräber reserviert scheinen, wie in Alaca Höyük. Die intramuralen Gräber sind häufig

   Kindergräber.

   Ausrichtung häufig nach Osten; Hockerposition, meistens rechte Lage, sehr selten      Rückenlage. Auch

   gestreckte Rücken- und Bauchlage sind belegt.

   Beigaben: Schmuck, Waffen, Werkzeuge, Figurinen, Keramik, Zunahme im Verlauf der FBZ

 

Funde ohne Fundort:

- Hortfund bzw. aus einem Grab?:

- Goldcollier, 3. Jt.

- Goldkette, 3. Jt.

- Diadem aus Goldblech, 3. Jt.

- 2 Idole aus Goldblech, 3. Jt.

- 2 Ruder aus Goldblech, 3. Jt.

- fünf tönernde zweirädrige Streitwagenmodelle (aus Anatolien oder Syrien)

- tönerndes vierrädriges Streitwagenmodell (aus Anatolien oder Syrien)

- bronzenes Wagenmodell mit 2 Rindern

 

Fundorte:

Ostanatolien:

Fundort Norṣuntepe:

zwischen Euphrat und Tigris

FB:

- Palast

   - Vorratsgefäße bis zu 160l

 

Nordanatolien:

- reich an Bodenschätzen: Gold, Silber, Bronze, Zinn (?)

- zur Wende zum 2. Jt. hin weisen viele Fundorte eine Zerstörungsschicht auf

   Þ Völkerwanderungen ?

 

Fundort Alaça Höyük:

- 1935-38, 1940-48, 1963-78 Ausgrabungskampagnen des türkischen Antikendienstes unter

   der Leitung von H.Z. Kosay und R.O. Arik

FBZ: Schichten VIII-V, 2. Hälfte 3. Jt.

- 14 Fürsten/Königsgräber, 6 einfache Gräber, innerhalb der Siedlung

   - Fürsten/Königsgräber:

     - Kammergräber/Schachtgräber

     - Skelett in O-W Ausrichtung bestattet, Kopf im Westen, Gesicht nach Süden, Hockerstellung

     - Beigaben: in zwei Fundschichten

        - in der Grube: Skelett samt persönlichem Besitz: Schmuck, Waffen, Gefäße

           - Goldgefäße, Fischgräten-Muster, Golddiadem

           - anthropomorphe Statuetten aus Bronze: Idolhaft, flach, Brusthalterin

        - auf dem Dach der Grube:

           - paarige Niederlegung von Rinderskelettteilen, nur Schädel, Vorder- und Hinterfüße

           - Metalltiere, sehr schlank, sehr schön, Kontrast zu schlecht gearbeiteten Frauen, die

             eher plump wirken, Hirsche und Stiere, mit einer fußförmigen Basis

           - Scheiben: Deichselaufsätze, mit plastischen Tierfiguren und geometrisch-ornamentalen Zeichen

             verziert, meist ein Hirsch allein oder zusammen mit Leoparden oder Stieren, Zeichen mit astraler

             Bedeutung

           - Werkzeug

           Þ mögliche Hinweise auf Wagenbestattung

     - flache Figuren, abstrahierte Köpfe

- einige Gebäudereste

 

Fundort Bitik:

- Schachtgräber

 

Fundort Ikiztepe:

- reich ausgestattete Gräber

 

Fundort Hororztepe:

- reich ausgestattete Schachtgräber

- Statuette aus Bronze: naturalistisch, schlanke Formen, mit Säugling an der Brust

 

Fundort Polatli:
- Schachtgräber

 

Südanatolien:

Fundort Gedikli:

- keine Funde aus FBZ II

- Brandgräberfeld, Kammergrab (FBZ III), Topfgräber, Erdbestattungen

 

Westanatolien

- im 3. Jahrtausend von Troja geprägt

 

Funde ohne Fundort:

- drei weibliche Violinidole aus Marmor vom Typus Troja

- Idol aus Marmor vom Typus Beycesultan (2700-2100)

- Idol aus Marmor vom Typus Kusura (2700-2100)

- Idol aus Marmor vom Typus Beycesultan-Kusura (2700-2100)

- 1 Idol aus Marmor und 2 Idole aus Knochen vom Typus Kusura Variante (2700-2100)

 

Fundort Karataṣ-Semayük: Lykien

- in der Ebene von Elmalı

- ausgegraben vom Bryn Mawr College

- Friedhof der FBZ: 137 Gräber

   - Bestattungen in Gefäßen, bis zu 2 m groß, mit großen Steinen verschlossen

   - Teilweise Mehrfachbestattungen in einem Gefäß

   - schwarz- und rot-polierte Keramik mit weißer Bemalung, handgemacht, häufig mit Henkel

   - Keulenkopf

   - wenig Metall: einige Bronzenadeln und –ringe

- einräumiges rechteckiges Gebäude in einer ovalen Umfriedung

   - einige ritzverzierte Terrakotta- und Steinstempelsiegel

   - Keramik:

     - Keramik-Datierung: Spät-Troja-I – Troja II

   - C14-Datierung: 24. Jh.

 

Fundort Yortan: Westanatolien

- Keramik: überwiegend schwarz, z.T. mit weißer Inkrustation oder einfacher

   Streifenbemalung (typisch Westanatolien), rot- oder schwarzpoliert

   - Schälchen mit durchbrochenem Fuß (um 3000)

   - Hängegefäß mit Inkrustationen (1. Häfte 3. Jt.)

- Gräber:

   - Bestattungen in Gefäßen, bis zu 2 m groß, mit großen Steinen verschlossen

   - nach Osten orientiert

   - Teilweise Mehrfachbestattungen in einem Gefäß

 

Fundort Troja/Hissarlık, Nordwestanatolien:

- 5 Städte übereinander

I: Anfang 3. Jt.

- mit einer Befestigungsanlage umgeben

- von Osten nach Westen gerichtete Bauten: freistehend, langgestreckter, rechteckiger Grundriss

- Keramik:

   - handgemacht, ritzverziert z.T. mit weißer Farbe hervorgehoben

   - Darstellung menschlicher Gesichter am Rand von Schalen

- Stelenbruchstück mit Relief: menschliches Antlitz in Herzform, breite Nase, eingetiefte Augen, zur Seite

   fallende Haare

II: direkt über 1 in derselben Tradition erbaut, 7 Schichten, Mitte 3. Jt.

- 4 m starke Befestigung, im Westen und Süden zwei mächtige Toranlagen mit je drei Kammern

- Schatz des Priamos, nahe dem westlichen Tor:

   - unzählige Gegenstände aus Bronze, Silber und Gold

   - goldenes Diadem, das als Stirn oder Brustschmuck diente

   - 30 cm lange Kette an der 90 weitere Ketten hängen, and denen schuppenförmige Blätter aufgereiht

     sind

   - korbförmige Ohrringe

   - silberne, goldene und bronzene Gefäße

- Schicht c:

   - monumentale Megaron-Bauten:

   - Megaron II A: in  der Mitte der Zitadelle

     - freistehend

     - ca. 10 x 10 m Vorhalle

     - 10 x 20 m Hauptraum mit großem Herd in der Mitte

- Keramik:

   - Einführung der Töpferscheibe

   - depas amphikypellon: charakteristische Gefäßform: Trinkbecher mit einem schmalen, zylindrisch

     geformten Körper und leicht ausladendem Rand, mit zwei großen Rundhenkeln, ohne Standfläche

   - 2 zweihenkliges Gefäße (Mitte 3. Jt., 2. Hälfte 3. Jt.)

- durch ein großes Feuer vernichtet

III-V: in gleicher Tradition stehend, Ende 3. Jt.

- Gefäßdeckel (2. Hälfte 3. Jt.)

- IV:

   - Schicht d: erstes Auftauchen mykenischer Keramik

- V:

   - Ende archäologisch nicht bestimmbar

 

 

Iran im 3. Jahrtausend und in der 1. Hälfte des 2. Jahrtausends:

Protoelamische Kultur / Susa-D-Kultur: 2900-2500 v.Z.

- 2900-2700: Ablösung des Uruk-Materials in Susa und dem Zagros, Abschirmung von Mesopotamien,

   Zerstörungen am Ende dieser Zeit

- Erfindung der protoelamischen Schrift A, bis heute nicht entziffert

 

Geschichte:

 

Metallarbeiten:

- figürliche Bronzen des 3. und 2. Jts. aus Elam stimmen weitgehend mit den mesopotamischen überein

- aus Elam sind aus der FD-Zeit kaum figürliche Metallfunde bekannt

- Literatur: F. Tallon: Metallurgie Susienne (frühe Funde aus Susa)

 

Keramik:

Susa II-Keramik: um 2900-2400

- Verbreitung: bis nach Luristan

- Form: ähnlich der Ğ-N-Zeit, Verwandtschaft zur Scarlettware

- Bemalung:

   - weniger Verzierungen, vereinfacht

   - hauptsächlich geometrische Figuren, aber auch kleine Figuren

   -  typische Figur: Vogel mit ausgebreiteten Flügeln

   - keine architektonische Bemalung mehr

 

 

 

Steineinlagen:

- Tierdarstellungen aus Kalkstein oder Muscheln, ähnliche Einlagen wie in Kiš

 

Steingefäße:

Der Interkulturelle Stil:

Þ siehe unter Mesopotamien

 

Rundbild:

Frühelamisch I: (Enduruk)

- kleine Figuren aus Susa: Körpervolumen, Fehlen einer organischen Gliederung Þ Enduruk

   - keine kostbaren Materialien, keines besonders groß

- Tierfiguren, die als Gefäße ausgebildet sind

- Narbenmänner: aus einem Sammelfund aus Širaz (?), wirken wie aufgeblasen, füllig

Frühelamisch II:

- Beterstatuetten

 

Terrakotten:

Altbabylonische Zeit:

- schlank, groß, Kopf reduziert, große Nase und Augen, aus einer Form gemachte Statuetten

- Funde ohne Fundort:

   - weibliches Idol vom Typus Tepe Hissar (um 2000)

 

Flachbild:

Frühelamisch II:

- Weihplatten

 

Fundorte:

Felsrelief von Hung-i-Nauruzi:

- im Nordwesten der Hochebene Izeh-Malamir

- datiert Ende 3., Anfang 2. Jt.v.Chr.

- dargestellt ist die Huldigung eines Souveräns oder Gottes

- sehr schlechter Zustand

 

Felsrelief von Shasavar:

- Im Norden der Hochebene Izeh-Malamir, östlich von Susa

- datiert Ende 3., Anfang 2. Jt. v. Chr.

- dargestellt ist die Huldigung eines Souveräns oder Gottes

- zustand durch Verwitterung sehr schlecht

 

Fundort Susa, Elam:

Frühelamisch:

- Gräber: einige reich ausgestattete auf dem Donjon

- männliche sitzende Figur, dünner modellierter Oberkörper, überlange Arme (1. Hälfte 3 Jt.)

- weibliche Figur im Zottenmantel, sehr füllig (Mitte 3. Jt.)

- Oberkörper und Kopf einer Figur, lange Haare, bartlos (Mitte 3. Jt.)

Akkade-Zeit:

- Beterstatuette: Statthalter Epšum von Elam (23. Jh.)

   - ähnlich den FD Beter-Statuetten

   - Namensinschrift auf dem Rücken: für die Göttin Narunde

- Siegelfunde

- Maništūšu-Statue (2269-2255): ohne Kopf, 1 m, nackter Oberkörper, zusammengelegte Hände, langer

   Rock

- Thron eines Sitzbildes des Maništūšu von Akkade (2269-2255):

Altelamisch: (ab Ende Ur-III-Zeit)

- Merkmale der Wohnarchitektur zur altelamischen Zeit:

   - Hofhaus mit Empfangssaal als Hauptzimmer

   - komplexe Grundrisse mit mehreren Höfen und differenzierten Nutzungsbereichen

   - Empfangssaal als „salles a quatre saillants“ (Breitraum, bei dem beide Schmalseiten durch

     jeweils zwei Wandpilaster abgetrennt sind)

   - komfortable Einrichtungen, wie Kamine, Kanalisationssystem: Kanäle aus den Höfen auf

     die Gassen, Nasszellen, Brotbacköfen in den Häusern, Hofpflasterung aus Backsteinen,

     unterirdische Frischwasserreservoirs

   - gewachsenes Straßenbild

   - große gerade Straßen und kleine verwinkelte Gassen

   - Unter den Häusern Bestattungen

     - im Gefäß

     - in einer Gruft

     - in einem Grab

     Þ verschiedene Bestattungssitten nebeneinander

- Wohnarchitektur auf der Ville Royal

- Schicht XIV:

   - Haus des Tempti-Wataš: Großgrundbesitzer, Geldverleiher, Kontakte bis nach Dilmun

     - großer Hof mit Backsteinen gepflastert

     - anschließend großer Empfangssaal mit dicken Mauern, mit gemauerter Bank

     Þ ähnlich den Neuassyrischen, spätbabylonischen und achämenidischen Palästen

- Schicht XIII:

   - Haus des Attaru-Uktuḫ:

     - mit großem Hof und Empfangsraum

   - Handwerksviertel anstelle des Hauses des Tempti-Wataš

- Schicht XII:

   - Haus mit Hof und Empfangsraum

   - Werkstattgebiet

- Göttin Narunda von der Akropolis, 109 cm, weißer Kalkstein, auf einem Thron von 6 Löwen

   - Mund und Nase nicht ausgearbeitet (Löcher) Þ Gesichtsmaske

   - Hörnerpaare Þ Göttin

   - 1 elamische, 1 akkadische Inschrift Þ Beginn der Neusumerischen Zeit (Puzur-Inšušinak)

   - 1 Bohrloch an der Unterseite des Kopfes Þ gescheiterter Reparaturversuch

- Gründungsurkunde des Puzur-Inšušinak (2100):

   - auf der Akropole in Susa gefunden, nur fragmentarisch erhalten

   - Oben: eine Schlange, die sich um ein vertikales Loch windet (fragmentarisch), daran

     schmiegt sich eine altelamische Strichinschrift

   - Front:

     - Rechts: eine fürbittende Göttin, die ihre Hände erhoben hält (Lama), zu deren Rechten sich eine

        Inschrift andeutet, die vielleicht die vertikale Fortsetzung der Inschrift auf der Oberseite ist

     - In der Mitte: ein gründungsnagelhaltender Gott (vgl. Gründungsfiguren aus Lagaš)

     - Links: ein weit geöffnetes Löwenmaul, sowie eine Pranke

   - Linke Seite: Abgebrochen, doch André und Salvini ergänzen die Fläche um das

     Bruchstück eines Löwen (dessen Hinterläufe) mit sumerischer Inschrift

   - Rechte Seite: abgebrochen

- Gründungsnagel des Šulgi von Ur (2094/3-2047/6), König als Bauherr (Korbträger)

Altbabylonische Zeit:

- Gottheit aus Metall: sitzend im Falbelgewand

- Fein gearbeitete Elfenbeinfigur: Frau in Beter-Haltung ohne Kopf (Zeit?)

- Statuen von Herrscher von Ešnunna (u.a. Ur-Ninŋiszida) aus Susa von Šutruk-Nahunte erobert

- Relief eines Königs von Ešnunna aus Susa

- Bitumengefäße

- sitzender Torlöwe, überlange Vorderpranken

- Stele: Begegnung zwischen Gott und König (Mitte 2. Jt.)

 

Fundgebiet Fars:

Felsrelief von Kūrāngūn, Fars:

- Nordwestlich von Persepolis

- Mittelelamisches Hauptrelief: 17. Jh. v. Chr., zeigt Anbetungsszene eines Götterpaares, das

   auf Schlangenthronen sitzt

 

Felsrelief von Naqš-i-Rustam, Fars:

- ca. 7 km nordöstlich von Persepolis

- Mittelelamisches Hauptrelief: 17. Jh., Gott auf einem Schlangenthron und Beter

- siehe unten

 

Fundort Tall-i Malyan, Fars:

- protoelamische Schrift

 

Fundort Tepe Yahya, südöstliche Fars, Südiran:

- Produktionsort der Steatit/Chloritgefäße des Interkulturellen Stils

   - zahlreiche Fragmente und vollständige Gefäße, sowie Abschläge

   - Oberkörper

   - Schaftlochaxt mit eingeritztem Adler

   - Vorkommen von Chlorit in der Nähe

- Besiedlung von 4500 v. Chr. – 400 n. Chr., mit Unterbrechungen

- Schicht IV B1: 2600-2500

   - deutlicher Anstieg von Chlorit Fragmenten

   - es fehlt monumentale Architektur

- protoelamische Schrift

 

Fundgebiet Kerman:

Fundort Xabis Sahdad, bei Kerman:

- Figur aus Ton(?), männlich mit kurzem Bart und Haaren, geometrisch, dünn, abgesetzte Arme

   (Mitte 3. Jt.)

- Standarte: Stab mit Vogel, Plakette mit Banketdarstellung? (Mitte 3. Jt.)

 

Fundgebiet Sistan:

Sahr-i-Sokhta, Südostiran:

- 59 km westlich von Zabol

- 151,3 h

- 4 Schichten: 2900-2400

- Steinverarbeitungsindustrie:

   - Verarbeitung von heimischen Alabaster und importiertem Stein (Steatit, Karneol, Chrysopra, Türkis)

   - Bohrköpfe

- protoelamische Schrift

 

Fundgebiet Māzandarān:

Fundort Tepe Hissar, Nordostiran, Damghan-Region:

- nahe am Kaspischen Meer

- an der Khorasan-Handelsroute, Ost-Westverbindung

- Ausgräber: Schmidt

- drei präurbane Siedlungsphasen

- Phase III:

   - mehrräumiger Baukomplex Þ Herrenhaus

   - Fertigung von Steinobjekten (Lapislazuli)

   - Schicht IIIC: ca. 2400-2000

      - Schnabelkopfkannen

 

Fundgebiet Azarbaiğān:

Fundort Hasanlu, Azerbeijan:

- südwestlich des Urmiasees

- High Mound (Zitadelle) und Low Mound (Unterstadt)

- 10 stratifizierte Keramikschichten (Stil und C14)

- Besiedlung: 6. Jt. bis ca. 100 v. Chr., Hiatus bis 13. Jh. n. Chr.

- Hauptgrabungskampagne unter R. H. Dyson 1956-74: „Hasanlu Projekt“

- Schicht VI: 20.-17.Jh.

   - „Dinkha Painted Ware“ / “Painted Buff Ware”

   - Substruktionsbestattungen

 

Fundgebiet Luristan, Westiran:

- Lage: besteht aus 2 Regionen: Pusht-i Kuh im Westen, Pish-i Kuh im Osten getrennt durch den Fluss

   Saimarrah. Seine Grenzen sind im Westen der Irak (Mesopotamien), Im Süden Khuzistan (Elam), im

   Norden der Weg zwischen Bagdad und Hamadan und im Osten das Iranische Plateau

- Bewohner: Kriegerische Nomaden Þ deswegen keine Siedlungsspuren gefunden,

   Im 3. Jt.: Guti und Lullubi

- Bronzewaffen:

   - Lorbeerblattdolche (Mitte 3. Jt.)

   - Fensteraxt (Augentypus) (Anf. 2. Jt.)

 

Fundort Bani Surmah, Luristan:

- Bronzenadeln, Silberschmuck, Dolche, Beile, Säge

- polychrom bemaltes Gefäß

- Grab

 

Fundort Kalleh Nisar, Luristan:

- Kollektivgrab

- Siegelabrollung mit Kampf der Ziegen und Löwe in Anwesenheit zweier Helden (akkadisch)

- gravierte Perle

- polychromes Gefäß mit hellem Untergrund

 

Fundort Tepe Giyan, Luristan:

- Schicht IV: FBZ

   - 17 Gräber:

     - gut gebrannte, bemalte Keramik, Hauptform: großer Krug mit weiter Öffnung

     - viele Metallgegenstände

 

Felsreliefs von Sār-i Pūl, Westiran:

an einer Straße zwischen Elam und dem Dijāla-Gebiet

- 2 Siegesreliefs

   - Relief des Fürsten AN-nubanini, Fürst der Lullubäer, typisch mesopotamische Darstellungen, vielleicht

     mit Gottesdeterminativ, in der Pose des Narām-Sîn, mit Breitrandkappe, tritt mit Gefangenen, die von

einem Anführer mit Federkrone herangeführt werden, vor die kriegerische Ištar, unter dem linken Fuß des Herrschers liegt ein Toter, während Ištar zwei nackte Gefangene an einem Strick mit Nasenring hält

   - Relief mit überlängten Figuren Þ Altbabylonische Zeit

 

Fundgebiet Zentraliran:

Fundort Tepe Sialk:

- protoelamische Schrift